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Weihnachtsmärkte sind die Pest!

Es ist kalt. Es ist eng. Es ist nass. Für Kester Schlenz sind Weihnachtsmärkte das pure Grauen! Eine Minderheiten-Meinung - die von Herzen kommt.

  Laut, eng, kalt: der Weihnachtsmarkt in Frankfurt am Main

Laut, eng, kalt: der Weihnachtsmarkt in Frankfurt am Main

Was finden die Leute bloß an diesen sonderbaren, nervtötenden Open-Air-Veranstaltungen? Für mich sind Weihnachtsmärkte das nackte Grauen. Es ist kalt. Es ist eng. Es ist nass. An zahllosen Glühweinständen hocken und stehen dick eingemummelte Passanten und löten sich systematisch die Birne zu mit billigstem Fusel aus der Kategorie "Chateau Schädel". Triefendes Fettgebäck wird zu überhöhten Preisen feilgeboten. Verkohlte Würste und Fleischspieße müssen im Stehen runtergewürgt werden. Gigantische Bratkartoffelpfannen leeren sich in Windeseile und füllen Cholesterin-Speicher.

Allüberall preisen Leute mit roten Mützen auf dem Kopf Tinnef an, der dann nach dem Glühwein-Genuss von willenlosen Sedierten für Unsummen erstanden wird. Karussells mit frierenden Kindern drehen sich, denen von der vielen Zuckerwatte schon schlecht ist. Irgendwo steht immer ein armer, frierender Student und bläst "Leise rieselt der Schnee" in ein Saxofon. Nicht weit davon schüttelt ein Zirkusmann rhythmisch fordernd eine Spendendose und bittet um milde Gaben für das Winterfutter seines träge neben ihm äpfelnden, dicken Ponys. Und über allem schwebt wie eine Abgaswolke der Sound grauslich-kitschiger Weihnachtsmusik. Und in jedem Song - in jedem! – hört man das enervierende Geräusch dieser Jingle Bells am Schlitten von Santa Claus. Apropos Santa Claus - es stehen und torkeln ja unzählige Weihnachtsmänner auf diesen Märkten herum. Wie sollen unsere Kids denn an den Typen glauben, wenn der in Hundertschaften öffentlich unterwegs ist?

Aber immer, wenn man sich über Weihnachtsmärkte beschwert, dann sagt einer: "Aber der in (tragen Sie hier den Namen irgendeiner malerischen Stadt in Ihrer Nähe ein), also der soll wirklich schön sein." Und dann lässt man sich überreden, fährt da hin, parkt auf einem gigantisch teuren Parkplatz, steigt aus dem Auto - und hört die Jingle Bells, den lustlos blechblasenden Studenten und das Gelalle der Glühwein-Benebelten. Na dann - Prost!

Kester Schlenz
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