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Radler und Alsterwasser im Test: Zwischen Klostein und Kabelbrand

Eigentlich ist Alsterwasser (Moin) oder auch Radler (Servus) eine feine Alternative zu Bier. Zitronig, spritzig - aber leider manchmal ein bisschen wie Badreiniger. Im Blindtest haben wir uns sechs Sorten reingepfiffen. Mit erschreckendem Ergebnis.

Vorab muss eines gesagt werden: Bier ist perfekt. Ein Getränk, das man nicht verbessern kann. Schon gar nicht mit Zitronenlimo. Dennoch hat Alsterwasser oder sehr wohl eine Existenzberechtigung: An warmen Tagen erfrischt die Zitrus-Note, man ist nicht so fix besoffen und hat das Gebräu in der Sommersonne erstmal Temperatur angenommen, lässt es sich leichter runterkriegen als ein schal gewordenes Bier.

Frisch gezapft, mit einem Schuss Zitronenbrause, ist Alster perfekt für den Sommer. Mithalten können die vorgemischten Flaschenvarianten mit dem Geschmack nicht. Das war uns schon vorher klar. Aber welches Limo-Gebräu taugt etwas?


Wir haben uns zum Blindtest aufgerafft: Sechs Radler haben wir für den Test ausgewählt. Und um die Sache für uns zu erschweren, haben wir zusätzlich ein Weizenbier-Alster in den Test aufgenommen. Zu leicht wollten wir uns das Ganze auch nicht machen. Damit keiner schummeln konnte, wurden die Testgetränke in weißen Plastikbechern serviert. Insgesamt haben vier Bier-Experten vom stern-Stammtisch mitgetrunken und Schulnoten vergeben. Sechs Mal gelbe Plörre - na dann, zum Wohl!

Radler im Blindtest - die Ergebnisse:


Platz 6: 2,5 Original Lemon

Mit der Schulnote 4 würde die Zitrus-Plörre aus der Halbliterdose vielleicht in der Schule noch weiterkommen. Bei uns landet das Billiggebräu auf dem letzten Platz. 

Kommentare der Tester:

"Schmeckt nach nichts; nicht lecker; spritzig-mild; ist das Weinschorle?"


Platz 5: Flensburger Radler

Das Alsterwasser aus dem Norden konnte überhaupt nicht überzeugen. Für den schwachen Auftritt gab es von uns die Note 3,8. Das flenste so gar nicht.

Kommentare der Tester:

"Fad; extrem-herb; legt sich wie ein Pelz auf die Zunge; etwas plörrig; nicht spritzig"

Platz 4: Astra Alsterwasser

Bei all der Verbundenheit mit der Stadt Hamburg: Das sollte Astra besser hinkriegen. Die Zitronenvariante des Kult-Biers war insgesamt zwar in Ordnung - aber auch nicht mehr. Dafür gibt es die Note 3,3.

Kommentare der Tester:

"Plastikgeschmack mit Sprudel; Abgang erinnert an Kabelbrand; künstlich, aber spritzig; geht so - ein Bier ohne Eigenschaft"

Krombacher Radler naturtrüb


Platz 3: Krombacher Radler Naturtrüb

Die Regenwald- und Otterretter von Krombacher hatten mit der naturtrüben Alsterwasser-Variation eine gute Idee. Umgesetzt haben sie sie allerdings etwas schlampig - dafür vergeben wir die Note 3,2. Da geht mehr.

Kommentare der Tester:

"Nicht so süß; riecht nach Brackwasser; erfrischend; ein großes Nichts mit leicht herbem Abgang; boah, das stinkt!"


Platz 2: Mönchshof Natur Radler

Das Zitrus-Gebräu von Mönchshof wird Vizemeister mit der Note 2,5. Bei dem Exoten unter den getesteten Produkten wird Zitronensaft statt Limo verwendet - das lohnt sich.

Kommentare der Tester:

"Ein bisschen zu süß; fruchtig, wie Fanta; Zuckeralarm, aber lecker; erfrischend; macht das Karies?"


Platz 1: Beck's Green Lemon

Ja, wir schämen uns auch, dass wir selbst blind auf die Durchschnittsplörre reinfallen. Aber was soll man sagen: Mit durchweg super Noten (Durchschnitt: 1,6) hat uns das Radler überzeugt. 

Kommentare der Tester:

"Perlt schön, Farbe wie Olivenöl; super-spritzig, für lange Abende sensationell; mild-säuerlich, lecker; bloß nicht lange stehen lassen"

Schöfferhofer Zitrone im Test


Sonderpreis: Schöfferhofer Zitrone

Außerhalb der Konkurrenz sorgte der Weizenmix für Gesprächsstoff. Die Meinungen über das Getränk gingen von gut bis grauenhaft stark auseinander.

Kommentare der Tester:

"Sehr zitronig, schmeckt wie Klostein; wird mit jedem Schluck besser; riecht wie Scheuermilch; kann man sich schöntrinken" 

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