HOME

Die Rote Bete

Sie kann mehr, als nur säuerlich im Glas schwimmen. Im Grunde ist sie erdig-süß und schreit nach Butter.

Wetten? Vermutlich lernen 99,9 Prozent der Deutschen Rote Bete nur als saure Scheibe aus dem Glas kennen. Wer die Knolle in natura bei Anlieferung der monatlichen Bio-Kiste hochhält und verloren fragt: "Und wer bist du?", ist also keineswegs sonderlich, sondern ganz normal. Damit Sie die Antwort demnächst sofort parat haben, kochen Sie die Rote Bete doch mal schlicht in Salzwasser - immer in der Schale, sonst blutet die intensive Farbe aus. Vorhandene Blätter über dem Ansatz abschneiden, die Knolle schrubben und je nach Dicke 20-25 Minuten kochen.

Die Garprobe mit einem spitzen Messer erst wirklich spät machen (Bluter!). Bete abkühlen lassen, die Schale herunterpellen (geht jetzt ganz leicht) und die Knolle nach Belieben in Viertel oder Achtel schneiden. In Folie halten sie sich so zwei, drei Tage im Kühlschrank.

Zum Essen sanft in Butter braten, dann salzen und pfeffern, gehackte Petersilie drüber, wunderbar! Haben Sie sich an den erdigen Naturgeschmack gewöhnt, können Sie experimentieren, also würzen: mit Kümmel, mitKreuzkümmel, mit Zitrone und Olivenöl. Sie können sie auch mit ein paar mehlig kochenden Kartoffeln und etwas Selleriewurzel pürieren und mit einem Spiegelei (wie in Griechenland sanft in Olivenöl gebraten) und viel Schnittlauch darüber genießen - auch farblich ein Kracher.

Rote Beete à l'orange
Es gibt Rote Bete vorgekocht, geschält und vakuumiert in der Gemüseabteilung. Ist es Bio-Ware, kann man sie probieren, spart ja Arbeit. Gegarte Bete in beliebige Stücke schneiden. In einem Topf eine kleinfingerbreite Scheibe Butter zerlassen, Betestücke bei mittlerer Hitze (Butter verbrennt leicht) darin dünsten, dabei salzen und weiß pfeffern. Nun Folgendes: Aus einem Glas anständiger Bitterorangenmarmelade (mit Schale!) einen gehäuften Esslöffel über die heißen Betestücke geben, heiß werden lassen, dann die Stücke darin wenden. Sanft schmurgeln lassen, bis sie mit einem karamelligen Schimmer überzogen sind. Ein paar Orangenzesten darüber - am besten ein paarmal kurz blanchiert und in Sirup geköchelt -, fertig ist die Überraschung.

print
Weitere Themen

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren