Wenn kein Atemzug selbstverständlich ist

Anfangs könnte das Pfeifen in der Brust auch eine Erkältung sein. Tritt das Brummen und Husten aber immer wieder auf und wird aus Kurzatmigkeit Atemnot, sind das Anzeichen eines allergischen Asthmas.

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Beim allergischen Asthma verkrampft die Atemmuskulatur und die Bronchien verschleimen. Das erschwert vor allem das Ausatmen©

Beim allergischen Asthma reagieren die Atemwege mit heftiger Abwehr auf eigentlich ungefährliche Stoffe. Ein ausgeglichenes Immunsystem würde diese Allergene, meist Blütenpollen, Tierhaare oder Hausstaubmilben, einfach ignorieren. Die Körperabwehr des Asthmatikers aber bekämpft den vermeintlichen Feind mit aller Kraft: Die Atemmuskulatur verkrampft, die Schleimhaut der Bronchien schwillt, zäher Schleim belegt die Atemwege. Im schlimmsten Fall ist das Atmen kaum noch möglich.

Heute lässt sich Asthma so gut behandeln, dass es die meisten Betroffenen nur wenig einschränkt. Bei rechtzeitiger und richtiger Therapie hat die Erkrankung so gut wie keinen Einfluss mehr auf die durchschnittliche Lebenserwartung. "Wenn die Patienten nicht zu spät kommen, können sie ein fast normales Leben führen", sagt Professor Karl-Christian Bergmann, Leiter der allergologisch-pneumologischen Ambulanz am Allergie-Centrum der Berliner Charité. Dennoch gibt es immer wieder auch Todesfälle: Nach Angaben des Bundesamtes für Statistik starben 2008 in Deutschland rund 1500 Menschen an Asthma. "Viele von ihnen hätten mit der richtigen Aufklärung und Therapie gerettet werden können", sagt Bergmann.

Nicht jedes Asthma ist eine Allergie

Neben dem allergischen Asthma kommt das nicht-allergische (intrinsische) Asthma ebenfalls sehr häufig vor. Bei jedem zweiten bis dritten erwachsenen Asthmatiker lassen sich keine Hinweise mehr auf eine Allergie finden. Meist lösen Atemwegsinfekte die intrinsischen Asthmabeschwerden aus. Aber auch andere Reize wie Stress, Zigarettenrauch und kalte, trockene Luft können die Symptome verursachen.

Eine weitere Variante ist das Berufsasthma: Manche werden plötzlich allergisch auf Stoffe der Arbeitsumgebung, die eigentlich ungefährlich sind, zum Beispiel Mehl. Bei anderen reagiert die Lunge asthmatisch auf aggressive Substanzen, mit denen sie bei der Arbeit umgehen, etwa Chemikalien in Farben, Lösungsmitteln und Plastik sowie Metallsalze.

Für alle Formen von Asthma gilt: Um ein möglichst beschwerdefreies Leben führen zu können, müssen Betroffene ihre Erkrankung genau kennen: Was löst die Symptome aus? Wie wirken die Medikamente? Verändern sich die Symptome mit der Zeit? Was ist im Notfall zu tun? Und wie kann man sich das Leben mit Asthma leichter machen? Mit diesem Wissen, ein paar Verhaltenstipps und den richtigen Medikamenten behalten die meisten Asthmatiker ihre Erkrankung gut unter Kontrolle.

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Der stern-Experte
Prof. Dr. med. Torsten Zuberbier und sein Team von der Berliner Charité und der europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF) stehen dem Ratgeber Allergie ehrenamtlich als Experten zur Seite.