Ehrenvolle Erwähnung fand auch Andrea Diefenbach. Die deutsche Fotografin porträtiert in ihrer Reportage "Kinder allein Zuhaus" in der Republik Moldau.
Vor fünf Jahren ist die Mutter von Olga, Carolina und Sabrina nach Italien gegangen. 4000 Euro hat sie an die Schlepper gezahlt. Seitdem arbeitet sie als private Altenpflegerin und verdient 850 Euro monatlich. Ihre drei Töchter, damals acht, zehn und zwölf Jahre alt, lebten drei Jahre lang allein. Später fanden sie in diversen Familien Aufnahme, denen die Mutter Geld schickte. Seit einem Jahrlebt sie nun legal in Italien und kann ihre Töchter besuchen.
In der Republik Moldau wächst fast jedes dritte Kind ohne Vater oder Mutter auf, so die Fotografin. Manche der Zurückgelassenen sehen ihre Eltern über Jahre nicht. Für Besuche reicht das Geld nicht aus, das die Eltern als Altenpfleger oder Erntehelfer in der Ferne verdienen. Auch müssen vielfach hohe Schleppergebühren zurückgezahlt werden. Der einzige Kontakt ist dann das Telefon oder Skype. Diefenbach hat diese zerrissenen Familien 2012 in dem Buch "Land ohne Eltern" porträtiert.
© Andrea Diefenbach, freie Fotografin, Deutschland/Unicef-Foto des Jahres 2012