Erste Hilfe für Kinder

Kinder spielen und toben, haben Spaß. In ihrem Übermut können sie sich dabei aber verletzen. Wenn Eltern wissen, wie sie wann reagieren müssen, gehen die meisten Unfälle glimpflich aus.

Vergiftungen

"Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen" - das steht auf den Flaschen von Spülmitteln, Blumendüngern oder WC-Reinigern. Zu Recht, denn diese Chemikalien sind giftig, nicht nur für Kinder, auch für Erwachsene.

Entdecken Sie Ihr Kind also mit einer leeren Scheuermilchflasche, heißt es für Sie: nicht panisch zum erstbesten Gegenmittel greifen. Bei schäumenden oder ätzenden Stoffen etwa dürfen Sie bei Ihrem Kind auf gar keinen Fall Erbrechen auslösen. Überlegen Sie daher genau, was zu tun ist, und sprechen Sie das mit der Giftnotrufzentrale ab. Denn: Nicht wenige Menschen, die an Vergiftungen sterben, waren Opfer falscher Hilfsmaßnahmen!

Gift-Notzentrale anrufen: 030/19240

Rufen Sie bei der Giftnotzentrale an. Die Rufnummer lautet 19 240 mit den Vorwahlen für Berlin, Bonn, Mainz, München, Göttingen, Freiburg, Homburg. Den Giftnotruf Erfurt erreichen Sie unter 0361/73 07 30, den in Nürnberg unter 0911/39 82 451 oder 0911/39 82 655. Beraterinnen informieren Sie über die Wirkung des Giftes und sagen Ihnen, was Sie tun sollen.

Die Giftzentrale braucht von Ihnen folgende Informationen:

Wie heißt das Gift, wie wird es auf der Packung beschrieben? Wie viel von dem Gift hat Ihr Kind zu sich genommen? Wann hat das Kind die Substanz geschluckt? Wie alt ist Ihr Kind und wie viel wiegt es? Welche Beschwerden hat das Kind?

Heben Sie daher unbedingt die Reste des Giftes auf! Nur so kann das geeignete Gegenmittel bestimmt werden. Halten Sie sich bei allem, was Sie tun, an die Anweisungen der Giftnotrufzentrale. Alle Gegenmaßnahmen sind zugeschnitten auf das jeweilige Gift. Rufen Sie außerdem den Notarzt unter der Rufnummer 112 an.

Gegenmittel, die Mediziner empfehlen könnten, sind:

  • Medizinische Kohle - außer bei ätzenden Substanzen
  • Kohletabletten oder -pulver verdünnt mit Saft oder Cola
  • Medikamente mit dem Wirkstoff Simethicon bei Wasch- oder Spülmittelvergiftung
  • kleine Schlucke Wasser, Tee oder verdünnten Saft zum Verdünnen einer Substanz

Was Sie auf jeden Fall vermeiden sollten:

  • Auf keinen Fall sollten Sie Ihrem Kind eine Salzlösung zu trinken geben! Dadurch kann es eine Salzvergiftung bekommen und sein Körper verliert zu viel Wasser.
  • Geben Sie dem Kind keine Milch, um eine Substanz zu verdünnen. Das wurde früher zwar empfohlen, gilt aber als überholt. Milch gerinnt im Magen und kann die Aufnahme giftiger Stoffe sogar beschleunigen!
  • Bei schäumenden Stoffen (Spül- und Waschmittel), ätzenden Stoffen (Spülmaschinenreiniger) oder bei Lampenöl (Paraffinöl) dürfen Sie kein Erbrechen auslösen: Die Schleimhäute werden dadurch weiter zerstört. Außerdem kann das Kind ersticken.
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