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Dresden rüstet sich für gigantischen Ansturm

Die Weihe der Dresdner Frauenkirche am Sonntag findet weltweit große Beachtung. Bis zu 100.000 Menschen werden zu den Feierlichkeiten erwartet - darunter zahlreiche Prominente.

Mehrere hundert Medienvertreter aus dem In- und Ausland haben sich bei der Stiftung Frauenkirche akkreditieren lassen. Da nur rund 1700 Menschen im Inneren des Gotteshauses Platz finden, können Einwohner und Touristen das Ereignis auf mehreren Großleinwänden mitverfolgen. Bis Dienstag sind unter dem Motto "Friede sei mit Euch" beim "Fest der Weihe" Gottesdienste und Konzerte geplant.

An der Weihe und dem folgenden Festakt, die vom ZDF und dem MDR live übertragen werden, nehmen 850 Spender und Stifter und etwa die gleiche Zahl von Ehrengästen teil. Zu ihnen gehören Bundespräsident Horst Köhler, der Herzog von Kent, die Botschafter der früheren Alliierten sowie der amtierende Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und seine designierte Nachfolgerin Angela Merkel (CDU).

Bischof Bohl weiht die Kirche

Im Vorprogramm der Weihe musizieren Bläser der Sächsischen Posaunenmission ab 9.00 Uhr vor der Kirche. Der Gottesdienst beginnt im Freien zehn Minuten vor 10.00 Uhr mit einer Begrüßung der Gäste. Danach tragen Jugendliche sakrale Gegenstände wie Bibel, Altarkreuz, Leuchter, Kelche und Taufschale in die Kirche. Bischof Jochen Bohl weiht die Kirche. Im Verlauf des Gottesdienstes werden separat noch die Kanzel, der Taufstein, der Altar und die Orgel geweiht.

Im Anschluss folgt ein Festakt, bei dem Bundespräsident Köhler spricht. Am Abend gibt es einen ökumenischen Gottesdienst mit Geistlichen aus dem In- und Ausland. Die Predigt hält Bischof Colin Bennetts aus Coventry. Zu Beginn verliest Landesrabbiner Salomon Almekias-Siegl Psalmverse aus dem Alten Testament. Um 22.00 Uhr gibt der Organist der Frauenkirche, Samuel Kummer, das erste Konzert. Am Montag und Dienstag sind weitere Gottesdienste vorgesehen. Wegen der Programmfülle ist die Kirche für das Publikum zunächst nur zu bestimmten Zeiten geöffnet. Am Sonntag und Montag werden rund 20.000 Menschen eingelassen.

100 Millionen Euro Spenden

Die Frauenkirche war im Zweiten Weltkrieg bei der Bombardierung Dresdens zerstört worden und blieb jahrzehntelang ein steinernes Mahnmal für Kriegsschäden. Mit der Wende kam die Hoffnung auf einen Wiederaufbau zurück. Er begann 1994 nach dem Beräumen der restlichen Trümmer. Spender aus dem In- und Ausland sammelten dafür rund 100 Millionen Euro. Die Gesamtkosten liegen bei 179 Millionen Euro. Die neue Kirche besteht zu etwa 43 Prozent aus den Steinen der alten Barockkirche.

Künftig soll die Frauenkirche als Ort des Glaubens, der Einkehr, der Versöhnung und des Friedens dienen. Zugleich erhält das Dresdner Musikleben eine wertvolle Spielstätte zurück. Im alten Kirchenbau hatte einst Johann Sebastian Bach an der Orgel gesessen. In den kommenden Tagen und Wochen musizieren hier unter anderem die Sächsische Staatskapelle und die Dresdner Philharmonie, der Dresdner Kreuzchor, der WDR Rundfunkchor und die New Yorker Philharmoniker.

DPA

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