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Interview

Hobbyköche unterscheiden sich heute kaum noch von Profis

Hobbyköche machen heutzutage vieles richtig, findet TV-Koch Johann Lafer. Das ist seiner Ansicht nach auch Kochsendungen wie "Lafer! Lichter! Lecker" zu verdanken. Ein Gespräch.

Lafer

Johann Lafer über Hobbyköche und mit welchem Gericht man immer punkten kann

kennt man vor allem von Produkten aus dem Supermarkt. Auf Bratensaucen und Fonds prangt sein Konterfrei. Sein Produktsortiment kennt kaum Grenzen. Im Fernsehen ist er in der ZDF-Sendung "Lafer! Lichter! Lecker" zu sehen. Mittlerweile haben ihn längst Fernsehköche wie Tim Mälzer, Jamie Oliver, aber auch Kollegen wie Ali Güngörmüs und Alexander Herrmann vom Bildschirm verdrängt. Sein Schnauzer, der sein Markenzeichen wurde, zählt mittlerweile zur alten Schule.

Trotzdem: An lukrativen Werbeverträgen mangelt es dem nicht. Lafer wirbt für Lindt und Küchenhersteller wie Kenwood. Am vergangenen Wochenende saß Lafer in der Jury im Rahmen des Kochwettbewerbs "Deutscher Meister der Hobbyköche 2017", der vom Kochfeldabzug-Hersteller Bora veranstaltet wurde. 30 Meter über den Hamburger Deichtorhallen schwebte der "Bora Cooking Truck", eine gläserne Küche, in dem drei Hobbyköche um den Titel kochten. Wir haben Johann Lafer getroffen, und ihn gefragt, was einen Laien vom Profi unterscheidet.

Woran erkennen Sie, ob ein Hobbykoch das Zeug zum Profi hat?

Manche Gerichte sind einfach raffinierter. Es kommt aufs Niveau an. Beispielsweise schlägt ein Thunfischtartar mit Koriander und Mango ein Ziegenkäse-Crostini. Ersteres ist gerade nicht nur angesagt, sondern zeigt auch eine gewisse Kreativität und überzeugt in der Geschmackskombination. So hebt man sich ab.

Was unterscheidet für Sie Profis vom Hobbykoch?

Da gibt es sehr wenige Unterschiede, weil die wirklich versierten Hobbyköche lernen von den Profis und nehmen das an. Weder von der optischen Präsentation noch von der Raffinesse gibt es markante Unterschiede. Wenn es aber ums gewisse Etwas geht, kommt dem Profikoch eine gewisse Routine und Technik zu Gute.

Wie wird man ein guter Koch - haben Sie einen Tipp?

Man braucht Respekt vor Lebensmitteln. Man muss von seinem Gericht überzeugt sein und Lust haben, es zu essen. Zudem muss man sich weiterentwickeln und die neuesten Kochtechniken ausprobieren. Kochsendungen haben natürlich auch dazu beigetragen, dass sich Hobbyköche mehr trauen.

Garen bei Niedrigtemperatur beispielsweise.

Genau. Kochen bei Niedrigtemperatur war vor zehn Jahren noch etwas völlig Fremdes. Heute gelingt mit dieser Methode jedem Hobbykoch ein perfektes Roastbeef.

Ein Tipp für alle Hobbyköche: Welches Gericht gelingt immer?

Das einfachste ist, einen frischen Salat mit dem perfekten Dressing zu machen. Damit kann man begeistern. 

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