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Brauerei sucht Biertrinker: 160.000 Flaschen müssen weg

Die kleine Craft-Beer-Brauerei Ravensberger hat sich auf dem Etikett ihrer Marke Bielefelder Flutlicht im Ton vergriffen. Nun muss das Bier vom Hof, sonst droht dem jungen Start-up eine empfindliche Strafe.

Werbeanzeige der Ravensberger Brauerei aus Bielefeld

Das von der Wettbewerbszentrale kritisierte Etikett muss weg, sonst droht der Ravensberger Brauerei eine Strafe. Nun werden Biertrinker für 50.000 Liter Craft Beer gesucht.

Die Worte "Endlich kein Bier mehr aus Herford" könnten ein kleines Bielefelder Start-up ganz schön in die Bredouille bringen. Die Ravensberger Brauerei hat die Worte, die ursprünglich als Witz die Runde machten, als Hashtag auf sein Etikett der Marke Bielefelder Flutlicht drucken lassen. Einem Wirtschaftsunternehmen, vermutlich ein Konkurrent aus dem angeprangerten Ort, missfiel das, woraufhin sich die Wettbewerbszentrale einschaltete. Sie kritisierte allerdings lediglich, dass auf dem Etikett nicht der korrekte Brauort angegeben sei, denn das flüssige Gold wird zurzeit in Höxter abgefüllt. Die Brauerei-Betreiber hatten offenbar keine Ahnung, dass es diese Vorschrift gibt, doch Dummheit schützt vor Strafe nicht. Damit das kleine Unternehmen nicht sofort in die Pleite stürzt, erhielt es eine Gnadenfrist: Bis zum 30. September müssen die 160.000 inkorrekt etikettierten Flaschen die Brauerei verlassen haben, sonst muss Strafe gezahlt werden. Cacics Anwalt versicherte, der Spruch #endlichkeinBiermehrausHerford bleibe auf jeden Fall bestehen.


2000 Flaschen pro Tag müssen weg

Um den Absatz zu erhöhen, starteten die Bielefelder bereits diverse Kampagnen und Gewinnspiele. Doch 2000 Flaschen pro Tag loszuwerden, "ist für uns eine Herkules-, Mammut-, unfassbar schwere Aufgabe", sagte Mike Cacic am Montagmorgen im "Frühstücksfernsehen" bei Sat.1. Der 29-jährige Brauer verkauft sein "Baby" seit gut einem halben Jahr. "Es ist süß wie in Bayern und hat einen herben Hopfen wie in Norddeutschland", beschreibt Cacic das Aroma, "wir haben so etwas wie eine Deutschlandkarte auf dem Bier." 

Für sein "Baby" kümmert sich Cacic nicht nur um den Geschmack, er verantwortet auch die Optik und das Design, also auch das kritisierte Etikett. Dass sein kleines Unternehmen von der Konkurrenz als Bedrohung wahrgenommen wird, hat ihn überrascht. Nun tut er alles, um seine Firma zu retten, wirbt Kunden, indem er Handzettel verteilt und organisiert Partys. Die Bielefelder haben Mitgefühl, sie mögen nicht nur das , sondern zeigen auch wenig Verständnis dafür, "dass so einem kleinen Unternehmen von der großen Konkurrenz ans Bein gepinkelt wird".

Ein paar Wochen Frist hat Mike Cacic ja noch. Im "Flutlicht Finder" auf der Website werden die Verkaufsstandorte angezeigt.



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