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Diese Kaffeemaschine röstet, mahlt und brüht – was taugt sie wirklich?

Mit einer Kaffeemaschine, die röstet, mahlt und brüht, will das Start-up Bonaverde die Kaffeewelt revolutionieren. Wird es gelingen? Ein erster Test.

Kaffee

So sieht sie aus, die Kaffeemaschine des Erfinders Hans Stier. Die Maschine röstet, mahlt und brüht und soll die Kaffeewelt revolutionieren.

Als das Paket des Start-ups Bonaverde in die Redaktion kommt, wissen wir bereits: Bei diesem Gerät handelt es sich um eine Beta-Version, einen Prototyp, mit dem der Hersteller Hans Stier die Kaffeewelt revolutionieren will. In dem riesigen Pappkarton befindet sich die grün-weiße Maschine. Auf den ersten Blick erinnert diese aber eher an einen gutdesignten Rechner aus dem Jahr 2000, weniger an eine schicke, stylische , die man sich gern in die Wohnung oder ins Büro als Hingucker stellen möchte. Trotzdem: Das Versprechen ist groß. Schließlich soll diese Maschine rösten, mahlen und aufbrühen und das alles in einem Gerät.

Hans Stier tüftelte jahrelang an diesem Prototyp, der einige Probleme mit sich brachte: Die Kaffeemaschine qualmte, funktionierte nicht oder ging einfach kaputt. Dabei ist die Vision doch so groß: Stier möchte mit der Bonaverde die Kaffeewelt revolutionieren. "Die klassische Kaffee-Handelskette besteht aus bis zu 16 Schritten. Diese soll durchbrochen werden, was Kaffeebauern und -genießern zugutekommt.", sagt Hans Stier dem stern

Kaffee-Enthusiasten sind von der Idee begeistert

Die Kaffeebohnen sind grün und werden in der Kaffeemaschine geröstet.

Die Kaffeebohnen sind grün und werden in der Kaffeemaschine geröstet.

Unter fairen Bedingungen mit Bohnen direkt vom Kaffeebauern, soll diese Maschine noch besseren Kaffee produzieren. Per Crowdfunding wurde Stiers Vision Realität. Kaffee-Enthusiasten waren von der Idee begeistert und investierten rund zwei Millionen Euro. Das war vor über drei Jahren.

Die Handhabung der Maschine ist eigentlich ganz einfach. Um in der Computersprache zu bleiben: In eine Art CD-Fach kommen die grünen Bohnen. Die muss man vorher einscannen. Auf jeder Kaffeesorte ist ein RFID-Chip gespeichert, der entscheidet darüber, wie lange geröstet wird und wie fein das Mahlwerk eingestellt werden muss. Ein Manko wurde bereits behoben: Erst sollte der ganze Ablauf nur mit Bonaverde-Kaffeebohnen funktionieren. Auch Bohnen, die nicht vom Bonaverde-Marktplatz stammen, sollen verwendet werden können. Dann kann man RFID-Chips mit eigenen Röstprofilen programmieren, also mit der Dauer und der Temperatur des Röstvorgangs experimentieren. Auch über die Programmierung der Maschine direkt über eine App wird nachgedacht.


Kaffeeduft, Wartezeit – nicht für jedermann

Sind die Bohnen im CD-Laufwerk drin, muss man nur noch den seitlichen Wasserbehälter füllen - und den Kaffeefilter einsetzen. Bei erstmaligem Gebrauch muss auch ein Luftfilter eingesetzt werden, der in regelmäßigen Abständen ausgetauscht werden muss. Mit einem Knopfdruck geht das Vergnügen dann los: Das Laufwerk dreht sich, rattert vor sich hin, und wird immer wieder hell erleuchtet. Es dauert fünf Minuten und der ganze Raum beginnt, nach Popcorn zu duften. Und nicht nur der Raum, sondern auch die benachbarten Flure.

Wir haben damit zwar keine Probleme, es hat aber nicht lange gedauert, bis uns die ersten Kollegen Geruchsbelästigung vorwarfen. Zehn Minuten später ist der Röstvorgang dann auch schon um, und die Kaffeemaschine startet lautstark ihren Mahlvorgang. Von da an sind es nur noch wenige Minuten bis der Kaffee aufgebrüht ist. Der schmeckt gut, ausgewogen - sogar schwarz und ohne Zucker.

Aber ob die Maschine wirklich ihre 800 US-Dollar wert ist? Keine Frage, die Idee ist einzigartig. Die Erwartungen riesig. Doch ob die Maschine wirklich die Kaffeewelt revolutionieren wird, bleibt abzuwarten. Ganz überzeugt sind wir noch nicht.

 

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