9. November 2012, 09:16 Uhr

Fotografin Ellen von Unwerth: Gekaufte Provokation

Ausziehen! Wie keine andere Fotografin darf Ellen von Unwerth Frauen mit geradezu sexistischem Blick abbilden. Das ist aber nur die halbe Geschichte. Die ganze gehört Olga Rodionowa.

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Olga Rodionowa (irgendwo in der Mitte des Fleisches) sagt, sie ziehe sich aus, um Stärke zu zeigen. Berühmt ist die russische Milliardärsgattin allerdings dafür, dass ihr Mann Sergej Rodionow die berühmtesten Fotografen der Welt dafür bezahlt, Bilder von seiner spärlich bis gar nicht bekleideten Frau zu schießen. Und man lehne ja nicht ab, wenn Helmut Newton zusagt, so das rothaarige Model. Auch David LaChapelle, Peter Lindbergh, Terry Richardson, Sante D'Orazio und Bettina Rheims haben Rodionowa schon in aufreizende Posen gebracht. Vor allem Rheims' Bilder ("The Book of Olga") galten vielen als schlicht pornografisch. In Frankreich sah man sie dagegen zwischen "de Sade und Tizian". Doch auch Rodionows neueste Errungenschaft, Ellen von Unwerth, hat Rodionowa an ihre Grenzen getrieben. So ist "The Story of Olga" entstanden.

"Er liebt die Fotokunst", sagt 38-jährige Rodionowa über die Motivation ihres Mannes. "Er liebt mich. Er realisiert ein einmaliges Projekt, wenn er mich von einer Reihe berühmter Fotografen aufnehmen lässt. Gerne nennt er mich seine Galatea, eine Anspielung auf den griechischen Künstler Pygmalion, der eine Statue schuf so täuschend echt, dass er sich in sie verliebte." Ellen von Unwerths Sicht auf Rodionowa ist 2011 entstanden, in der Serie lerne die Protagonistin "die Welt der Erotik neu kennen".

Eine Auswahl der Bilder ist ab dem 7. Dezember in der Berliner CWC Gallery zu sehen. 1000 nummerierte und gezeichnete Exemplare des neuen Bildbands "The Story of Olga" wird es geben.

 
 
 
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