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Latte Macchiato ist unmännlich

2315 Tassen Kaffee trinken die Deutschen pro Sekunde. Es sind nicht die einzigen Zahlen, die über deutsche Kaffeetrinker bekannt sind - und bei Weitem nicht die skurrilsten.

Von Thomas Krause

In der Küche blubbert und faucht die Kaffeemaschine, der Duft von frischem Kaffee durchströmt langsam die Wohnung. Diese Vorstellung sorgt bei den 66 Millionen deutschen Kaffeetrinkern für ein wohliges Gefühl. Denn ihren Kaffee genießen mehr als 96 Prozent von ihnen noch immer am liebsten zu Hause. Das und noch viel mehr verraten die Daten, die das Statistikunternehmen Statista im Auftrag von Tchibo und brand eins Wissen über die Deutschen und ihren Kaffeegenuss erhoben hat.

So schmeckt der Hälfte der Kaffeefreunde das Heißgetränk in den eigenen vier Wänden am besten, während fast ein Viertel der Befragten am liebsten in einem Café zu Tasse oder Becher greift. Drei Viertel der Cafébesucher bekommen gern einen Keks zu ihrem Heißgetränk gereicht. Unter deutschen Dächern verteidigt die Filterkaffeemaschine ihre Vormachtstellung, doch die Padmaschine holt auf. In sechs Jahren verfünffachte sich die Menge an Kaffeepads nahezu - von 6600 Tonnen in 2005 auf 31.000 Tonnen in 2011. Die Menge an Kaffee, die in Kaffeekapseln landete, lag im selben Jahr dagegen bei nur 6650 Tonnen. Allerdings waren es in 2005 auch erst 400 Tonnen, von daher ist hier auch enormer Zuwachs zu sehen. Je nach Bundesland brüht nur etwa jeder Vierte oder Fünfte noch von Hand auf.

Genuss ist entscheidend

Aber wie auch immer man seinen Kaffee zubereitet, entscheidend ist der Genuss: "Kaffee ist nicht gleich Kaffee, da gibt es erhebliche Unterschiede im Geschmack" meint die überwiegende Mehrheit der Kaffeetrinker. Frauen wissen die Kombination aus Kaffee und einem Gespräch stärker zu schätzen als Männer - vielleicht führen die ihre Gespräche doch lieber bei einem Bier. Wenn aber Besuch kommt, bieten Männer wie Frauen fast immer Kaffee an. Dazu gehören für die meisten Deutschen Milch und Zucker, Kekse und Kuchen sowie Tischdecke und Papierservietten auf den Kaffeetisch.

Drei Viertel der Erwachsenen trinken täglich mindestens eine Tasse Kaffee, diese aber öfter aus einem Becher als aus einer Tasse. Zum Frühstück bevorzugen 47,7 Prozent koffeinhaltigen Kaffee, während sieben Prozent zu entkoffeiniertem Kaffee greifen und rund ein Zehntel zu Kakao. Die größten Fans des Milchschaums leben in Bayern, Hamburg und Berlin. Sie greifen öfter zum Stab-Milchaufschäumer, als die Aufschäumdüse am Kaffeeautomaten zu benutzen.

Doch Männer sollten aufpassen, wenn sie zum Milchkaffee greifen. Nur 1,5 Prozent ihrer Geschlechtsgenossen finden, dass Kaffeespezialitäten mit Milch "männlich" wirken. Noch schlechter sieht es bei den Frauen aus: Von ihnen finden das sogar nur 0,4 Prozent. Wer also bei den Damen Eindruck schinden möchte, sollte sich nicht unbedingt mit einem Latte Macchiato in der Hand blicken lassen. Dabei trinken viele unterwegs nur noch Cappuccino lieber als den Milchkaffee im Glas.

Kaffeetrinken und Pause

Das Wort "Kaffeepause" ist für 76,3 Prozent der Kaffeetrinker positiv besetzt. Ob das am Kaffee, an der Pause oder an beiden Worthälften liegt, haben die Statistiker jedoch nicht ermittelt. Es gibt jedoch Hinweise: Fast zwei Drittel trinken ihren Kaffee am liebsten bei der Arbeit, aber nur 2,5 Prozent schmeckt er dort am besten. Wenn Sie jetzt mit Grausen an das denken, was Ihre Bürokaffeemaschine so produziert, trösten Sie sich: Sie sind in guter Gesellschaft.

Doch allzu schlimm kann der Kaffee dort auch nicht sein. Immerhin fließen pro Sekunde 2315 Tassen Kaffee durch deutsche Kehlen. Das macht 73 Milliarden Tassen pro Jahr. Und auf diese Leistung können wir uns doch glatt erst einmal eine schöne Tasse Bohnenkaffee gönnen, oder?

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