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5. Oktober 2009, 13:43 Uhr

Mediziner machen sich für Cannabis-Therapie stark

Die Lebensqualität in der letzten Phase verbessern

"In Sachen Cannabis wird sich etwas tun", vermutet Schinkel von der Bundesopiumstelle. Es gebe mehrere Medikamente, für die eine Kassenzulassung beantragt werden soll. Laut Schmerztherapeut Nadstawek gibt es bei MS- und Tumorerkrankungen bereits eindeutige Studien. Cannabis-Präparate seien eine Alternative zu anderen starken Schmerzmitteln, die zum Teil schwere Nebenwirkungen haben.

Die von der Politik angeführte Suchtgefahr hält Nadstawek für nebensächlich. "Bei Tumorpatienten geht es darum, die Lebensqualität in der letzten Phase zu verbessern", sagt er. Zudem hätten die derzeit genutzten Opiate auch ein erhebliches Suchtpotenzial. Außerdem bricht der Schmerztherapeut eine andere Lanze für die Cannabis-Medizin: "Die Kassen würden sparen, weil man zum Teil auf teure Opiate und Medikamente zur Behandlung der Nebenwirkungen verzichten kann."

Grotenhermen nennt zudem eine aktuelle Studie, bei der Patienten mit Multipler Sklerose entweder ein Cannabis-Präparat oder ein Scheinmedikament (Placebo) erhielten: 30 Prozent der Patienten fühlten sich mit Cannabis besser. In der Kontrollgruppe waren es nur 15 Prozent. Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) sieht den Einsatz von Cannabis-Produkten jedoch kritisch. Der Cannabis-Einsatz sei nur im Einzelfall "nach Versagen zugelassener Medikamente und anderer denkbar wirksamer Arzneimittel" vertretbar. Zur aktuellen Studie gibt es noch keine Stellungnahme der DMSG.

Jörg Taron/DPA
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KOMMENTARE (10 von 12)
 
botoxia (06.10.2009, 09:53 Uhr)
Verboten, Verboten, jajaja.
Und trotzdem kenne ich niemanden, der nicht wüsste, wie er es sich besorgen kann. Wenn es legalisiert würde, würde die Nebeneinnahmequelle hunderter junger männlicher Hartz IV-Empfänger mit Migrationshintergrund aus sozial benachteiligten Stadtvierteln versiegen. Wollen wir das? Nein, und daher bleibt es verboten.
bmpost (06.10.2009, 08:40 Uhr)
@cokommentator
Falsch! Wir hätten nicht die gleichen Probleme wie mit Alkohol... Alkohol bringt viel Leid und Unheil, körperliche Verfall, Tod und Gewalt über alle Beteiligten. Cannabis nicht! Und weil es angenehm wirkt, dabei aber relativ harmlos ist, wird es gern zur Entspannung genommen. In einem gebe ich Ihnen aber Recht: Die Geschichte des Tabaks, des Alkohols und aller anderen Drogen wird mit grandioser Ignoranz beglückt. Die von Cannabis auch, aber aus anderen Gründen als von Ihnen angeführt.
Popobawa (06.10.2009, 00:40 Uhr)
Die unendliche Geschichte
oder einfach die dummheit der Bild leser. Es muss endlich eine Legalisierung stattfinden alles andere ist nur reiner Schwachsinn. Diese Droge ist allgegenwärtig, überall kann man das bekommen, jeder kennt jemanden der es ab und zu raucht. Der Verbot ist reiner Irrsinn. Gigantische Steuer summen gehen verloren und landen beim Großdealer der nebenbei LSD und Heroin anbietet. Die Justiz/Polizei wird unnötig belastet mit sinnlosen Fällen. Und als Pharmazeut kann ich sagen Komasaufen ist gefährlicher als sich einen durch zuziehen. Von daher kann man es nur begrüßen wenn die unterbelichteten Jugendliche auf Hanf zu greifen. Schont die Krankenkasse.
Knuffiman (05.10.2009, 23:56 Uhr)
RDUKE777777
wahre worte, unglaublich kurze aber dafür sehr präzise zusammenfassung. dabei wäre man sehr schnell einige sorgenlos. siehe comment von JonnyCash. tja, aber wenn die meinung steht, stehtse.
Boris666 (05.10.2009, 21:56 Uhr)
Ganz klar JA
Als jemand, der gerade erst eine Krebs hatte und eine Chemotherapie hatte (Prädominantes Hodgik-Lymphom im Statium IIA) ein ganz klares 100% Ja. Mir hat Cannabis während der Chemo unglaublich gut geholfen und bin sehr froh, dass ich es als Unterstüzung hatte.

