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Wann werden Essensreste im Kühlschrank schlecht?

Jeder hat schon einmal Teile einer Mahlzeit im Kühlschrank aufbewahrt. Doch trotz Kühlung bleiben Essensreste nicht ewig haltbar. Wer es übertreibt, riskiert eine Lebensmittelvergiftung.


Etwa 200.000 Deutsche leiden jährlich unter einer Lebensmittelvergiftung. Die meisten Fälle ereignen sich im Sommer und Herbst, bei höheren Temperaturen fühlen sich Keime wohl und vermehren sich schnell. Besonders in zubereitetem Essen. Einmal gekochte Mahlzeiten halten nicht ewig – auch wenn sie im gelagert werden. Hier vermehren sich Bakterien, sie ernähren sich von unserem Essen. Dieser Prozess führt zu Abfallprodukten – das Essen beginnt zu riechen oder schlecht zu schmecken. Aber auch ohne sensorische Beeinträchtigung kann ein hoher Anteil an Bakterien im Essen lauern. Die starke Erwärmung beim Kochen tötet zwar zunächst viele Erreger ab, aber das bedeutet nicht, dass gekochtes Essen länger haltbar wäre als rohe Produkte. Eine Tomatensauce hält viel kürzer als unbehandelte Tomaten

Feucht und warm ist gut für Bakterien

Generell gedeihen besser in einer feuchten Umgebung. Trockenes Essen hält also länger. Schädliche Bakterien gedeihen besonders auf eiweißreichen Lebensmitteln (Eierspeisen, Käse, Fleisch) und schlechter auf solchen mit vielen Kohlenhydraten. Bei Überresten von Mahlzeiten handelt es sich meist um Mischungen verschiedener Grundnahrungsmittel mit hohem Feuchtigkeitsanteil – das ist ein idealer Nährboden für Bakterien.

Je kühler umso besser 

Unter vier Grad Celsius vermehren sich Bakterien deutlich langsamer. Wer sich dazu entschließt, die Temperatur seines Kühlschranks auf knapp über null Grad einzustellen, verlängert die Haltbarkeit. Dieses Verfahren bringt aber auch massive Nachteile mit sich. Jedes Grad mehr Kühle erhöht den Energieverbrauch um etwa 6 Prozent. Butter verwandelt sich in einem superkalten Kühlschrank zu einem harten Block. Aufschnitt und Käse verlieren ihr Aroma. Getränke wenig über Null Grad wären dem deutschen Geschmack auch deutlich zu kalt – anders in den USA, dort wird traditionell stärker gekühlt.

Tatsächlich stellen die meisten Deutschen den Thermostat im Kühlschrank auf etwa sieben Grad ein. Abhilfe schafft nur ein Kühlschrank mit unterschiedlichen Zonen – die Kaltlagerzone ist etwa vier Grad kühler als die Hauptzone. Sie ist ideal geeignet für Reste von Mahlzeiten.

Raus aus dem Kühlschrank!: Acht Lebensmittel, die Sie garantiert falsch lagern
Basilikum  Dieses köstliche Kraut mag es am liebsten feucht und leicht kühl. Also versuchen Sie, es auch so zu lagern. Trockenheit und Kühlschrankkälte bekommt dem Basilikum nicht. Eine andere Möglichkeit wäre es, das Gewürz wie Blumen zu halten. Dafür müssen Sie die Pflanzenstiele an den unteren Enden abschneiden und in eine Vase stellen. Legen Sie ein Stück Frischhaltefolie locker darüber - so hält sich der Basilikum länger.

Basilikum Dieses köstliche Kraut mag es am liebsten feucht und leicht kühl. Also versuchen Sie, es auch so zu lagern. Trockenheit und Kühlschrankkälte bekommt dem Basilikum nicht. Eine andere Möglichkeit wäre es, das Gewürz wie Blumen zu halten. Dafür müssen Sie die Pflanzenstiele an den unteren Enden abschneiden und in eine Vase stellen. Legen Sie ein Stück Frischhaltefolie locker darüber - so hält sich der Basilikum länger.

Die Zeit vor dem Kühlschrank

Das größte Problem ist jedoch die Zeit, die das Essen außerhalb des Kühlschranks verbringt. Bei Raumtemperatur vermehren sich Bakterien besonders schnell, im Sommer wirkt dieser Effekt noch stärker.

Nach dem Kochen – nicht nach dem Ende der Mahlzeit – sollte das Essen maximal zwei Stunden stehen, bevor es gekühlt wird. Je kürzer diese Zeit umso besser. Lebensmittel, die über Nacht auf dem Tisch standen, kann man nicht mehr verwenden. Dieser Prozess darf übrigens nicht mehrmals hintereinander stattfinden. Essen kann nur einmal wieder aufgewärmt werden. Bei großen Mengen an Überbleibseln sollten diese nur portionsweise wieder erwärmt werden.

Keine großen, warmen Gefäße

Fast ebenso wichtig ist das Gefäß, in dem das Essen in den Kühlschrank kommt. Eine große Portion Eintopf sollte auf gar keinem Fall im warmen Kochtopf in den Herd kommen. Im Zentrum des Topfes wird dann stundenlang ein Wärmefeld der Kühle widerstehen. Also sollte die Suppe in mehrere flache Schalen umgefüllt werden, die schneller durchkühlen. Lebensmittelreste sollten nicht offen im Kühlschrank stehen, sondern luftdicht abgepackt werden. Das kann entweder durch spezielle Boxen oder durch Folie geschehen.

Suppe verdirbt am schnellsten

Macht man alles richtig, bleiben Essensreste etwa drei bis vier Tage haltbar. Das ist aber nur eine Faustformel. Eine Woche halten Speisereste nur in Ausnahmefällen. Der NDR hat eine Testreihe durchgeführt. Am wenigsten haltbar erwies sich eine Pilzsuppe – mehr als drei Tage waren nicht drin. Schuld ist der Mix aus Eiweiß und Fetten in der Suppe. Mit Kartoffelsalat sah es nicht besser aus. Nach sieben Tagen stieg die Zahl der Keime rasant an. Ähnlich war es bei einem selbst hergestellten Fruchtquark. Ein paniertes Schnitzel war nach sieben Tagen noch genießbar, allerdings nur, wenn es in einen Gefrierbeutel eingeschweißt wurde.

Gefrierschrank ist sicherer

Zwei bis drei Tage im Kühlschrank halten Essenreste noch aus. Darüber hinaus können sie verdorben sein. Wer sein Essen nach einer Woche zu Ende essen möchte, sollte es auf jeden Fall einfrieren. 

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