Das Problem mit den Pollen

Der Frühling ist da – und mit ihm hat für viele Menschen mit Pollenallergie die Leidenszeit mit Niesattacken und Reizhusten begonnen. Die Symptome und was Sie dagegen tun können. Von Katharina Kluin

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Menschen mit einer Pollenallergie sehen dem Frühling mit gemischten Gefühlen entgegen. Während andere sich daran erfreuen, dass alles blüht, leiden sie unter Symptomen wie einer verstopften Nase, tränenden Augen oder Husten. Das alles ist mehr als lästig und mehr als nur ein bisschen Husten und Schnupfen. Viele Pollenallergiker können über Wochen kaum schlafen, arbeiten, lernen, geschweige denn, ihre Freizeit genießen. Und als wäre das nicht genug, entwickelt fast jeder dritte Heuschnupfenpatient zusätzlich ein allergisches Asthma. Fachleuten nennen das "Etagenwechsel": Die Erkrankung wandert vom Nasenraum in die Bronchien, wenn die Pollenallergie unbehandelt bleibt.

Mit einer frühzeitigen Therapie ließe sich das verhindern. Doch noch immer wird die Erkrankung unterschätzt und eben nicht richtig therapiert, sagen Experten. Um die richtige Behandlung zu finden, ist Geduld gefragt, denn jeder Allergiker braucht eine andere. "Arbeiten Arzt und Patient gut zusammen, lässt sich der Heuschnupfen gut unter Kontrolle bringen und das Pollenasthma oft abwenden", sagt Karl-Christian Bergmann, Leiter der allergologisch-pneumologischen Ambulanz am Allergie-Centrum der Berliner Charité.

Im schlimmsten Fall Heuschnupfen bis zum Herbst

Jeder fünfte Erwachsene in Deutschland hat Heuschnupfen. Er ist die häufigste allergische Erkrankung und wird von Fachleuten allergische Rhinitis genannt. Und die Pollenquellen sind zahlreich. Die meisten Allergiker reagieren auf früh blühende Bäume und Sträucher wie Haselnuss, Erle und Birke. Doch auch die Gräser-, Kräuter- und Getreidepollen quälen viele. Reagiert jemand außerdem auf mehrere Pollenarten, die zu unterschiedlicher Zeit auftreten, bedeutet das für ihn im schlimmsten Fall Heuschnupfen von Februar bis Oktober. Die meisten Pollenallergiker trifft es allerdings nicht ganz so hart: Die Kernphasen für Heuschnupfen sind Frühjahr und Sommer.

Weshalb so viele Menschen an Heuschnupfen erkranken, ist unklar. Sicher ist nur, dass es eine genetische Vorbelastung für Allergien gibt. Dies allein erklärt jedoch nicht, warum die Fallzahlen in den letzten Jahren so stark angestiegen sind, daher müssen zusätzlich zu den Genen äußere Einflüsse eine Rolle spielen. So leiden etwa doppelt so viele Stadt- wie Landkinder an Heuschnupfen. Vor allem Kinder, die auf Bauernhöfen aufwachsen, haben ein deutlich geringeres Allergierisiko. Offenbar hat ihr Immunsystem aufgrund der höheren Keimbelastung, die das Leben mit Tieren mit sich bringt, genug zu tun - und entwickelt weniger Überempfindlichkeiten.

Heuschnupfen
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Heuschnupfen So halten Sie die Pollen auf Abstand
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