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"Wenn ich in meiner Lieblingsküche verkacke, habe ich keine Entschuldigung mehr"

Die dritte Ausgabe von "Kitchen Impossible" bringt TV-Koch Tim Mälzer an neue Grenzen. Er muss sich in deutscher Heimatküche beweisen, unter Alkoholeinfluss kochen und Sternekoch Alexander Herrmann schlagen, der wiederum selbst an seine Grenzen stößt. Wer gewinnt die Challenge?

  TV-Koch Tim Mälzer gegen Sternekoch Alexander Herrmann (links) – wer macht das Rennen?

TV-Koch Tim Mälzer gegen Sternekoch Alexander Herrmann (links) – wer macht das Rennen?

Die Spielregeln sind simpel: Zwei Köche fordern sich gegenseitig kulinarisch heraus. Sie suchen jeweils für den anderen aus, wo und vor allem was er kochen muss. Dabei weiß keiner der Köche, um was es sich bei dem Gericht handelt. Nur mit den Augen und anhand des Geschmacks müssen sie das Essen analysieren - und es für eine Jury kochen, deren Lieblingsgericht das ist. Eine harte Challenge. In der dritten Folge am gestrigen Sonntag von "Kitchen Impossible" misst sich Tim Mälzer mit einem Großen – Alexander Herrmann. Er ist Koch aus Leidenschaft und ist mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Kann Mälzer ihn wirklich schlagen?

Die Aufgaben werden härter

Mälzer schickt Herrmann nach Galizien in Spanien. An der Costa de la muerte, der Todesküste, geht der Sternekoch baden. Und zwar wortwörtlich. Um eine Empanada mit Herzmuscheln und Wakame, also Meeresalgen, zu backen, muss Herrmann die Meeresalgen selbst "ernten". Nur ausgerüstet mit einem Neoprenanzug, Taucherbrille und Netz muss sich der Sternekoch in die Fluten (50 Zentimeter hohes Wasser) stürzen. Nach einer Stunde im Wasser hat Herrmann seine Hauptzutat geerntet. Und nun kochen in einem Restaurant? Fehlanzeige. Herrmann muss seine Algengerichte in der Küche einer spanischen Hausfrau zubereiten. Eine Zumutung für den Profi? Nein, denn Herrmann meistert seine erste Aufgabe mit Bravour. Das Ergebnis? 8,4 von 10 Punkten – eine Meisterleistung. 

Traditionelle deutsche Hausmannskost von Mälzer?

Herrmann möchte, dass Mälzer in Deutschland kocht, um sich seiner größten Angst zu stellen, nämlich zu Hause und als Kochbuchautor von "Heimat" zu verlieren. In Stuttgart muss er einen deutschen Klassiker zubereiten: Maultaschen, schwäbischer Kartoffelsalat und Scheiben vom Schweinebraten. Wo ist die Herausforderung? Die Krux an der Aufgabe liegt an der Einfachheit der Gerichte. Wenn Mälzer falsch analysiert, kann ihn das Punkte kosten. "Wenn ich in meiner Lieblingsküche verkacke, habe ich keine Entschuldigung mehr", fürchtet sich der TV-Koch. Die Kritik der schwäbischen Jury klingt zuerst vernichtend. Dennoch schlägt sich Mälzer gut, obwohl er behauptet, er sei an sich selbst gescheitert, weil er nervös geworden ist. Von der Jury bekommt er 7,0 von 10 Punkten.

Traditionelle Kochtechniken in Schweden – wird Herrmann scheitern?

Ohne Strom, ohne Gas, nur über dem offenen Feuer kochen? Die nächste Challenge bringt den Sternekoch Herrmann an seine Grenzen. Er muss im Ekstedt in Stockholm kochen. Ein Restaurant, das so kocht, wie unsere Vorfahren es taten - mit Holz und Heu. Zurück zu den skandinavischen Wurzeln. Was man dem Sternekoch zu Gute halten muss, ist seine hervorragende Leistung der Analyse vorab. Eine Fähigkeit, die Tim Mälzer nicht in diesem Maße beherrscht. Tim Mälzer möchte es aber wissen, kann Alexander Herrmann noch reduziert kochen mit traditionellen Kochtechniken? Herrmanns Meinung dazu: "Tim, du hast mich ganz schön am Arsch." Alexander Herrmanns Küche ist mit den modernsten Küchengeräten ausgestattet, ursprünglich kochen, hat nichts mit den Techniken in Herrmanns Sternerestaurant zu tun.

Dieses Duell ist eines der spannendsten der gesamten Folge. Der akribische Sternekoch lernt sich in Demut neuer Kochtechniken gegenüber und stößt an seine persönlichen Grenzen. Die Schweden bewerten Herrmann streng - mit 4,7 von 10 Punkten.

Tequila, Tequila, Tequila und hitziges Kochen in Mexiko

"Man soll aufpassen mit Superlativen, ich glaube, ich bin noch nie so gef**** worden wie heute." Diesmal geht es Mälzer an die Nieren, der TV-Koch wird von Herrmann nach Mexiko-City geschickt und muss klassische mexikanische Gerichte kochen. Nicht in einem Restaurant, sondern in einem kleinen Imbiss in einer Markthalle. Kochen muss er im vollen Betrieb auf engstem Raum. Mälzer hasst es. Aber er ist ein Kämpfergeist. Laut der mexikanischen Jury fehlt Mälzer jedoch die Leidenschaft, und die ist mehr als wichtig in Mexiko. Trotzdem ist der TV-Koch selbst mit sich zufrieden: "Es gibt nicht viele, die es mit der Souveränität geschafft hätten, sich mit diesen Gegebenheiten auseinanderzusetzen. Ich habe es heute gut gemacht." Er erhält 8,1 von 10 Punkte. Die Mexikaner sind von seinen Kochkünsten überzeugt.

Mälzer hat in der dritten "Kitchen Impossible" das Rennen gemacht. Er schlägt den Sternekoch haushoch. Das liegt nicht daran, dass Mälzer ein besonders guter Koch wäre, sondern, dass er in stressigen Situationen einen kühlen Kopf bewahrt, kreativ ist und mit Herz kocht. Chapeau!


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