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Wie aus einem kühlen Vater ein warmherziger Opa wurde

Als Kind hatte Alina kein gutes Verhältnis zu ihrem Vater, er hat immer nur gearbeitet und wenn nicht, blieb er auf Distanz. Um so überraschter war die Fotografin, dass er sich plötzlich als liebevoller Großvater entpuppte.

  Opa Benek strahlt, wenn er seine Enkel anschaut. Das war bei seinen eigenen Kindern nicht der Fall. Seine Tochter Alina dokumentiert, wie ihr Vater nun mit ihren Kindern umgeht: sehr, sehr liebevoll.

Opa Benek strahlt, wenn er seine Enkel anschaut. Das war bei seinen eigenen Kindern nicht der Fall. Seine Tochter Alina dokumentiert, wie ihr Vater nun mit ihren Kindern umgeht: sehr, sehr liebevoll.

Als Kind lernte Alina Gabrel-Kamińska ihren Vater, Benek, als einen distanzierten Mann kennen, der mehr als zwölf Stunden am Tag arbeitete und seine Vaterrolle darin sah, die Familie zu ernähren. Die Fotografin wuchs im Nordwesten Polens auf und ihr Vater, der als Schreiner arbeitete, nahm sich nie die Zeit, mit ihr oder ihren beiden Schwestern zu kuscheln oder zu spielen. "Er war sehr reserviert", erzählt sie.

Doch das änderte sich grundlegend, als Benek Großvater wurde. Es begann mit seinem ersten Enkel Fryderyk, dem Neffen der Fotografin. Auch wenn seine neue Rolle nicht dazu führte, dass sein Verhältnis zu seinen Töchtern wärmer geworden ist, kann er nun Kindern seine Liebe zeigen. Er strahlt, wenn er Lenka, 5, und Thyme, 1, sieht, die Kinder der Fotografin. "Er knuddelt sie, küsst sie und singt sogar", so Gabrel-Kamińska, "ich habe meinen Vater nie singen gehört!" Auch passe er auf sie auf, wenn sie spielten, erzählt die Mutter weiter. Er ließe die Kinder machen, was sie wollten und würde nicht jeden ihrer Schritte bewachen. Aber er schaue immer wieder von seinem Sudoku-Rätsel auf, "um zu sehen, ob sie noch lebten". Wenn er nicht gleich selbst mit ihnen spielt, Lego zum Beispiel.

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Gabrel-Kamińska hat die Momente festgehalten, die sie besonders gerührt haben, weil sie ohnehin stets fotografiert. Da ihr Vater ihre Berufswahl nie akzeptiert hat, wie sie sagt, macht sie die meisten Aufnahmen von ihm heimlich, aus einem Versteck heraus oder von hinten. Dadurch verhalten sich Benek und die Kinder ganz natürlich und unverstellt, da sie gar nicht bemerken, dass sie im Zentrum ihrer Aufmerksamkeit stehen.

Bei der liebevollen Zärtlichkeit, die die Bilder zeigen, wenn Benek mit Lenka und Thyme zusammen ist, die Muße und Ruhe, die sie ausstrahlen, hat der Betrachter immer wieder verwundert die Geschichte der Kindheit der Fotografin im Kopf. Das Verhalten als Opas mit dem als Vater zusammenzubringen, fällt schwer. Doch Benek kann offenbar erst in der zweiten Generation zeigen, welche Liebe er für Kinder empfinden kann. 

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