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Welche Mittel wann helfen

Medikamente heilen eine Allergie zwar nicht, lindern aber die Beschwerden und verhindern oft, dass sich die Krankheit weiter ausbreitet. Ein Überblick über die wichtigsten Mittel.

  Medikamente können die Krankheit nicht heilen, aber wenigstens die Beschwerden lindern

Medikamente können die Krankheit nicht heilen, aber wenigstens die Beschwerden lindern

Allergiemedikamente gibt es in vielen Formen: als Tablette oder Tropfen, Spray, Salbe oder Spritze. Je nachdem, wie schwer die Erkrankung ist und wie lange die Beschwerden bereits andauern, verordnen Ärzte unterschiedliche Mittel. Hier erfahren Sie das Wichtigste über die verschiedenen Medikamententypen.

Stiftung Warentest hat für stern.de die günstigsten und besten Mittel gegen Heuschnupfen zusammengestellt. Die Ergebnisse lesen Sie hier.

Nasensprays und Augentropfen

Mastzellstabilisatoren in Nasensprays und Augentropfen

Sogenannte Mastzellstabilisatoren (zum Beispiel Cromoglicinsäure) verhindern die Freisetzung des Gewebshormons Histamin und anderer Entzündungsstoffe aus den Abwehrzellen der Schleimhäute. Diese Entzündungsstoffe gelangen dann nicht mehr ins Gewebe oder in die Blutbahn. Die Medikamente werden direkt auf die Nasenschleimhaut gesprüht oder in die Augen geträufelt. Ihre volle Wirkung erreichen sie aber erst nach ein bis zwei Wochen, so dass sie bei akuten Beschwerden nicht helfen. Sie eignen sich als vorbeugende Behandlung bei einem leichten allergischen Schnupfen. Insgesamt sind Mastzellstabilisatoren gut verträglich.

Antihistaminika in Nasenspray und Augentropfen

Antihistaminika schwächen die Wirkung des Gewebshormons Histamin ab. Der Vorteil von Antihistaminika in Sprays und Tropfen ist ihre schnelle Wirkung. Meist tritt sie schon nach 15 bis 30 Minuten ein. Und sie wirken lokal, also dort, wo sich die Beschwerden äußern: auf der Bindehaut und in der Nasenschleimhaut. Dabei geht der Wirkstoff kaum in den Blutkreislauf über. Daher sind die eher selten auftretenden Nebenwirkungen wie leichtes Brennen oder Reizung auf die behandelten Schleimhäute begrenzt. Beim allergischen Schnupfen helfen diese örtlich angewendeten Antihistaminika jedoch nur bei leichten Beschwerden wie mäßigem Niesreiz und Fließschnupfen sowie dezentem Jucken und Tränen der Augen. Bei stärkeren Symptomen empfehlen Ärzte Antihistaminika in Tablettenform und/oder kortisonhaltige Nasensprays.

Kortison-Nasensprays

Kortisonhaltige Nasensprays hemmen die Entzündung in der Nasenschleimhaut. Sie wirken nicht sofort, sondern entfalten ihre volle Wirkung erst nach zwei bis vier Tagen. Diese Präparate helfen bei allergischem Schnupfen, wie zahlreiche Studien zeigen, sollten bei entsprechenden Beschwerden aber nur eingesetzt werden, wenn Antihistaminika und Mastzellstabilisatoren nicht ausreichen. Da der Wirkstoff nur in geringem Maß ins Blut gelangt, besteht praktisch keine Gefahr, dass Kortison den übrigen Körper schädigt. Dennoch können Nebenwirkungen auftreten, etwa eine trockene, brennende Nasenschleimhaut oder Nasenbluten. Kortison-Nasensprays sollten möglichst nicht länger als zwei bis drei Monate eingesetzt werden, weil das Kortison die Nasenschleimhaut angreifen kann.

Vermeiden Sie Tropfen und Sprays mit Konservierungsmitteln: Bei Allergien sind die Schleimhäute ohnehin gereizt, und Konservierungsmittel können die Schleimhäute schädigen und oft selbst Allergien auslösen. Auf Nasentropfen mit abschwellender Wirkung, die bei normalem Schnupfen eingesetzt werden, oder Kombinationspräparate sollten Sie ebenfalls verzichten. Das gleiche gilt für konventionelle Augentropfen.

