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"Jede Zelle meines Körpers will ihn schlagen – bis zum Ende"

Tim Mälzer und Tim Raue sind zwei Proleten mit ähnlich großem Mundwerk. Das sagen sie selbst über sich. In der fünften Folge "Kitchen Impossible" ging es verbal, physisch und auch psychisch an die Grenzen und unter die Gürtellinie.

Tim Mälzer

Tim Raue und Tim Mälzer - das zweite Duell

Zwei-Sterne-Koch Tim Raue ist TV-Koch Tim Mälzer gar nicht so unähnlich. Beide sind im großen Stil von ihrem Können überzeugt, auf die meisten wirken sie mehr als nur arrogant. Aber sie verstehen tatsächlich auch was von ihrem Metier, deshalb sei ihnen die Überheblichkeit verziehen. Raue ist die "Tussi" unter den Köchen. Er liebt teure Kleidung und Taschen und kann mit der Einfachheit des Lebens wenig anfangen. Das stellte sich auch schon in der Pilotfolge zu "Kitchen Impossible" heraus. Seine Ansprüche sind Raues Achillesferse und das weiß Mälzer, deshalb scheute der TV-Koch in der fünften Folge auch nicht davor zurück, ihn genau dort zu treffen.

Aber zuerst ging es für Tim Mälzer nach Hongkong. Das ist Raues Lieblingsstadt und dort hat er auch gelernt, kantonesisch zu kochen. Mälzer musste Seegurke und Fischblase in einer Sauce aus Hühnerknochen und Schweineschwarte zubereiten. Raue hielt das für eine nicht machbare Aufgabe für Mälzer. Er irrte jedoch. So wie die Kontrahenten vor ihm, unterschätzt er den TV-Koch. Mälzer meisterte seine Challenge zwar nicht zu seiner persönlichen Zufriedenheit, dennoch bewertete ihn die Jury, deren Lieblingsspeise das Gekochte ist, mit soliden 6,6 von 10 Punkten. Da war sogar Sternekoch Raue überrascht und gratulierte Mälzer.

Der eitle Sternekoch Raue versuchte sich in einer schottischenen Spezialität – Haggis

Für den eitlen Tim Raue lief es weniger glatt: In Schottland musste er sich dem Nationalgericht widmen – Haggis, ein Schafsmagen gefüllt mit Herz, Leber, Lunge, Nieren vom Schaf, Zwiebeln, Hafermehl und Gewürzen. Mit der Füllung kam er klar, jedoch verzweifelte er am Kochen der Füllung im Schafsmagen. Von vier gefüllten Mägen überstanden es gerade einmal zwei für die Jury. Raue war nicht nur der Verzweiflung, sondern auch den Tränen nahe. Trotzdem schlug er sich solide - im Haggismachen. Die Jury bewertete ihn mit 6,7 von 10 Punkten. Ein Kopf an Kopfrennen zwischen Mälzer und Raue.

  TV-Koch Tim Mälzer gegen Sternekoch Alexander Herrmann (links) – wer macht das Rennen?
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Denise Snieguole Wachter

"Ich bin der Meister des Eintopfs"

Mälzer stand mit seiner zweiten Challenge vor einem Rätsel, er musste Erbseneintopf mit Würstchen kochen, in Deutschland. Eines seiner Signature-Gerichte, in seinem Heimatland. Was wollte Raue ihm damit sagen? Die Krux lag nicht im Gericht, sondern in der Jury und in der Location: Er musste für die Marine kochen, auf einem Schiff - und zwar auf hoher See. Dabei musste er auch den Regeln auf See folgen: frühes Aufstehen, kochen für die Mannschaft, kuschen vor Autoritätspersonen. Als der Seegang zunahm, stieß Mälzer erstmalig auf eine Herausforderung, doch zu seinem Glück, wurde er nicht seekrank. Trotz allem hatte Mälzer den Mund wieder zu voll genommen, der Crew gefiel der Eintopf weniger, die Erbsen waren noch hart. Sie bewerteten ihn mit 4,6 von 10 Punkten. Ein vernichtendes Urteil.

Glasierter Dorschkopf - eine kulinarische Bereicherung für Tim Raue

Die Schönheit Islands durfte Tim Raue in seinem zweiten Duell bewundern. Für seine kulinarische Aufgabe hegte er jedoch keine Bewunderung: Er sollte sich an fermentiertem, also vergammelten, Fisch versuchen. Doch Glück gehabt, alles nur ein Scherz von Mälzer. Seine richtige Challenge war jedoch auch nicht ohne: Der Sternekoch musste ein traditionell isländisches Gericht zubereiten - Dorschkopf. Dazu gab es Dorschkroketten, Krautsalat und frittiertes Dorschkieferfleisch. Vor allem der Kopf hatte es Raue angetan. "Der ist so hinreißend aromatisch, gut gewürzt", sagte er. Trotz allem versuchte Raue nicht einmal, dem Originalgericht nahe zu kommen. Im Gegenteil: Mit asiatischen Noten wollte er die Gerichte "aufpimpen", wie er selbst sagte. Das hatte allerdings wenig mit der Aufgabe zu tun und grenzte an Überheblichkeit gegenüber dem Küchenchef, der genau auf die Einfachheit seiner Gerichte wert legt. Doch der Jury schmeckte es und sie bewerteten ihn mit soliden 5,5 Punkten.

Damit ging der Sieg an Sternekoch Tim Raue. Ob verdient oder nicht, sei dahin gestellt. Tatsächlich kam Tim Mälzer in diesem Duell um einiges sympathischer rüber als sein Kontrahent. Und das will schon was heißen.

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Denise Snieguole Wachter
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