Die russische Fotografin Diana Markosian wurde für ihre Reportage "Zurück zur Religion" über junge Frauen in Tschetschenien ausgezeichnet.
Amina Mutieva ist 21 Jahre alt, studiert an der islamischen Universität von Grosny und betet im dortigen Gebetsraum für Frauen. Die Republik Tschetschenien ist ein Teil der Russischen Föderation. In Zeiten der Sowjetunion durfte der Glaube hier keine Rolle spielen, heute forciert das Regime von Präsident Ramsan Kadyrow die "Rückbesinnung auf islamische Traditionen". Damit solle die Moral der Gesellschaft gestärkt und einem "Sittenverfall" vorgebeugt werden. Für Frauen ist das Tragen von Kopftüchern in öffentlichen Gebäuden und Schulen bereits Pflicht. Oft wird auch der Hijab, eine den Körper als Ganzes bedeckende Kleidung, gefordert. Tägliche Gebete gehören zum Tagesablauf. Das Verhältnis von Mädchen und Jungen steht unter strenger Aufsicht. Intime Annäherung ist vor der Hochzeit strengstens verboten. Dagegen sind eine frühe Heirat und möglichst viele Kinder erwünscht.
Markosian versucht, den religiösen Einfluss auf das Leben heranwachsender Mädchen zu zeigen. Dazu war sie sieben Monate lang in Tschetschenien unterwegs.
© Diana Markosian, Rußland/Getty Images emerging photographers/Unicef-Foto des Jahres 2012