Tabletten

Antihistaminika-Tabletten

Bei allergischen Erkrankungen werden Antihistaminika vom Typ der H1-Blocker eingesetzt. Diese blockieren bestimmte Bindestellen für Histamin (H1-Rezeptoren), die für die allergische Sofortreaktion verantwortlich sind. Hierbei rufen die sogenannten Antihistaminika der ersten Generation noch eine ausgeprägte Müdigkeit als Nebenwirkung hervor. Diese sollten daher nur noch bei der Behandlung eines Notfalls und nicht zur Dauertherapie eingesetzt werden.

Antihistaminika der zweiten Generation haben den großen Vorteil, dass sie gar nicht mehr oder nur in geringem Maße müde machen und dabei eine ausgezeichnete antiallergische Wirkung haben. Die meisten dieser Antihistaminika sind rezeptfrei erhältlich. Für Patienten, bei denen diese Mittel nicht ausreichend wirken, stehen rezeptpflichtige Antihistaminika der dritten Generation zur Verfügung. Andere mögliche Nebenwirkungen von Antihistaminika können unter anderem Mundtrockenheit, Schwindel und Kopfschmerzen sein.

Antihistaminika in Tablettenform eignen sich sowohl für eine kurzzeitige Behandlung einer Pollenallergie als auch für eine längerfristige Behandlung einer Hausstaubmilben- oder Tierhaarallergie, bei denen die Betroffenen das ganze Jahr über Beschwerden haben. Auch bei Heuschnupfenpatienten, die auf verschiedene Pollen allergisch reagieren und vom Frühjahr bis zum späten Herbst geplagt sind, können sie zum Einsatz kommen. Antihistaminika wirken nicht nur bei allergischem Schnupfen und Bindehautreizung, sondern auch bei Nahrungsmittelallergien, Nesselsucht (Urtikaria) oder allergischen Reaktionen auf Medikamente. Sie können zudem den quälenden Juckreiz bei einer Neurodermitis stoppen.

Vorschulkinder mit schwerem allergischem Schnupfen behandeln Ärzte von Anfang an mit Antihistaminika-Tabletten, denn Kinder haben größere Schwierigkeiten, Nasensprays oder Augentropfen korrekt und richtig dosiert einzusetzen.

Kortisontabletten

Bei besonders starken Allergiebeschwerden bleibt die Möglichkeit, Kortison, sogenannte Glukokortikoide, kurze Zeit in Tablettenform einzunehmen. Sie hemmen auf verschiedenen Wegen die Entzündung in den betroffenen Regionen. Die Tabletten sollten jedoch nicht länger als zwei Wochen eingenommen und schrittweise reduziert werden. Ihr Arzt wird Kortisontabletten einsetzen, wenn Sie zum Beispiel akut an ausgeprägten Hautreaktionen einer Medikamentenallergie leiden, oder wenn sich das Asthma so stark verschlechtert hat, dass es nicht anders zu behandeln ist.

Nur in Ausnahmefällen sollten Kortisontabletten bei schweren Schüben einer Neurodermitis gegeben werden. Beim allergischem Schnupfen sollten Kortisontabletten oder Kortisonspritzen überhaupt nicht mehr eingesetzt werden, da es heutzutage genügend sehr gut wirksame und nebenwirkungsärmere Therapien gibt. Kortisontabletten können nämlich vor allem bei einer längeren Einnahme in mittleren bis hohen Dosen gravierende Nebenwirkungen haben, darunter Gewichtszunahme, Vollmondgesicht, Wassereinlagerungen, Osteoporose (Abnahme der Knochensubstanz), Anstieg des Blutzuckerspiegels, grauer und grüner Star oder Wachstumsverzögerung bei Kindern.

Theophyllin-Tabletten

Theophyllin ist ein altes Medikament, das bei mittelgradigem und schwerem Asthma zusammen mit langwirksamen Beta-2-Sympathomimetika zum Inhalieren und Kortison-Inhalationssprays eingesetzt werden kann. Theophyllin erweitert die Bronchien, indem es die glatte Muskulatur erschlaffen lässt, und senkt den Druck in den Blutgefäßen der Lunge. Es ist jedoch nur eingeschränkt geeignet: Verglichen mit den langwirksamen Beta-2-Sympathomimetika zum Inhalieren und den Kortisonsprays ist es deutlich schlechter verträglich und kann unter anderem Herzrhythmusstörungen, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Krampfanfälle und Magen-Darm-Beschwerden auslösen. Die Therapie muss mit Theophyllin-Blutspiegel-Messungen überwacht werden.

