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Warum diese Frau auf Zucker verzichtet

Wie wichtig ist Zucker und gibt es die eine perfekte Ernährung? In Teil eins unserer Reihe "Meine perfekte Ernährung" erklärt uns eine Bloggerin, warum sie auf Zucker verzichtet – und damit besser lebt.

Zucker

Zuckerfrei – wie es der Bloggerin Hanna Schumi mit ihrem neuen Lebenstil geht

Zuckerfrei. Keine Süßigkeiten, kein Kuchen, keine Schokolade, kein einziges winziges Gummibärchen, kein Schokoriegel, kein Zucker im Tee, im Kaffee, kein Fruchtsaft, keine Softdrinks, keine Fertiggerichte – die Liste könnte man endlos weiterführen. Die Beauty- und Lifestylebloggerin Hanna Schumi von "Foxycheeks" isst keinen Zucker mehr. Seit etwa sechs Monaten – mit einem etwas größeren Rückfall.

Warum Hanna Schumi Schluss machte mit dem Zucker

Sie selbst bezeichnet sich als Süßigkeiten-Junkie, beziehungsweise als mittlerweile trockenen Süßigkeiten-Junkie: "Ich war wirklich süchtig nach Süßigkeiten. Und ich konnte damit einfach nicht mehr umgehen. Jeden Nachmittag musste ich etwas Süßes kaufen oder bunkern." Zum Teil war die Sucht nach Süßigkeiten so schlimm, dass sie nicht nur einen Schokoriegel nachmittags verspeiste, sondern danach Gummibärchen und danach Kekse und danach wieder Schokolade essen wollte und musste. Nach dem Abendessen ging es dann süß weiter. Irgendwann wurde ihr klar, das muss aufhören. "Ich fühlte mich nicht fit und manchmal innerlich 'verklebt'."

Als sie Kolleginnen traf, die bewusst auf Zucker verzichten, wusste die österreichische Bloggerin, nun war auch ihre Zeit gekommen. Sie kaufte sich das Buch "Goodbye Zucker" von Sarah Wilson. Die versprach, dass man in acht Wochen zuckerfrei glücklich werden kann. "Acht Wochen? Das wird mich nicht umbringen, dachte ich zu diesem Zeitpunkt", so Hanna.

Die Autorin Wilson behauptet, dass man nach acht Wochen zuckerfreiem Lebenstil keine Lust mehr auf Zucker hat. So ging es auch Hanna Schumi. In den ersten zwei Wochen fiel es ihr schwer, denn erst als sie verzichtet, merkt sie, wo überall Zucker drin ist und wie viel man tatsächlich davon konsumiert.

Wie ernährt man sich zuckerfrei?

"Ich habe fast zwei Wochen auf Fructose verzichtet, also kein Obst gegessen, aber das esse ich auch generell nicht so gern. Und natürlich die ganze Zeit ohne Süßigkeiten gelebt. Schwer fiel es mir vor allem abends. Aber ich habe mir einen Ersatz gesucht – salziges Popcorn oder Nüsse."

Einschränkungen bemerkte sie vor allem bei Fertig-Lebensmitteln, beispielsweise Fruchtjoghurt, der eigentlich erlaubt ist, aber im Handel mit zugesetztem Zucker verkauft wird. Auch ein Gewürzsalz, das Hanna meist zum Kochen verwendete, konnte sie nicht mehr benutzen – eine der Zutaten war Zucker. Hanna Schumi ist Vegetarierin und hat oft auf vegetarische Alternativen wie Soja-Bolognese zurückgegriffen, auch die konnte sie nicht mehr essen, denn die Sauce ist gezuckert. Genauso sind andere Fertig-Lebensmittel wie Tiefkühlpizza oder Toastbrot nicht zuckerfrei. Tabu für sie sind vor allem Süßigkeiten, Kuchen, Fruchtsäfte und Softdrinks, Zucker in Tee und Kaffee usw. Im Restaurant bestellt sich Hanna beispielsweise nicht mehr Tiramisu, sondern eine Käseplatte.

Wie aufwendig ist es, sich zuckerfrei zu ernähren?

Der Aufwand ist sehr groß, eigentlich sind alle Kohlenhydrate Zucker. Das heißt auch Brot und Nudeln. Die Bloggerin hat für sich entschieden, Dinkel- und Vollkornnudeln in ihren Speiseplan zu integrieren. Denn es geht vor allem darum, seinen eigenen zuckerfreien Weg zu finden. Manche Menschen, die sich zuckerfrei ernähren, lassen Kohlenhydrate ganz weg und sind auch im Restaurant strikt. Hanna Schumi ist da nicht so dogmatisch. 

Fertige Tomatensauce aus dem Glas für die schnelle Pasta zwischendurch musste Hanna meiden, da Fertigsaucen oft Zucker enthalten. Die Sauce muss selbst zubereitet werden, das dauert natürlich länger, als ein fertiges Glas zu öffnen und zu erwärmen. Der Inhalt der Einkaufstüten wurde zwar weniger, dennoch stiegen die Kosten. Denn Produkte, die Zucker-Alternativen wie Kokosblüte, Datteln oder Stevia enthalten, sind teurer als die Zucker-Produkte. Hanna Schumi musste für ihr zuckerfreies Leben ihr Budget für Lebensmittel fast verdoppeln.

Gab es Rückfälle?

"Ja, ein paar Wochen nach Beendigung der ersten zuckerfreien Phase im Dezember erlaubte ich mir, Süßigkeiten zu essen. Und ich war sofort wieder drauf. Wie in einem Rausch. Nachmittags. Abends. Das ging so den ganzen Dezember." Seit Januar ernährt sich die Bloggerin wieder komplett zuckerfrei. Jedoch erlaubt sie sich Milchzucker – in einem Milchkaffee pro Tag. 

Wie war die Resonanz im sozialen Umfeld?

"Eigentlich ziemlich gut. Mein Freund hat mich von Anfang an unterstützt. Er behauptet, seit er mit mir zusammen ist, würde er viel mehr Süßigkeiten essen als vorher. Auf einigen Partys hingegen kam es auch zu Auseinandersetzungen mit bestimmten Personen, sie konnten nicht nachvollziehen, warum ich auf Zucker verzichte und stempelten das als Hype ab."

Das Fazit

Schon nach zwei Wochen fühlte sich Hanna Schumi nachhaltig besser. Sie hatte weder Kopfschmerzen noch Verdauungsprobleme und fühlte sich vitaler und fitter. Heute hat sie kein Nachmittagstief mehr und auch weniger Appetit. Daraus resultierend hat die Bloggerin natürlich auch an Gewicht verloren, ohne das geplant zu haben. Auch ihr Hautbild hat sich verbessert. Trotzdem möchte sie nicht dogmatisch an das Thema herangehen. Eine Prise Zucker im Essen beim Restaurant-Besuch wäre nicht so schlimm. Außerdem möchte sie einmal im Jahr eine "Cheating-Phase" einführen, in der sie Kekse, Schokolade und Kuchen essen darf. Am liebsten an Weihnachten. "Zuckerfrei zu leben, ist für mich persönlich die perfekte Ernährung. Mit der ein oder anderen Ausnahme."

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