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Bundesamt rät vom Babyschwimmen ab

Planschen im Schwimmbad, das bringt dem Nachwuchs und den Eltern Spaß. Kinder unter zwei Jahren sollten besser nicht mit ins Hallenbad genommen werden, wenn es in der Familie gehäuft Allergien gibt.

  Kinder unter zwei Jahren, in deren Familien gehäuft Allergien auftreten, sollten besser nichts ins Hallenbad, rät das Umweltbundesamt

Kinder unter zwei Jahren, in deren Familien gehäuft Allergien auftreten, sollten besser nichts ins Hallenbad, rät das Umweltbundesamt

Das Umweltbundesamt warnt vor Babyschwimmen für allergiegefährdete Kinder unter zwei Jahren. Aktuelle Studien belegten einen Zusammenhang der Atemwegerkrankung Asthma und anderen chronischen Erkrankungen mit dem Schwimmen in gechlortem Wasser, teilte das Umweltbundesamt in Dessau-Roßlau mit. Durch die Reaktion des Desinfektionsmittels Chlor mit Urin entstünden asthmaverdächtige Substanzen. Kinder unter zwei Jahren, in deren Familien gehäuft Allergien auftreten, sollten sich deswegen nicht in Hallenbädern aufhalten, bis geklärt ist, ob sich der Verdacht bestätigt. Alle anderen Kinder und Erwachsene könnten ohne Bedenken baden gehen.

Die möglicherweise Asthma auslösende Substanz Trichloramin entsteht, wenn Chlor mit organischen Stickstoffverbindungen reagiert, wie sie zum Beispiel über Urin oder Schweiß in Wasser gelangen. Trichloramin steigt in die Luft und sorgt für den typischen Hallenbadgeruch. In der Hallenluft deutscher Bäder fand das Umweltbundesamt hohe Konzentrationen der asthmaverdächtig Substanz, die bis zu 37 Mal höher waren als von der Weltgesundheitsorganisationen empfohlen. In diesen Fällen habe entweder die Wasseraufbereitung oder die Belüftung des Hallenbades nicht den Regeln entsprochen. 90 Prozent der gemessenen Werte hätten hingegen deutlich unter den Richtwerten gelegen.

Kleinkinder besonders gefährdet

Allerdings gibt es der Behörde zufolge noch keine Daten zur sogenannten Wirkschwelle, also zu der Konzentration, ab der Trichloramin gefährlich wird. Im Umweltbundesamt laufen daher derzeit Messungen, um die Höhe der gefährlichen Dosis der asthmaverdächtigen Substanz zu ermitteln. Da Kleinkinder ein sensibles Lungengewebe haben, sind sie laut Bundesgesundheitsblatt besonders gefährdet. Außerdem seien im Kinderbecken mehr verdächtige Substanzen vorhanden, weil dort die Wassertemperatur höher sei und mehr Urin ins Wasser gelange. Die Empfehlung gelte für Kinder, bei denen ein Elternteil bereits Asthma, Neurodermitis oder Heuschnupfen habe, sagt ein Sprecher des Umweltbundesamtes.

Der Chef des Umweltbundesamtes, Jochen Flasbarth, forderte die Bevölkerung dazu auf, vor dem Schwimmen immer gründlich zu duschen. Nicht nur durch Urin und Schweiß, sondern auch Kosmetika und Hautschuppen entstünden die wahrscheinlich gesundheitsgefährlichen Flüssigkeiten und Gase. Von den Hallenbadbetreibern verlangt Flasbarth genügend Frischwasserzufuhr und eine ausreichende Belüftung.Grundsätzlich führe allerdings kein Weg daran vorbei, Desinfektionsmittel wie beispielsweise Chlor weiterhin in das Beckenwasser zu geben, um vor Infektionen zu schützen, heißt es im Bundesgesundheitsblatt.

Auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Asthma und dem Schwimmen in gechlortem Wasser hatten belgische Autoren bereits 2003 hingewiesen. Auch für das Personal von Hallenbädern hatte eine Studie ein erhöhtes Risiko für Atemwegserkrankungen festgestellt.

lea/DPA/DPA

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