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Darum ist Tim Mälzer "the brain" dieser Sendung

Es war die letzte Folge der spannenden Kochshow "Kitchen Impossible". TV-Koch Tim Mälzer trat diesmal gegen den Südtiroler Spitzenkoch Roland Trettl an. Und auch diese Episode hat bewiesen, dass Mälzers Duelle derzeit die beste Koch-Unterhaltung bieten.

Auf dem Foto sind Tim Mälzer und Kontrahent Roland Trettl zu sehen. Sie duellieren sich in der letzten Folgen Kitchen Impossible

Roland Trettl gegen Tim Mälzer: "Kitchen Impossible" - die letzte Folge

Abgesehen davon, dass die gestrige sechste und vorerst letzte Folge "Kitchen Impossible" genauso spannend und hochwertig produziert war, wie die fünf vorangegangen, ist und bleibt die Sendung eine der besten Kochshows, die das deutsche Fernsehen bislang zu bieten hatte. Und für alle eingefleischten "Kitchen Impossible"-Fans gibt es sogar noch ein kleines Schmankerl: Nächstes Jahr soll eine zweite Staffel folgen. Obwohl man bei der Ausdrucksweise von Tim Mälzer manchmal schlucken muss - wenn er zum Beispiel einen italienischen Pizzabäcker mit "Vaffanculo" ("Verpiss dich") in die Schranken verweist - überhört man mit der Zeit die etlichen Male "Arsch" oder "Arschloch" oder "Ihr Ficker", und kann sich dann ganz auf die Kulinarik konzentrieren. 

Und ja, man muss auch damit zurechtkommen, dass Tim Mälzer sich in wirklich jeder einzelnen Folge als brillanten Koch beschreibt, der es einfach drauf hat und der eigentliche "brain" dieser Sendung ist. Aber in diesem Fall muss man ihm einmal Recht geben: Er ist es wirklich. "Kitchen Impossible" ist keine Kochsendung im klassischen Sinn, sondern verfolgt nur das Ziel, sich gegenseitig "auf die Fresse zu geben", wie Mälzer selbst sagt. Und dabei lernen die Zuschauer nicht nur sehr viel über den TV-Koch und seine Gabe, Emotionen auf Teller zu zaubern, sondern auch viel über die verschiedenen Küchen dieser Welt.

Südtiroler kocht in Hamburg, Hamburger in Südtirol

Außerdem sind Mälzers Kontrahenten alles andere als einfache Köche, sondern ausgezeichnete ihres Metiers. Roland Trettl beispielsweise ist ein Spitzenkoch aus Südtirol, der eher für eine filigrane Sterneküche steht, als für Hamburger Frikadellen, Grünkohl und Kassler. Aber genau das musste Trettl kochen: in der Oberhafenkantine in Hamburg, Mälzers Heimatküche. Auch das macht "Kitchen Impossible" aus: Die Meister der Meister in einfachen Küchen rustikale Gerichte zubereiten und sie an ihren Grenzen verzweifeln zu sehen. Trettl schlug sich dennoch wacker und heimste 5,3 von 10 Punkten ein.

Tim Mälzer wiederum musste sich in Südtirol beweisen und viererlei Knödel zubereiten, was ihm ebenfalls solide mit 5,6 von 10 Punkten gelang. Der sympathische Südtiroler ist stolz auf seinen Gegner Mälzer, denn er hätte außer ihm keinen anderen in seine Heimat geschickt. Mälzer verstehe die Küche der einfachen Leute und welche Emotionen sich dahinter verbergen. Das sei Tim Mälzers ganz große Stärke.


Kulinarische Ego-Trips in Liverpool und Vico Esquense

Für Roland Trettl ging der kulinarische Ego-Trip in Liverpool, England weiter. Seine Aufgabe? Authentisch-chinesische Küche zubereiten. Er verzweifelte an der "roten Sauce", die eigentlich braun ist und aus Sojasauce besteht. Ein Detail, dass der Sternekoch nicht lösen konnte. Dennoch verblüffte er in der Zubereitung von Pancakes, die gewissermaßen die Basis für Frühlingsrollen mit Ente sind. Hierbei unterscheidet sich der Profi ganz klar vom Hobbykoch.

Tim Mälzer behauptet von sich selber, der beste italienische Koch außerhalb Italiens zu sein. Ja, er denkt sogar, er sei Italiener: "Ich glaube, ich habe eine italienische Mama in mir wohnen." In Vico Esquense, einer Küstenstadt in der Nähe von Neapel, musste er seine "italienische Mama" hervorholen, denn seine letzte Aufgabe hieß schlicht und einfach: Pizza machen. Und zwar keine klassische runde, sondern eine zwei Meter lange Pizza mit einem besonders fluffigen Teig. Scheiterte seine innere italienische Mama an dieser Challenge? Etwas. Denn Mälzer hatte anfangs mit 10 von 10 Punkten gerechnet. Erreicht hat er bloß schlappe 5,2. Aber darum geht es ja eigentlich auch gar nicht in dieser Sendung.

Natürlich möchte Tim Mälzer gewinnen, aber vor allem will er sein Image als schlichter Fernsehkoch abstreifen und zeigen, dass neben seiner unflätigen Sprache ein Profikoch in ihm steckt. Und er will zeigen, dass es beim Kochen vor allem auf eins ankommt – auf Emotionen und Herzblut.



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