Rauchende Kinder? Und dann auch noch so in Szene gesetzt? Die Bilder der Belgierin Frieke Janssens verstören und faszinieren zugleich. Es sind Schockfotos der anderen Art.
Wer qualmt, wird seit einigen Jahren immer mehr bevormundet: In Gaststätten müssen Nikotinfreunde vor die Tür, mancherorts zieren mittlerweile Schock-Bilder die Zigarettenschachteln und sogar der deutsche Finanzminister will den Rauchern ans Portemonnaie. Die Aufnahmen der Fotografin Frieke Janssens wirken in diesem Zusammenhang provozierend: Die Belgierin hat Fotos von Kindern gemacht, auf denen die Jüngsten rauchen wie die Großen.
Mit ihren Aufnahmen will sie die Widersprüchlichkeit darstellen, die dem Rauchen innewohnt. Einerseits wissen wir, dass es ungesund, schädlich und schlimmstenfalls tödlich ist - und sind daher geschockt, wenn Kinder Zigaretten in den Händen halten. Andererseits wirkt die Pose des Rauchens noch immer cool und verführerisch. Nicht umsonst lockt die Zigarettenwerbung mit Bildern, die Freiheit und Unabhängigkeit vermitteln.
"Erwachsene Raucher sind nichts Ungewöhnliches", schreibt Janssens über das Projekt. Sie habe daher die Aufmerksamkeit des Betrachters auf die Pose der Raucher selbst lenken wollen. "Ich war überzeugt, dass rauchende Kinder surreal wirken und daher den Blick auf den Vorgang an sich lenken würden."
Zum Einsatz kamen bei dem Shooting natürlich keine echten Zigaretten. Stattdessen hatten die Kinder Käsestückchen oder Kreidestücke zwischen den Fingern, Kerzen oder Räucherstäbchen sorgten für den Qualm.