HOME

Drei außergewöhnliche Kaffees, die man so noch nicht getrunken hat

Die Kaffee-Welt erfindet sich neu und serviert unerhörte Kombinationen. Einblick ins Rezeptbuch eines Könners.

Neue Kaffee-Drinks

Lässt sich Kaffee mit Orange kombinieren? Er lässt, wenn man ihn nicht brüht, sondern kalt ansetzt

Corrado Celebre ist ein Schwabe aus Syrakus, ein Fellbacher Sizilianer, energiegeladen, zungenflink, aber auch verbindlich und – soweit erkennbar – bodenständig. Was aber das Wichtigste an ihm ist: Er ist über die Maßen kenntnisreich im Kontext von . Der stern hat ihn wiederholt auf Messen getroffen, wo er für die Hersteller von Kaffeevollautomaten Espresso brüht und zeigt, was die Maschine zu leisten vermag – er ist in etwa vergleichbar mit einem IT-Nerd auf der Cebit, der den Endkunden vorführt, was ein Smartphone so alles kann außer telefonieren.

Tatsächlich ist Herr Celebre eine Art Kaffeeprofessor, er schult Gastronomen und Barleute in der Kunst, Kaffee zu brühen und Kaffee in Mixgetränken einzubauen. Was liegt also näher, als ihn zu bitten, sein Rezeptbuch zu öffnen und drei Rezepte rauszurücken, die sich auch zu Hause umsetzen lassen? Das hat Herr Celebre dann auch getan. Die Kreationen sind ungewöhnlich, aber dem Macher sind Respekt und Ehre sicher.

Tipp: Mehr  zum Thema Kaffee lesen Sie im neuen

1. Cold-Brew-Orangen-Cocktail

Zutaten: Agavendicksaft, (Blut-)Orangensaft, Mineralwasser, Cold-Brew-Kaffee (s. Schritt 1 und Tipp), Rosmarinzweige, Eiswürfel

1. Geben Sie 20–25 g hell gerösteten, grob gemahlenen Kaffee mit 300 ml kaltem Wasser in einen Krug, 8 bis max. 12 Stunden ziehen lassen. Absieben oder filtern.

2. Ein Glas mit reichlich Eiswürfeln füllen, dazu 20 ml Agavendicksaft, 4o ml frischen (Blut-)Orangensaft und 40 ml Mineralwasser gießen, vorsichtig rühren.

3. Cold Brew dazugießen, wichtig: nicht mehr rühren. Mit Blutorangenscheibe und frischem Rosmarin garnieren; dabei den Rosmarin auf die Handfläche legen und einmal die Hände zusammenklatschen, das setzt die ätherischen Öle frei.

Tipp: Cold Brew ist eine Kaltzubereitung mit sehr langer Extraktionszeit, was die süßlichen und fruchtigen Aromen des
Kaffees betont; ideal dafür sind hell geröstete hochwertige Arabica-Bohnen.

2. Shakerado

Zutaten: Baileys Original Irish Cream, Milch, Agavendicksaft, Espresso

1. 20 ml Baileys, 40 ml Milch, 1 TL Agavendicksaft und 1 doppelten Espresso in einen Mixer geben und zu einer leichten Creme mixen.

2. In Martini-Gläsern servieren.

Tipp: Dieser Cocktail lässt sich auch mit einem elektrischen Milchaufschäumer mit drehbarer Edelstahlspirale herstellen.

3. Deutsche Karibik

Zutaten: Jägermeister, Rum (weiß oder braun, 3-jährig), brauner Rohrzucker,
Espresso, 1 Bioorange

1. Mit dem Sparschäler von der gewaschenen Orange recht breite und kleinfingerlange Streifen schneiden.

2. 20 ml Jägermeister und 20 ml Rum zusammen mit 2 TL braunem Zucker in einem kleinen Topf erhitzen, bis sich der Zucker löst, der Alkohol zu verdampfen  beginnt und die Aromen sich verbreiten.

3. Die Flüssigkeit in eine (vorgewärmte) Tasse geben, aus der Maschine 2 Espressi einfließen lassen, dabei 1 Streifen Orangenschale (direkt vor den einfließenden Kaffee gehalten) in sich verdrehen, um die ätherischen Öle freizusetzen. Die Schale mit in das Getränk geben.

Die Idee, Kaffee nicht heiß aufzubrühen, sondern kalt anzusetzen, stammt aus den USA und ist nicht verrückt, sondern bedenkenswert. Es handelt sich um einen Kaltauszug, eine Art Tee, der erheblich viel mehr Koffein liefert als die Heißmethode. Denn Koffein löst sich nur mit der Zeit: Je länger das Wasser auf das Kaffeemehl wirkt, desto höher der Koffeineintrag. Aus diesem Grund enthält der schnelle Espresso – anders als landläufig gedacht – verhältnismäßig wenig Koffein. Wer lange Autofahrten plant, fährt mit Cold Brew mindestens so gut wie mit Red Bull.

Weitere Themen

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren