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TV-Koch auf kulinarischem Egotrip, Drei-Sterne-Koch am Limit

Die Sendung heißt nicht umsonst "Kitchen Impossible". Das muss auch der Drei-Sterne-Koch Juan Amador am eigenen Leib erfahren. Und Tim Mälzer? Der surft auf der Ego-Welle.

Tim Mälzer

Juan Amador zählt zu den besten Köchen der Welt. Sein Restaurant trägt drei Michelin-Sterne. Ist Tim Mälzer wirklich eine Konkurrenz?

"Kitchen Impossible", die Kochsendung, die in der vierten Folge auf Vox läuft, ist eigentlich ein symbolischer Stinkefinger von TV-Koch Tim Mälzer für all die Kritiker und Zweifler rund um seine Person. Lange wurde er von der Kochzunft nicht ernst genommen, er galt immer nur als der Fernsehkoch Mälzer, der sich gut verkaufen kann. Mit der vierten Ausgabe hebt er sein Ego in eine neue Dimension. Denn er gewinnt das Duell gegen seinen Kontrahenten Juan Amador, der mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet ist. Aber vielleicht liegt es auch daran, dass sich Amador eher als Künstler sieht, der Kochen in neue Extreme befördert. Tim Mälzer ist eher derjenige, der Kochen ins Wohnzimmer gebracht hat – und der es vor allem sich und all seinen Kritiker beweisen möchte. "Für mich gibt es kein größeres Battle als gegen Juan Amador", sagt Mälzer.

Mälzers erstes Duell führt ihn nach Portugal. Ans Meer, in ein Strandrestaurant. Er soll eins von Amadors Lieblingsgerichten kochen - Arroz de Marisco, ein Gericht aus Reis und Meeresfrüchten, im "Restaurante Rei das Praias" in Ferragudo. Dort pilgerten bereits viele deutsche Sterneköche hin, um genau das zu essen. Tim Mälzer fühlt sich siegessicher. Das ist genau, was er kann. Denn bei diesem Gericht geht es um Emotionen. Und die Jury, die aus Menschen besteht, deren Lieblingsspeise genau dieses Gericht ist, begeistert sich für Mälzers Arroz de Marisco und belohnt ihn mit 8 von 10 Punkten. Ein Ritterschlag. Amador hätte solch ein gutes Ergebnis nicht erwartet. Mälzer hat einen Vorteil: Er wird unterschätzt. So kann er eigentlich nur gewinnen. 


Sternekoch Amador versucht sich in der rustikalen finnischen Küche

Zwar wünscht sich Amador seine erste Aufgabe in Nord- oder Südamerika erfüllen zu dürfen, doch Tim Mälzer ist gewieft, er schickt den Sternekoch nach Finnland. Mit der finnischen Küche hat sich Amador noch nie auseinandergesetzt. Was er dort kochen muss? Kalakukko - ein in Brot gebackener Fisch. Und ein Heringssalat mit Roter Bete. Leider schmeckt der Sternekoch die wichtigste Zutat nicht heraus und verwechselt Möhre mit Kartoffel. Fatal für einen Meister seines Fachs. Was hinzukommt: Die Originalküche, in der er kochen muss, gehört zwei Foodbloggern. Amador steht Bloggern nicht positiv gegenüber, er nimmt sie nicht ernst. Aber kann ein Sternekoch unter solchen Bedinungen überzeugen? Tatsächlich fällt es ihm schwer. Sein Ergebnis ist solide: 6 von 10 Punkten.

Hot dogs sind nicht gleich Hot dogs, Herr Mälzer

Tim Mälzers zweite Herausforderung sollte eigentlich eine leichte für ihn sein. In Amsterdam soll er Hot dogs kreieren. Drei verschiedene. Dennoch hat er nicht erwartet, dass er sowohl die Würste als auch die Brötchen selber machen muss. Eine Aufgabe, an der Mälzer scheitert. Seine Brötchen gelingen nicht. Außerdem muss er im "The Fat Dog" kochen, das einem Küchenchef gehört, der mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet wurde. Mälzer gelingt es zwar, die Würstchen zufriedenstellend herzustellen, dennoch kann er mit seinen Hot dogs nicht überzeugen. Er wird mit 5,2 von 10 Punkten bewertet. 

Sternekoch scheitert an Nudelherstellung - der Sieg für Tim Mälzer

Es müsste für einen Sternekoch eigentlich kein Problem sein, die Bestandteile eines Gerichtes herauszuschmecken, zum Beispiel, um welches Fleisch es sich handelt. Doch Juan Amador scheitert an seiner zweiten Aufgabe. Er verwechselt Lamm- mit Entenfleisch. In einem uigurischen Imbiss in München soll er ein Nudelgericht (eigentlich) mit Lamm kochen. Die Herausforderung? Die Nudeln muss er selber machen. Es gelingt ihm nicht. Für seinen Teig verwendet er kein Salz und kein Öl, das für die Geschmeidigkeit sorgen würde. Juan Amador bekommt als erster Kontrahent in "Kitchen Impossible" Hilfestellung. Die Küchenchefin zeigt ihm, wie er den Teig zubereiten und wie er die Nudeln ziehen muss. Der Sternekoch enttäuscht. Auch mit seiner Einstellung zum Gemüseschnippeln: "Das machen eigentlich meine Azubis." Die Jury bewertet ihn mit 4,7 von 10 Punkten.

Tim Mälzer fährt seinen größten Sieg nach Hause: Er gewinnt das Duell gegen einen Drei-Sterne-Koch. 

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