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Deshalb ist Ihre Bio-Gurke in Plastik verpackt

Wer im Discounter zu Bio-Gemüse und -Obst greift, wird sich oft wundern: Bananen, Kiwis oder auch Zucchini sind in Plastik eingepackt. Aber warum eigentlich? Steht das nicht im Widerspruch zum Bio-Prinzip? Die Verbraucherzentrale klärt auf.

sind schon lange auf den Bio-Trend aufgesprungen, verständlicherweise bieten Aldi, Lidl und Co. daher auch Gemüse und Obst aus ökologischer Landwirtschaft an. Die abgepackten Bio-Lebensmittel liegen ordentlich gekennzeichnet neben den Produkten aus der konventionellen Industrie. Abgepackt? Ja, warum eigentlich?

Die Bio-Lebensmittel in der Obst- und Gemüseauslage im Supermarkt sind immer in eingepackt oder liegen in einer Styropor-Schale und sind in Folie eingeschweißt. Eigentlich ein Widerspruch in sich: Wer sich bewusst und ökologisch ernährt, achtet meist auch darauf, Müll zu vermeiden.

Plastikmüll wegen Bio-Produkten – ein Widerspruch in sich

Wer sich für Bio im Discounter entscheidet, hat aber genau das Problem: Man verursacht zusätzlich Plastikmüll. Das findet auch Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale Hamburg alles andere als erfreulich: "Man will sich ja eigentlich ökologisch verhalten, das gilt auch für die Verpackung. Häufig ist das ein Schutz von Kontaminanten aus dem konventionellen Bereich." Was sich dahinter verbirgt? Im konventionellem Anbau dürfen Pestizide und chemische Pflanzenschutzmittel verwendet werden. Absolut tabu ist der Einsatz von Pestiziden in der ökologischen Landwirtschaft.

Da die Bio-Produkte im Discounter vom Bio-Bauern stammen, die jene Schutzmittel nicht verwenden, muss ihr Ertrag vor Kontakt mit gespritzten Lebensmitteln geschützt werden. Wenn Plastikfolie die einzige Lösung ist, dass auch Menschen mit geringem Gehalt Bio-Produkte kaufen, muss man eben in den sauren Apfel beißen. Es gäbe aber auch andere Möglichkeiten: "Die Regalplätze müsste man einfach so konstruieren, dass keine Kontamination stattfinden kann und dass man dann den ganzen Plastikmüll zumindest reduzieren könnte", empfiehlt Silke Schartau.

Aus der Plastikverpackung ergibt sich noch ein weiteres Problem für den Verbraucher: "Als Verbraucher hat man nicht die Möglichkeit die Qualität zu prüfen", sagt . Viele wollen aber genau das. Wer all dem aus dem Weg gehen möchte, bleibt nur noch die Möglichkeit im Bio-Supermarkt oder auf dem Wochenmarkt einzukaufen.


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