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Bangladesch ist mehr als die Heimat der billigen T-Shirts

In den Slums Bangladeschs leben die Ärmsten der Armen. Das Land wird hierzulande oft mit Kleidung zu Schnäppchenpreisen in Verbindung gebracht. Doch es ist die Heimat für Millionen von Menschen, die in dem Land kaum noch Platz finden. Ihren Alltag hat Miro May für uns porträtiert.

"Der Zug fährt alle 30 Minuten mitten durch den Slum. Die Bewohner haben sich schon längst daran gewöhnt und nehmen es als selbstverständlich hin", erzählt Miro May von seinen Erlebnissen.

"Der Zug fährt alle 30 Minuten mitten durch den Slum. Die Bewohner haben sich schon längst daran gewöhnt und nehmen es als selbstverständlich hin", erzählt Miro May von seinen Erlebnissen.

Bangladesch - ein Land, mit dem die meisten Deutschen die Herkunft ihrer Billig-Kleidung verbinden. Ein Shirt für läppische 5 Euro? Dank der katastrophal niedrigen Löhne in den hiesigen Nähereien kein Problem.

Ein zerbrechliches Land

Im Vergleich zum Nachbarland Indien, das den Staat beinahe komplett umringt, wirkt Bangladesch fast zerbrechlich. Und der Eindruck trügt nicht. Bangladesch platzt aus allen Nähten, die Hauptstadt Dhaka gehört zu den am schnellsten wachsenden Städten der Welt. Durch den stetigen Anstieg des Meeresspiegels aufgrund des Klimawandels versinkt die Küste regelmäßig im Hochwasser.

Den meisten Menschen in Bangladesch geht es miserabel und doch strahlen die Bilder aus der Fotoreportage von Miro May eine ganz besondere Schönheit aus. 

Der Fotograf reiste einen Monat lang durch das Land und besuchte dort neben den beliebten Millionenstädten auch die letzten Naturvölker des Landes in den Chittagong Hill Tracts. Das Gebiet ist eine autonom verwaltete Provinz an der Grenze zu Myanmar, in dem die Stämme der Jumma leben.

"Ohne eine Genehmigung der Armee war jedoch die Reise in die Hill Tracts nicht möglich", erzählt der Fotograf. "Als ich schon Chittagong verlassen wollte, bekam ich eine viertägige Aufenthaltsgenehmigung, die ich an einigen Checkpoints Richtung Bandarban vorzeigen musste."

Die Ärmsten der Armen

Neben den Jumma besuchte Miro May auch Projekte des gemeinnützigen Vereins "German Doctors" in Dhaka und Chittagong sowie die Gegend um Sylhet und Srimangal im Norden des Landes. "Durch den Besuch in den Projekten der 'German Doctors' durfte ich einen tieferen Einblick in das Leben der Ärmsten der Armen in den Slums von Dhaka und Chittagong bekommen und konnte so Orte besuchen, die für viele verborgen bleiben", erzählt der Düsseldorfer.

"Die restliche Zeit habe ich im Norden verbracht. Durch die vielen Plantagen duftet hier alles nach Tee und abends, wenn die Sonne untergeht, steigt überall der Duft von Weihrauch in die Luft", schwärmt er. "Und als ich dachte, dass ich in dem faszinierenden Land gut zu recht komme, kam der Ramadan und alles war wieder vollkommen anders."


Der Fotograf nennt sich selbst im Internet Miro May, denn der gebürtige Pole findet seinen richtigen Namen "unaussprechlich". Fotografisch ist er in vielen Bereichen tätig, doch seine Stärke sieht er in der Porträt- und Reisefotografie. Dabei macht er sich am liebsten auf die Suche nach Orten, "die auf keiner Karte verzeichnet sind."

Weitere Bilder von Miro May finden Sie auch in unserer VIEW Fotocommunity.


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