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Mega-Deal am Biermarkt: Das passiert, wenn man Beck’s, Franziskaner und Pilsner Urquell fusioniert

Der Beck‘s-Konzern AB Inbev will seinen größten Rivalen SAB Miller (Foster’s, Pilsner Urquell, Tyskie,) übernehmen. Wir haben die Biere der beiden Brauereien schon mal in einem Topf fusioniert. Ob das schmeckt?

Der Beck‘s-Budweiser-Franziskaner-Hasseröder-Löwenbräu-Diebels-Konzern AB Inbev will seinen größten Rivalen SAB Miller (Foster’s, Pilsner Urquell, Tyskie, Grolsch) übernehmen. Wir haben die Biere der beiden Brauereien schon mal in einem Topf fusioniert. Ob das schmeckt?

Kein Trend hat die Bierszene in den vergangenen Jahren so euphorisiert wie der Boom des Craft Beer. Im Schatten der industriellen Billigbiergroßkonzerne feierten kleine Brauereien Erfolge mit hochwertigen (und teureren) Bieren. Fast schon war man versucht zu glauben, die Romantiker würden den Kapitalisten den Biermarkt wieder entreißen. Doch jetzt schlägt das Imperium zurück.

Anheuser-Busch Inbev, der größte Bierkonzern der Welt (u.a. Beck‘s, Budweiser, Franziskaner, Hasseröder, Löwenbräu, Diebels) hat angekündigt, die Nummer zwei der Bierrangliste SAB Miller (u.a. Miller, Foster’s, Pilsner Urquell, Tyskie, Grolsch) übernehmen zu wollen. Sollten die Kartellwächter dem Mega-Deal zustimmen, würde ein Bierriese entstehen, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hat. Zusammen kommen die beiden Konzerne auf einen Börsenwert von 250 Milliarden Dollar. Ihr globaler Marktanteil liegt dann bei einem Drittel. Was Aktionäre jubeln lässt, dürfte Bierkennern eher sauer aufstoßen.

Nichts für Feinschmecker

Die Konzentration auf dem Biermarkt war zwar auch bisher schon stark. Aber sollte die Milliarden-Fusion wahr werden, käme künftig jedes dritte Bier, was auf der Welt getrunken wird, aus den Fässern eines einzigen Konzerns. Eine unheimliche Vorstellung. Ein Weltbierkonzern, der über den globalen Biergeschmack bestimmt. Ein Weltbierkonzern, der aus rein betriebswirtschaftlicher Sicht entscheidet, ob Marken fortgeführt oder plattgemacht werden, ob Qualität wichtiger ist oder der Preis. Mit dem traditionellen Braumeister, der sein Handwerk mit Liebe zum Produkt betreibt, hat das nicht mehr viel zu tun.

Obwohl Deutschland bei weitem nicht der stärkste Markt der beiden Bierriesen ist, dominieren deren Marken auch hiesige Getränkeregale. Um die Dimension zu verdeutlichen, ist der Bierblog in den nächsten Supermarkt marschiert und hat dort alle Biere eingekauft, die von AB Inbev und SAB Miller verkauft werden. Anschließend haben wir alles in einen Topf gekippt. Ergebnis: Das AB Inbev SAB Miller Fusion-Bier. Na dann, Prost!

Warnung: Bitte nicht nachmachen! Es besteht höchste Gefahr für die Geschmacksnerven.

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