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1200 Meter über dem Abgrund

Zwei Kletterinnen ist im Torres del Paine Nationalpark Großes gelungen: Im sturmumtosten Patagonien stiegen sie durch die extrem schwierige Ostwand des Torre Central. Die fünfte Begehung gelang ihnen in 15 Tagen.

  Die deutsche Profikletterin Ines Papert packt für die Wand: 400 Kilogramm wiegt die Ausrüstung, die die Frauen für die Klettertour benötigen. Im Hintergrund die Torres del Paine. Der Turm in der Mitte ist der Torre Central, an dem die 1200 Meter lange Route "Riders on the Storm" durch die Ostwand zum Gipfel führt.

Die deutsche Profikletterin Ines Papert packt für die Wand: 400 Kilogramm wiegt die Ausrüstung, die die Frauen für die Klettertour benötigen. Im Hintergrund die Torres del Paine. Der Turm in der Mitte ist der Torre Central, an dem die 1200 Meter lange Route "Riders on the Storm" durch die Ostwand zum Gipfel führt.

Der Torres del Paine Nationalpark in Chile ist wegen seiner ausgesetzten Lage bekannt für sehr stürmisches Wetter und entsprechende Niederschlagsmengen. Trotzdem - oder gerade deshalb - entscheiden sich die beiden Kletterinnen, dieses Wagnis einzugehen. Vielen Alpinisten ist die Durchsteigung der Ostwand auf der Route "Riders on the Storm" bisher noch nicht gelungen. Aber Ines Papert und Mayan Smith-Gobat werden am 6. Februar 2016 zusammen mit dem Fotograf Thomas Senf die fünfte Seilschaft sein, die die 1200 Meter hohe Wand erfolgreich durchstiegen haben.

Es ist eine einmalige Felskletterei, allerdings wegen der extremen Wetterbedingungen ein wirkliches Abenteuer: Ines Paperts Helm wird durch Eisschlag zerstört, ein kühlschrankgroßer Felsblock fällt nur knapp neben ihrem Zelt vorbei ins Tal. Große Gefahren - doch den Gipfel erinnert die aus Sachsen stammende Papert als ein grandioses Erlebnis: 

"Diesen Gipfelmoment möchte ich wahrlich als magisch bezeichnen. Mit jeder Seillänge mehr hatten sich unseren Augen beim Aufstieg weitere Gipfel der Umgebung aufgetan. Aber was sich uns ganz oben präsentierte, ist kaum in Worte zu fassen. Unzählige Gletscherseen in allen Blau- und Grüntönen, schneebedeckte Gipfel soweit das Auge reicht, steile Felswände in allen Richtungen, der Blick dahinter in eine endlos weite Ebene und in entgegengesetzter Richtung das Inlandeis. Wir fallen uns in die Arme und sind sprachlos. Kein Wind ist spürbar. Keine Wolke trübt den Himmel. Für einen Moment sind wir die glücklichsten Menschen auf dieser Erde.“

Ines Papert hatte viel Glück bei der Tour, sie will es dabei belassen. Mayan Smith-Gobat dagegen möchte wiederkommen, denn eine freie Begehung, ganz ohne technische Fortbewegungshilfen, ist ihnen wegen der extremen Verhältnisse nicht vollständig gelungen.






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