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Grillen mit 900 Grad: Dieses Höllenfeuer brät ihr Steak in nur fünf Minuten

Der Otto Wilde Grill heizt sich auf 900 Grad Celsius auf und verspricht, ein dickes Steak in wenigen Minuten zur Perfektion zu braten: innen saftig, außen knusprig. Wir haben den Test gemacht: Was kann der Turbogrill wirklich? 

Die Höhle der Löwen: Otto Wilde Grill

Bei 900 Grad grillt das Steak zur Perfektion.

Ein Leichtgewicht ist der Otto Wilde Grill (kurz O.F.B. für Over Fired Broiler) keinesfalls. Es braucht schon mindestens zwei, um den Grill von A nach B zu transportieren. In der Handhabung ist er dann aber erstaunlich einfach - natürlich nur, wenn man eine Gasflasche zur Hand hat. Mittels zweier Infrarot-Gasbrenner wird der Grill maximal 900 Grad Celsius heiß. Das ist erstaunlich. Ein ähnliches Produkt, der "Beefer", schafft 800 Grad Celsius. Herkömmliche Gasgrills werden maximal bis zu 450 Grad Celsius heiß.

Otto Wilde, der Gründervater des , verspricht, dass mit seinem Grill, ein Steak in nur wenigen Minuten perfekt gart. Durch die Hitze setzt die sogenannte Maillard-Reaktion ein, sagt Julia Wilde im Gespräch mit dem stern. "Sie sorgt für eine knusprig-karamellisierte Kruste, während das Fleisch innen saftig und zart bleibt. So ein Ergebnis lässt sich mit keiner anderen herkömmlichen Zubereitungsmethode produzieren." Der Grill ist übrigens nicht nur für Fleisch gedacht, sondern auch für Fisch, Pizza oder Gemüse. 

Aus "Die Höhle der Löwen": Otto Wilde Grill: So gut funktioniert der 900-Grad-Grill
Der Otto Wilde Grill sieht eigentlich ganz harmlos aus, wird aber höllisch heiß - bis zu 900 Grad Celsius.

Der Otto Wilde Grill sieht eigentlich ganz harmlos aus, wird aber höllisch heiß - bis zu 900 Grad Celsius.

Was kann der O.F.B.?

Das Versprechen ist groß. Kann der Grill die Erwartungen im Test auch halten? Wir haben uns fünf Dry-Aged-Club-, aus dem Mittelrücken geschnitten, vom Metzger unseres Vertrauens gekauft. Die sind etwa 2,5 Zentimeter dick, also gut geeignet für den Otto Wilde Grill, der im Online-Shop übrigens 895 Euro kostet. 

Zuerst muss man beide Brenner auf volle Temperatur aufheizen. Die Steaks haben wir bereits eine Stunde zuvor aus dem Kühlschrank genommen. Auf höchster Temperatureinstellung lassen wir die Steaks nun von jeder Seite eine Minute brutzeln, dabei züngeln die Flammen gefährlich um die Oberfläche des Steaks. Das Fleisch garen wir dann im unterem Garraum bei reduzierter Hitze fertig. Die Höhe des Grillrosts kann problemlos mit einem Hebel an der Seite eingestellt werden. Unter dem Rost befindet sich eine Fettfangschale, darunter die etwas unglücklich geformte Edelstahl-Schublade zum Herausziehen. Legt man das Fleisch nun darauf, fließen die Fleischsäfte direkt auf den Boden oder die Terrasse. Das kann für unschöne Flecken sorgen. Wir legen das Steak sicherheitshalber auf ein Schneidbrett.

Man muss ein bisschen tüfteln, bis man das perfekte Grill-Ergebnis erhält. Beim ersten Versuch war das Steak zwar von außen knusprig gebräunt, fast schon schwarz, innen aber noch ziemlich roh. Das zweite Steak gelang uns dann schon besser: außen war es knusprig braun, dann ließen wir es bei geringer Hitze noch ein paar Minuten länger als das erste gar ziehen. Aufgeschnitten auf dem Schneidbrett war es schön rosa, innen butterweich und außen schön knusprig. So wie es der Hersteller verspricht.

Leicht zu reinigen ist der O.F.B aber nicht. Zwar kann man Rost, Fettfangschale und Schublade herausnehmen, das Innere muss aber aufwendig geschrubbt werden bis es wieder glänzt.

 

Nichts für Anfänger 

Das Gerät ist nichts für Grillanfänger, man muss schon etwas vom Grillen verstehen, um bei der Geschwindigkeit mithalten zu können. Denn eines ist sicher, das Steak wird in wenigen Minuten gar, wenn man zu lange wartet, verbrennt es. Wer es zudem schätzt, in einer gemütlichen Runde entspannt zu grillen, der sollte lieber zu einem herkömmlichen Gasgrill greifen. Der O.F.B. ist für diejenigen geeignet, die ihr Steak schnell und in Profimanier auf dem Teller haben wollen.

Otto Wilde ist gelernter Ingenieur, er hat den Prototyp entwickelt. Sein Team, das aus seiner Schwiegertochter Julia und seinem Kumpel Alex besteht, wurde von den Löwen proaktiv angesprochen, wie Julia Wilde verrät. "Das hat uns natürlich gefreut. Wir erwarten durch die Teilnahme eine noch größere Bekanntheit und möchten Menschen überzeugen, die wir bisher noch nicht erreichen konnten." Sie bieten 20 Prozent Firmenanteile, wollen dafür aber auch zwei Millionen Euro. Ob die Löwen da zuschlagen werden - oder ist ihnen der Grill doch zu heiß?

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