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Gehört ein teurer Whiskey in einen Drink?

Gehören Premium-Spirituosen in einen Longdrink oder Cocktail? Profi-Barkeeper Jim Meehan gibt die Antwort - und sagt, worauf man bei jeder Hausparty achten sollte.

Gehören teure Spirituosen in einen Rum-Cola oder Whiskey-Cola?

Gehören teure Spirituosen in einen Rum-Cola oder Whiskey-Cola?

Viele Menschen laden Freunde zu sich nach Hause ein, um gemeinsam Cocktails zu mixen und einen schönen Abend zu haben. Was darf Ihrer Meinung nach in keiner Hausbar fehlen?

Ich würde auf jeden Fall erstmal die Auswahl einschränken. Wenn du in eine Bar kommst, erwartet man eine stattliche Auswahl an Flaschen hinter dem Tresen. Bei einer Hausparty gilt: Weniger ist mehr. Drei Drinks sind eine gute Nummer, etwa ein Daiquiri, ein Negroni und ein Manhattan oder Gin Tonic. Ideal ist ein Punsch, denn niemand möchte auf seiner eigenen Party die ganze Nacht Drinks zubereiten.

Ein Punsch? Wie bei Hausfrauen-Treffen?

Ja, ganz genau. Eine große Schüssel, jeder bekommt eine Tasse - ein klassischer Punsch eben. Das Beste daran: Man kann sie prima vorbereiten und sich auf der Feier entspannt mit seinen Gästen unterhalten.

Wie sieht es mit Cocktails aus?

Wenn du Cocktails machen möchtest, benötigst du erst einmal jede Menge Kram. Du brauchst einen Bitter, einen Soda Streamer, verschiedene Filler wie Tonic oder Champagner. Willst du etwa einen Daiquiri mixen, brauchst du eine Flasche Rum. Für eine Margherita kommt noch eine Flasche Tequila und ein Cointreau dazu. Da kommt schnell einiges zusammen.

Der New Yorker Barkeeper Jim Meehan

Jim Meehan, 39, ist einer der international renommiertesten Barkeeper. Er gewann zahlreiche Preise, seine Bar "Please Don't Tell" in New York wurde zur besten Bar der Welt gewählt. Mittlerweile lebt er in Portland und arbeitet als Markenbotschafter für Banks Rum.

Die meisten Menschen geben nicht mehr als 20 oder 25 Euro für eine Flasche aus. Welche Marken würden Sie für preisbewusste Käufer empfehlen?

Das kann ich so pauschal nicht sagen, ich kenne die Preise in Deutschland nicht. Ich empfehle immer, sich ein gut sortiertes Fachgeschäft zu suchen und ausführlich beraten lassen. Man kauft ja auch kein teures Auto oder einen hochpreisigen Anzug, ohne sich mit der Materie zu beschäftigen. Ähnlich sorgfältig sollte man bei Spirituosen vorgehen.

Gehört Ihrer Meinung nach ein teurer Whiskey oder Rum in einen Cocktail?

Ein Cocktail ist nur so gut wie sein schwächstes Glied. Je besser die Zutaten sind, desto besser schmeckt der Cocktail. Es ist ohne Frage ein Luxus, Premium-Spirituosen in einen Cocktail zu mixen, doch es macht das Ergebnis definitiv besser. Du bekommst, wofür du zahlst.

Gibt es klassische Fehler, die bei Hauspartys immer wieder gemacht werden?

Zu viele Cocktails anbieten.

Und beim Mixen?

Der größte Fehler ist es, zu glauben, man könne Cocktails ohne Rezepte machen. Alle Drinks, die du in einer guten Bar bekommst, basieren auf Vorgaben, auf klassischen Rezepten oder Variationen davon. Es ist dasselbe wie im Restaurant. Die Vorstellung, man könne einfach ein paar Sachen zusammenschütten und es wird schon irgendwie funktionieren, ist grundfalsch. Benutzt Rezepte! Kauft euch ein Cocktail-Buch oder fragt euren Lieblings-Barkeeper. Wer einfach drauflos experimentiert, riskiert, dass der Drink nicht schmeckt.

Gibt es Kombinationen, die überhaupt nicht funktionieren - etwa Whiskey und Tonic?

Hättest du mich das vor zehn Jahren gefragt, hätte ich gesagt: Schütte Whiskey und Tonic auf keinen Fall zusammen. Doch nach 20 Jahren in dem Geschäft habe ich gelernt, dass es nicht mein Job ist, den Leuten zu sagen, was ihnen zu schmecken hat. Jeder kann selbst entscheiden, was er mit seinem Whiskey anstellt. Und wenn er dir mit Orangen- oder Ananassaft schmeckt, dann ist das prima.

Interview: Christoph Fröhlich
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