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Eiserne Mimose

Von ihm bekommt nicht nur Popeye seine Power: der Spinat. Tatsächlich steckt in dem zarten Blattgemüse jede Menge Eisen - trotz eines ziemlich peinlichen Messfehlers.

Von Björn Erichsen

  Eisen auf dem Teller: Spinat macht zwar keine Muckis wie bei Popeye - ist aber richtig zubereitet trotzdem gesund und ziemlich lecker.

Eisen auf dem Teller: Spinat macht zwar keine Muckis wie bei Popeye - ist aber richtig zubereitet trotzdem gesund und ziemlich lecker.

  • Björn Erichsen

Name: Spinat – das am häufigsten schöngeredete Blattgemüse des Planeten. Dabei handelt es sich offenbar um ein Generationenproblem: Eltern, die das Gänsefußgewächs früher selbst inbrünstig hassten, predigen heute ihrem rentineten Nachwuchs wie gut die grüne Pampe tut. "Probier' doch zumindest mal eine Gabel voll..."

Alias:

Lateinisch: Spinacia oleracea. Ansonsten sieht es bei den Pseudonymen eher mau aus: Mehr als Gemüse- oder Gartenspinat ist uns in Deutschland nicht eingefallen. Auch die Engländer sagen nur "spinach", bei den Franzosen klingt es jedenfalls schön: "épinard". Der Ursprung der Sprachtristesse liegt im alten Persien, wo diverse Spinat-Vorläufer als "ispanāğ" kultiviert wurden.

Tut gut weil: Es ist wie so oft bei Generationenkonflikten: Natürlich haben die Erwachsenen Recht. Spinat wuchert geradezu mit Vitaminen, Beta-Carotin und Folsäure, enthält außerdem viele Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium und Magnesium. Und vor allem Eisen: Davon hat Spinat etwa vier Mal so viel zu bieten wie Rotkohl oder Kopfsalat. Dazu der Tipp: Trinken Sie zum Spinatmenü ein Glas Organgensaft – durch das Vitamin C kann der Körper das Eisen besser aufnehmen.

Schmeckt am besten: Das Highlights sind die zarten Blätter des Sommerspinats – die schmecken auch im Salat richtig gut. Wichtig für die Zubereitung: Nur ganz kurz und mit wenig Wasser garen lassen – denn das eisenharte Gewächs mutiert in der Küche zur Mimose und fällt bei zu viel Herdhitze schnell in sich zusammen. Den gröberen Winterspinat sollte man am besten blanchieren.

Unangenehm ist der relativ hohe Gehalt an Oxalsäure: Die sorgt nicht nur für den typisch rauen Geschmack im Mund, der unserem Nachwuchs den Spinatgenuss verleidet – sie drosselt auch die Aufnahme von Mineralstoffen im Körper. Daher besonders gut: italienische Spinatkreationen mit Parmesan oder Pecorino, also Käse mit besonders viel Kalzium.

Anbau/Saison:

In Deutschland ist er zwei Mal im Jahr aus dem Freilandanbau erhältlich: Von Ende März bis Mai als Winterspinat, sein deutlich feineres Pendant, der Sommerspinat, liegt von September bis November auf den Wochenmärkten. Die meisten Verbraucher hierzulande schert das allerdings wenig: Sie kaufen den Spinat überwiegend aus der Tiefkühltruhe. Und das muss auch gar nicht mal schlecht sein: Die Nahrungsmittelindustrie setzt heutzutage häufig auf Schnellfrostverfahren direkt nach der Ernte, wodurch die meisten Vitamine erhalten bleiben. Tiefkühlspinat ist daher eher zu empfehlen als die vorgeputzte Variante aus der Plastiktüte. Manchmal ist er sogar besser als "frischer" Spinat, der auf dem Markt in der Sonne vor sich hinwelkt...

Lagerung: Am besten sofort verwenden. Lässt man ihn nämlich liegen, verabschieden sich die Nährstoffe relativ schnell - vor allem das sensible C-Vitamin. Im Kühlschrank, verpackt im Frischhaltebeutel hält sich der robuste Winterspinat etwa drei Tage – um den Sommerspinat ist es meist schon früher geschehen. Im Tiefkühlschrank hält Spinat dagegen fast ein Jahr. Dafür das Blattgemüse kurz blanchieren, in Eiswasser abschrecken und ihn flach in Tüten füllen und einfrieren.

Variationen: Vom Spinat existieren derzeit etwa 50 verschiedene Kultursorten. Die unterscheiden sich in Blattfarbe, Wuchshöhe oder Schädlingsresistenz, vor allem gegen ihren Hauptfeind, den Falschen Mehltau, ein fieser Pilz, der die Spinatblätter schimmeln lässt. Die Namen der diversen Sorten können sich wirklich sehen lassen: Sie heißen wie Stierkämpfer ("Matador"), Magier ("Merlin") oder italienische Fußballclubs ("Lazio").

Kleine Herkunftsgeschichte:

Man weiß es nicht so genau. Vermutlich brachten arabische Reiter den Spinat im 9. Jahrhundert aus dem Kaukasus nach Spanien, von dort aus verbreitete er sich "spanachia" in Mitteleuropa. Spätestens ab dem 16. Jahrhundert wurde Spinat auch in Deutschland angebaut. Heutzutage liegt der Pro-Kopf-Verbrauch hierzulande bei 800 Gramm pro Jahr - und das ist gar nicht mal so wenig für ein Gemüse, von dem man in jungen Jahren erst einmal lange überzeugt werden muss.

Wissen für Besserwisser: Spinat ist nicht allein zum Essen da. Er dient der Industrie ebenfalls als natürliches Färbemittel für Lebensmittel (Nudeln) oder Mundwasser. Früher wurde Spinat auch oft als Heilmittel verwendet: Bei Fieber, Lungenentzündungen oder Nierensteinen. Und er sorgt auch an anderer Stelle für Erleichterung: Die Blätter helfen nämlich gegen Blähungen, während die Spinatsamen als ziemlich zuverlässiges Abführmittel gelten.

Wissen für Besserwisser II:

Spinat enthält viel Eisen – darüber sprachen wir schon. Allerdings dann doch nicht so viel, wie man mal dachte. Die meisten Nährwerttabellen früher enthielten nämlich einen Kommafehler, der auf den Physiologen Gustav von Bunge zurückgeht. Der Schweizer Forscher hatte den Eisenannteil von getrockneten Spinat gemessen, und nicht vom frischen, wesentlich Wasserhaltigerem. Und so wurden ganz plötzlich aus 35 Milligramm Eisen pro 100 Gramm nur noch 3,5.

Wissen für Besserwisser III:

Natürlich müssen wir hier auch über Popeye reden. Denn mit dem kauzigen Zeichentrickmatrosen, der bis zur Besinnungslosigkeit Büchsenspinat in sich hineinschüttete und dadurch Eisenfäuste für seine ganzen Raufereien bekam, hat der ganze Ärger angefangen. Tatsächlich geht diese Grundidee des Comics, der in den 1930er in den Kinos lief, auf den oben beschriebenen Kommafehler beim Eisenanteil zurück. Die Folge war, dass sich von da an, Myriaden von Eltern berufen fühlten, ihren Sprösslinge zum Spinat-Verzehr zu nötigen...

Mitarbeit: Edith Reichert

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