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Italienisches Restaurant gibt Rabatt – wenn die Kinder sich benehmen können

Terror-Kinder im Restaurant? Das gibt es auch in Italien. Antonio Ferrari ist über wohlerzogene Kinder in seiner Vinothek so erfreut, dass er den Eltern einen Rabatt gewährt.


Die Rabatt-Aktion sorgte in Italien für Aufsehen.

Die Rabatt-Aktion sorgte in Italien für Aufsehen.

Hübsche Überraschung: In Padua gibt ein Restaurant Familien fünf Prozent Rabatt auf ihre Rechnung, wenn die Kinder höflich sind und sich bei Tisch benehmen können. Antonio Ferrari, der Besitzer der gleichnamigen Vinothek, sagte dem "Corriere Della Sera": "Wir mögen es einfach, Kinder hier zu haben." Das Restaurant ist eigentlich eine Vinothek für ein erwachsenes Publikum. Sie bieten auch keine speziellen Kinder-Menüs an. Aber sonntags bringen Eltern oft ihre Kinder mit, sagte der 40 Jahre alte Gastronom, für die kleinen Gäste wird dann ein Essen gekocht, das gar nicht auf der  Speisekarte steht.

Kein Smartphone - gute Manieren

An einem Sonntag waren sechs Erwachsene mit fünf Kindern im Alter von vier bis sechs Jahren zu Gast. Für Ferrari und seine Mannschaft sei es eine "Freude" gewesen, sie zu bedienen. Nachdem alle aufgegessen hatten, sind die am Tisch geblieben und haben Malbücher ausgefüllt, während die Eltern in Ruhe ihren Wein tranken. An dem Tisch benutzte allerdings auch niemand der Erwachsenen ein Smartphone oder ein Tablet. Davon war Ferrari besonders beeindruckt. Denn leider muss er sagen: "Wir haben nicht oft artige Kinder zu Gast." Am Schlimmsten sind Eltern, die selbst unhöflich sind. "Dann denken die Kinder, sie können tun, was sie wollen. Sie klettern mit den Schuhen auf den Tischen, fluten das Badezimmer mit den Wasserhähnen oder belästigen andere Gäste."

Familien akzeptieren keine Kritik

Antonio Ferrari möchte mit der Aktion keine Reklame für sein machen.  "Aber nein, das war eine spontane Aktion. Es war so schön, zu sehen, wie diese Familien miteinander  umgingen, mit so viel Gelassenheit." In Italien sorgte der Fall für Aufsehen, nachdem die Eltern ein Foto der Rabatt-Rechnung im Internet geteilt hatten.

Ferrari sieht den Rabatt als Geste. Er wählt die positive Alternative, denn es sei sehr schwierig, Gäste anzusprechen, deren Kinder andere Besucher belästigen, meint Ferrari. "In Italien haben wir ein Problem damit, dass die Leute sich schnell verurteilt fühlen. Vor allem, wenn es um die Erziehung von Kindern geht. Deswegen möchte ich lieber nichts sagen." Auf die Idee mit der Rabatt-Aktion kam Antonio Ferrari in den USA, ein Restaurant in Miami hat genau das gleiche Konzept.

Konrad Krabbe

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