Greetz Boris666
derweltbuerger (05.10.2009, 19:52 Uhr)
Warum nicht auch LSD-Therapie?
Es ist die Frage zu stellen, wieso eine (medizinische) Freigabe nur auf Cannabis beschränkt bleiben sollte. Natürlich, diese ist besser als gar keine Freigabe. Noch besser wäre eine Legalisierung auch für 'normale' Konsumenten. Viele, von anderen Kommentatoren bereits genannte Vorteile sind damit verbunden. Meiner Meinung nach geht der Gedanke aber nicht weit genug. Auch bei anderen Mitteln sollte über eine Legalisierung, zumindest über eine Freigabe für Forschung und Medizin, nachgedacht werden. Ein Kandidat dafür sind die halluzinogenen Mittel wie LSD, Meskalin, Psylocibin und dergleichen. Frühe Experimente in der Psychotherapie mit LSD waren sehr Erfolg versprechend. Leider ist diese Forschung zum Erliegen gekommen, als das Verbot kam. LSD lässt Menschen Dinge erfahren und realisieren, die den meisten sonst unvorstellbar erscheinen und kann, richtig angewandt, Menschen bei ihren Problemen helfen, sie gar zu besseren Menschen machen. Leider passen die Erkenntnisse die man durch Halluzinogene gewinnen kann, nicht in das leistungsorientierte kapitalistische Weltbild und deshalb werden diese Stoffe unterdrückt. Vielen Menschen würde nämlich ein Licht aufgehen und sie würden die Sinnlosigkeit dieses Systems erkennen und erfahren was einen wirklich zu einem guten und glücklichen Menschen macht.
DasBertl (05.10.2009, 18:28 Uhr)
@cokommentator
Das Problem durch die Illegalisierung ist, dass man das Cannabis meist bei dem bekommt, der einem gleich auch die netten anderen Sachen, wie Heroin, Kokain, XTC, LSD usw... verkaufen kann, welche ungleich (was übrigens auch für alkohol gilt) gefährlicher sind als Cannabis. So lang man das nur auf illegalem Wege bekommt, bleibt Cannabis eine Einstiegsdroge, aber eben nur aufgrund der Herkunft. In der Apotheke bekommt man sein Heroin nämlich nicht mit dazu. Damit wäre ein Problem gelöst. Desweiteren ist bis heute kein einziger Todesfall aufgrund von Cannabismissbrauch bekannt. Um so mehr dagegen bei Alkohol, noch vor allen anderen Drogen, aufgrund der Verbreitung.Von der Tödlichkeit pro Person her ist Alkohol, nur knapp hinter Heroin, die zweitgefährlichste Droge die wir haben.
Wie gesagt, mit der Freigabe wäre zumindest verhindert, dass man zu nah an die wirklich gefährlichen Substanzen heran kommt.
DasBertl (05.10.2009, 18:19 Uhr)
@BiffBoffo
eigentlich wurde es erst Anfang des 20. Jahrhunderts verteufelt. Und zwar aufgrund der Interessen der US-Amerikanischen Baumwoll- und Synthetikstoffindustrie, vor allem Du Pont. Davor war es für alles mögliche gebraucht worden. Ich kannte sogar eine Dame, die entsetzt gefragt hat "Wie? Das ist verboten? Das haben wir doch für alles mögliche benutzt" Und es ist ja auch klar. Während die Enkelin der besagten alten Dame noch immer ein TShirt trägt, das 150 Jahre alt ist, weil es eben aus Hanf hergestellt wurde, darf ich meine TShirts nach einem halben Jahr wegschmeissenm weil sie Risse und Löcher kriegen. Ford hatte bei versuchen Hanffasern bei der Autoherstellung verwendet. Mit dem Ergebnis, das mit einem Vorschlaghammer kein Kratzer auf selbigem zu erzeugen war, geschweige denn, eine Beule. Und es ist eben auch Medizin. Dort gab es (ich bin mir nicht sicher... irgendwann zwischen 2004-2007, ich hab das Urteil gelesen) ein Urteil für einen schwer MS-Kranken im Endstadium, der vom Richter die Erlaubnis bekam, Hanf zu Hause anzubauen (die Polizei musste ihm das bereits vernichtete Hanf ersetzen), da nachweislich mit dem natürlichen Cannabis, aufgrund weiterer Wirkstoffe ausser dem reinen THC, eine wesentlich bessere Symptomlinderung erzielt werden konnte, als mit den künstlichen Präperaten. Und es ist für vieles mehr geeignet...
Es kann eigentlich nur eine Sinnvolle Lösung geben, aber die wird es aufgrund der Verträge nach der Internationalen Opiumkonferenz in Genf 1928 wohl nicht geben, obwohl der Unterzeichnerstaat ja schon eigentlich seit 1945 nicht mehr existiert. Um Hans-Christian Ströbele (wenn auch aus dem Zusammenhang gerissen) zu zitieren: "Gebt das Hanf frei! Und zwar sofort!"
cokommentator (05.10.2009, 17:32 Uhr)
Und wenn es dann mit der Freigabe soweit ist,...
dann haben wir über kurz oder lang die gleichen Probleme wie beim Alkohol. Es gibt keine für alle gesunden Drogen. Wann begreift das denn mal jemand?

Verblüffend finde ich, mit welcher Inbrunst um die Zulassung eines Rauschmittels gekämpft wird. Wenn das Zeug so harmlos wäre, bräuchte es niemand zu nehmen, denn es würde ja niemand vermissen. Die Geschichte des Tabaks, des Alkohols und aller anderen Drogen wird mit grandioser Ignoranz beglückt. Dort könnte man zwar etwas aus der Geschichte lernen. Aber die Ergebnisse wären ja unangenehm.
RDUKE7777777 (05.10.2009, 16:48 Uhr)
Keine neuen Erkentnisse
Dies alles ist schon seit Jahrzenten bekannt. Warum sollte der Gesetzgeber also GERADE JETZT umschwenken? Den Gesetzgeber kann man nicht mit Tatsachen verwirren, seine Meinung steht fest!
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