Erste Hilfe für Kinder

Kinder spielen und toben, haben Spaß. In ihrem Übermut können sie sich dabei aber verletzen. Wenn Eltern wissen, wie sie wann reagieren müssen, gehen die meisten Unfälle glimpflich aus.

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Kopfverletzungen

Beulen: kühlen, beobachten

Beulen am Kopf gehören zum Kinderalltag: Ein Stoß an der Tür oder der Tischkante - schon schwillt die Stelle an. Bei so einem Stoß werden Gefäße verletzt. Es blutet unterhalb der Kopfhaut, und das wird als Beule sichtbar.

Maßnahmen bei Beulen:

  • Trösten Sie Ihr Kind und kühlen Sie die Beule mit einem feucht-kühlen Lappen oder einem Coolpack, das Sie in ein Baumwolltuch wickeln.
  • Sie können Ihrem Kind auch Arnikakügelchen geben oder vorsichtig Arnikasalbe auf die Stelle auftragen.
  • Wenn die Schwellung kissenartig aussieht und an den Rändern weitläufig ausgefranst ist, sollten Sie zum Arzt gehen. Denn das kann ein Hinweis auf einen Schädelbasisbruch sein.

Platzwunden: viel Blut, wenige Folgen

Platzwunden am Kopf bluten oft sehr stark. Das sieht zwar schlimm aus, ist aber meist harmlos und verheilt schnell wieder. Eine größere Wunde jedoch muss der Arzt nähen.

Maßnahmen bei Platzwunden:

  • Beruhigen Sie Ihr Kind und waschen Sie das Blut mit kaltem Wasser ab, um die Wunde begutachten zu können.
  • Desinfizieren Sie die Wunde mit einem Desinfektionsmittel aus der Apotheke.
  • Drücken Sie mit einer sterilen Kompresse dagegen und binden Sie einen Verband darum.
  • Versorgen Sie die Wunde mit Strips oder Pflaster, indem Sie die Wundränder vorsichtig aneinander schieben. Ein Pflaster hat eine Wundauflage, Strips kleben sie direkt auf die Wunde.
  • Große klaffende Wunden sollten vom Arzt genäht werden.

Gehirnerschütterung: wachsam bleiben!

Ein heftiger Sturz führt manchmal zu einer Gehirnerschütterung. Das Kind kann dann zunächst bewusstlos sein, danach wirkt es verwirrt und benommen. Nicht selten muss es sich übergeben, ihm ist übel und es hat Kopfschmerzen. Vor und nach einer Bewusstlosigkeit kann es sich manchmal nicht mehr an bestimmte Dinge erinnern.

Maßnahmen bei möglicher Gehirnerschütterung:

  • Kontrollieren Sie Atmung und Herzschlag des Kindes. Den Puls ertasten Sie am besten an der Innenseite des Oberarms, am Hals oder - bei Kleinkindern - in der Leiste.
  • Bringen Sie das Kind zum Arzt oder ins Krankenhaus, damit es dort für 24 bis 48 Stunden überwacht wird.
  • Falls Sie das nicht möchten, achten Sie darauf, ob sich der Zustand Ihres Kindes innerhalb der ersten 24 bis 48 Stunden nach dem Ereignis verschlimmert: ob es sich übergibt, schläfrig wird, sich irgendwie auffällig oder verwirrt verhält. Dann rufen Sie den Notarzt unter der Nummer 112 oder fahren schnell ins Krankenhaus. Es kann nämlich sein, dass ein Gefäß verletzt ist und ins Gehirn blutet. Dadurch steigt der Hirndruck innerhalb des Schädels, und das führt dazu, dass Hirnteile zusammengedrückt und unwiederbringlich geschädigt werden.

Schädelbasisbruch: Sofort zum Arzt!

Ein Schädelbruch ist nicht immer sofort zu erkennen. Die Kinder benehmen sich zunächst wie immer. Hinweise auf einen Schädelbruch ist zum Beispiel eine wässrige Flüssigkeit, die aus dem Ohr läuft, oder eine sogenannte schwappende Beule - ein Bluterguss, der sich eindrücken lässt.

Nach den ersten unauffälligen Stunden kann sich der Zustand des Kindes plötzlich verschlechtern. Kleinere Kinder erbrechen, haben keine Lust mehr zu spielen, trinken nicht mehr, werden schläfrig. Beobachten Sie daher Ihr Kind ganz genau bis zu 48 Stunden nach einem Unfall. Gehen Sie mit ihm zum Arzt, wenn Ihnen etwas Ungewöhnliches auffällt.

Maßnahmen bei Verdacht auf Schädelbruch:

  • Geben Sie im Notfall eine Atemspende durch Nase oder Mund des Kindes und machen Sie Herzdruckmassagen.
  • Rufen Sie den Notarzt unter der Nummer 112.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind, beruhigen Sie es.
  • Lagern Sie den Kopf des Kindes leicht hoch.
  • Kontrollieren Sie Atmung und Herzschlag beziehungsweise den Puls. Sie ertasten ihn am besten an der Innenseite des Oberarms, am Hals oder in der Leiste.
 
 
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