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Nilpferd tötet Gnu-Kälber – und frisst sie

Einem Fotografen sind bemerkenswerte Bilder geglückt: Er hat ein Nilpferd dabei fotografiert, wie es Gnu-Babys jagt, tötet und anschließend Teile des Fleisches frisst. Seltsam, denn Hippos sind eigentlich Pflanzenfresser. 

  Ein Hippobulle bahnt sich den Weg zu dem Gnu-Jungen und seiner Mutter. Es macht zunächst den Anschein, als wolle das Tier sein Revier verteidigen. Dieses Verhalten ist für die pflanzenfressenden Säugetiere üblich.

Ein Hippobulle bahnt sich den Weg zu dem Gnu-Jungen und seiner Mutter. Es macht zunächst den Anschein, als wolle das Tier sein Revier verteidigen. Dieses Verhalten ist für die pflanzenfressenden Säugetiere üblich.

Dem Fotografen Uwe Skrzypczak sind bemerkenswerte Fotos im Masai Mara-Nationalpark in Kenia gelungen: Er beobachtete, wie ein Nilpferdbulle zwei Gnu-Babys jagt, tötet, zerbeißt und anschließend wohl Teile des Fleisches verspeist. Die Bilder sind umso bemerkenswerter, da Nilpferde eigentlich Pflanzenfresser sind und üblicherweise nur dann töten, wenn sie ihr Revier verteidigen wollen. Der Fotograf veröffentlichte die Bilder daher unter der Überschrift "Niemals zuvor beobachtet?!".

Nilpferde ernähren sich üblicherweise von Gräsern, die sie mit ihren festen Lippen abreißen und im Anschluss zermalmen. Obwohl sie den Großteil des Tages dösend verbringen und daher harmlos erscheinen, können die Tiere auch ein äußerst aggressives Verhalten an den Tag legen. Bei Revierkämpfen kommt es immer wieder zu heftigen Auseinandersetzungen unter den Tieren, die nicht selten tödlich enden.

Es gibt vereinzelte Berichte, wonach Nilpferde beim Fleischfressen beobachtet wurden, beispielsweise im Hwange National-Park in Zimbabwe in den Neunzigerjahren. Dort soll ein Nilpferd eine ausgewachsene Schwarzfersenantilope getötet haben, als diese auf der Flucht vor einem afrikanischen Wildhund durch einen Fluss schwamm. Daraufhin sollen sich einige Nilpferde über den Kadaver hergemacht und Teile davon gefressen haben. Joseph Dudley, Wissenschaftler am "Institute of Arctic Biology" bewertete das Verhalten damals in einer kurzen Übersichtsarbeit: "Nilpferde, die allgemein als Pflanzen- und Grasfresser gelten, könnten eine viel größere Futternische belegen, als bislang angenommen wurde", so der Forscher.

Die neueren Aufnahmen aus dem Masai Mara-Nationalpark scheinen dies nun zu bekräftigen. Auf dem Blog Serengeti-Wildlife ruft der Fotograf Uwe Skrzypczak dazu auf, sich bei ihm zu melden, falls ähnliche Beobachtungen gemacht wurden. 

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