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Ist Frühstück das neue Rauchen? Forscher warnt davor, morgens zu essen

Ein Biochemiker ist der festen Überzeugung, dass Frühstück eine gefährliche Mahlzeit ist. Mit seinem Ansatz hofft er auf eine Revolution.

Frühstück

Ist Frühstück wirklich so gefährlich wie rauchen?

"In zehn Jahren wird, dank meines Buches, Frühstücken sozial genauso geächtet sein wie rauchen – und jeder wird wissen, dass es genauso gefährlich ist", schreibt der Biochemiker Terence Kealey, der mit seiner These für viel Wirbel sorgt. Gerade ist sein Buch erschienen "Breakfast is a Dangerous Meal", das seine Theorie auf den Punkt bringt: Frühstück ist eine gefährliche Mahlzeit.

Bei Terence Kealey wurde mit Mitte 50 Diabetes Typ 2 diagnostiziert. Das führte dazu, dass er seinem Blutzuckerspiegel besondere Beachtung widmete. Schnell stellte er fest, sein Blutzuckerspiegel war besonders nach dem gefährlich hoch. Daraufhin ließ er das Frühstück aus. Das Erstaunliche dabei war, wenn er mit der ersten Mahlzeit bis zum Mittag wartete, dass seine Glukosewerte normal blieben. Von da an begann er den Satz "Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages" zu hinterfragen.


Frühstücken könnte zu Erkrankungen führen

Heute empfiehlt er sogar allen Nicht-Diabetikern, auf das Frühstück zu verzichten. Das sagte er gegenüber der "Times". Nach seiner Erkenntnis könnte das Frühstück zu einer Art Insulinresistenz führen. Die Folge? Erkrankungen wie Fettleibigkeit, Bluthochdruck und Diabetes.

Während seiner Recherchen machte er eine weitere Beobachtung: All die Studien, die Frühstück als wichtigste proklamieren, stammen zum Großteil aus der Lebensmittelindustrie beziehungsweise von Herstellern, die Frühstücksprodukte produzieren. Für die Industrie ist es also von großem Interesse, dass Leute glauben, frühstücken sei wichtig.

Dabei ist dieser Glaube schon längst überholt. Beim Intervallfasten oder auch intermittierendem Fasten verzichtet man eine gewisse Zeit auf Nahrung. Die Fastenzeit ist dabei relativ kurz, je nach Methode zwischen vier bis 24 Stunden. Intervallfastende lassen dabei meist das Frühstück ausfallen. Das gilt als gesundheitsfördernd. Das Fasten kann den Blutzuckerspiegel wieder ins Lot bringen, daher ist es besonders für Diabetiker geeignet. Also könnte an der Theorie des Biochemikers etwas dran sein?

Umstrittene These

Natürlich ist die These des Forschers umstritten, Frühstück per se als gefährlich in den Raum zu stellen. Für die Ernährungswissenschaftlerin Dagmar von Cramm kommt es vor allem darauf an, was man frühstückt. Studien zeigen, dass wer sehr kalorienreich isst, Übergewicht fördert. "Ein ungesüßtes Vollkornmüsli mit Nüssen und frischem Obst hat mit Sicherheit keine negativen Folgen. Süßen Cerealien und weiße Marmeladenbrötchen hingegen lassen den Blutzucker schnell steigen, regen das Insulin an und dadurch sinkt der Blutzucker dann fix. Das ist kontraproduktiv", sagt die Expertin. 

Schwangere, Stillende, Kinder, Kranke und Menschen mit Essstörungen sollten aber die Finger davon lassen, bewusst Mahlzeiten auszulassen. Wer Medikamente wie Blutdruck- oder Blutzuckersenker einnimmt, sollte sich vorab mit seinem Arzt beraten. 

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