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Sind diese Cornflakes eine "dreiste Gesundheitslüge"? So rechtfertigt sich Nestlé

Als "dreiste Gesundheitslügen" kritisiert Foodwatch fünf Produkte von großen Lebensmittelherstellern. Die Nesquik Schoko-Pops von Nestlé werden mit Gesundheitsversprechen beworben, enthalten aber jede Menge Zucker. Ein falsches Versprechen?

Nestlés Knusperfrühstück sei eine "dreiste Gesundheitslüge"

In der Kritik von "Foodwatch" steht dieses Knusperfrühstück von Nestlé. Es sei eine "dreiste Gesundheitslüge", da es zu viel Zucker enthalte.

Seit 2012 müssen sich Lebensmittelhersteller Werbeaussagen, die sich auf Gesundheitsversprechen beziehen, durch die EU genehmigen lassen – erlaubt sind derzeit rund 250 sogenannte "Health Claims". Wie Produzenten damit umgehen, und auf welchen Produkten die Gesundheitswerbung prangen darf, ist dabei nicht geregelt. Ein Versäumnis? Laut der Non-Profit-Organisation "Foodwatch" ein klarer Fall: Die Hersteller suggerieren, dass ihre Produkte Gesundheitsvorteile hätten; beim genaueren Hinsehen können die aber nicht gehalten werden.

Daher liest man auf Lebensmitteln häufig Hinweise auf Vitamine, Mineralstoffe und Versprechen, dass Produkte gut fürs Immunsystem, für Knochen und Zähne, für geistige Leistung und Zellschutz sein sollen. Oft bleibt es aber beim leeren Versprechen und die Produkte enthalten viel zu viel Zucker und können daher gar nicht gesund sein. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt beispielsweise, pro Tag nicht mehr als sechs Teelöffel Zucker zu sich zu nehmen. Das entspricht 25 Gramm Zucker pro Tag.

Nestlé, Aldi Nord und Co.: Diese Produkte kritisiert "Foodwatch" als "Gesundheitslügen"
Diese fünf Produkte stehen im Fadenkreuz von "Foodwatch". Der Vorwurf: Sie halten falsche Gesundheitsversprechen.

Diese fünf Produkte stehen im Fadenkreuz von "Foodwatch". Der Vorwurf: Sie halten falsche Gesundheitsversprechen.

Die "Gesundheitslügen" von Nestlé und Co.

"Foodwatch" hat sich fünf Produkte vorgeknöpft und kritisiert diese als die "dreistesten Gesundheitslügen". Eins davon ist das Nesquik Schoko-Frühstück vom Lebensmittelhersteller . Der Vorwurf: Nestlé wolle "mit großen Hinweisen auf den Gehalt von Vollkorngetreide, Vitaminen und Mineralstoffen“ den Frühstücksflocken "einen gesunden Anstrich verpassen". Dabei enthalte das Frühstück vor allem eins: jede Menge Zucker. Auf eine Portion, also etwa 30 Gramm kommen 7,5 Gramm Zucker. Isst man etwas mehr davon, also 100 Gramm, hat man bereits die von der WHO empfohlene tägliche Zuckerdosis erreicht. "Foodwatch" kritisiert, dass Nestlé die Cornflakes trotzdem als "ausgewogenen Start in den Tag für Schulkinder" bewirbt. 

"Die Lebensmittelindustrie setzt ihren Produkten künstlich Vitamine zu, um Süßigkeiten, Zuckergetränken oder anderem Junkfood einen gesunden Anstrich zu verpassen. Mit ihren Werbelügen torpedieren die Hersteller das Bemühen der Menschen, sich gesund zu ernähren“, erklärt Sophie Unger von "Foodwatch". Sie fordert außerdem, dass es für Nestlé, Aldi Nord und Co. "höchste Zeit" sei zu handeln, um "ihre Werbelügen zu beenden."

Auf Anfrage des stern äußert sich Nestlé auf die Vorwürfe von "Foodwatch" wie folgt: "Alle Angaben auf der Verpackung sind vollständig und entsprechen den Tatsachen. Wir sind uns der Diskussion um den Zuckergehalt in Frühstückscerealien bewusst. Deswegen haben wir uns freiwillig dazu verpflichtet an der Verbesserung unseres gesamten Cerealien-Sortiments kontinuierlich zu arbeiten. So haben wir in Nesquik Knusper-Frühstück seit 2003 den Zuckergehalt in mehreren Schritten um insgesamt 33 Prozent reduziert, letztmalig in 2013 um 17 Prozent. Im Zuge dieser Überarbeitungsschritte haben wir den Vollkornanteil von Null auf aktuell 45 Prozent im Gesamtprodukt erhöht. Viele vergleichbare Produkte anderer Hersteller enthalten weniger oder gar keinen Vollkorn im Gegensatz zu Nesquik Knusper-Frühstück."


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