Montelukast-Tabletten

Montelukast hemmt die Wirkung von Leukotrienen. Das sind körpereigene Stoffe, die wie die Histamine Entzündungen fördern. Das Mittel ist nur zugelassen als zusätzliche Dauertherapie für Patienten mit leichtem bis mittelschwerem chronischem Asthma, bei denen Beta-2-Sympathomimetika- und Kortison-Inhalationssprays nicht befriedigend wirken. Es hilft auch bei Belastungsasthma, das durch körperliche Anstrengung ausgelöst wird.

Montelukast kann die vorbeugende Dauertherapie mit Kortisonsprays nicht ersetzen. Deshalb dürfen Ärzte den Wirkstoff derzeit nur in Kombination mit anderen Asthmamedikamenten verschreiben. Als Nebenwirkungen können unter anderem Kopfschmerzen, Bauchschmerzen oder Schlafstörungen auftreten. Ob Patienten tatsächlich langfristig von dieser Therapie profitieren, ist bislang noch nicht belegt.

Ciclosporin-Tabletten

Bei schweren, therapieresistenten Formen der Neurodermitis behandeln Ärzte die Betroffenen über mehrere Monate - in seltenen Fällen auch länger - mit Ciclosporin. Der Wirkstoff gehört zur Gruppe der Immunsuppressiva, die in der Transplantationsmedizin als Medikamente eingesetzt werden, um Abstoßungsreaktionen von Spenderorganen zu verhindern.

Bei der Behandlung einer schweren Neurodermitis arbeiten Ärzte mit niedrigen Dosierungen. Ciclosporin hat den Vorteil, dass die antienzündliche Wirkung sehr schnell einsetzt. Wegen eines möglichen Anstiegs der Nierenwerte und des Blutdrucks als Nebenwirkung sind engmaschige Kontrollen dringend nötig. Auch die Infektanfälligkeit kann erhöht sein.

Inhalationen

Beta-2-Sympathomimetika

Beta-2-Sympathomimetika werden mit speziellen Pulver-Inhalatoren oder Dosier-Aerosolen verabreicht und gelangen durch tiefes Einatmen in die Bronchien. Sie lassen die Muskeln der Bronchien erschlaffen, dadurch weiten sich die Atemwege.

Es gibt zwei verschiedene Formen dieses Medikaments: Kurzwirksame Beta-2-Sympathomimetika kommen bei einem akuten Asthmaanfall zum Einsatz, langwirksame Beta-2-Sympathomimetika werden verschrieben, wenn das Kortisonspray nicht mehr ausreicht. Als Dauermedikamente beugen sie Asthmaanfällen vor. Zur Behandlung akuter Asthmaanfälle eignen sich die langwirksamen Beta-2-Sympathomimetika nicht.

Mögliche Nebenwirkungen können Kopfschmerzen, Muskelzittern, Muskelkrämpfe, bei den kurzwirksamen Beta-2-Sympathomimetika vor allem auch Herzklopfen und Herzrasen sein.

Kortisonsprays

Kortisonhaltige Inhalationssprays hemmen die Entzündung in den Bronchien und beugen Asthmaanfällen vor. Die Wirkung der Glukokortikoide setzt nur langsam ein, deswegen eignen sie sich nicht bei akuter Atemnot. Bei einem akuten Asthmaanfall helfen nur Beta-2-Symphatomimetika. Wenn Sie das Kortisonspray nicht regelmäßig benutzen oder die Behandlung unterbrechen, kann sich das Asthma verschlimmern.

Moderne Kortisonsprays wirken vorwiegend in der Lunge. Als Nebenwirkungen können Heiserkeit und Pilzbefall der Mundschleimhaut auftreten. Der Pilzbefall lässt sich aber durch Zähneputzen oder Mundspülen nach der Anwendung in der Regel verhindern. Kortisonsprays haben nicht die gefürchteten Nebenwirkungen auf den Rest des Körpers wie zum Beispiel Osteoporose, Vollmondgesicht oder Wassereinlagerungen. Auch bei einer Stoßtherapie mit Kortisontabletten, die manchmal bei einer akuten Verschlimmerung des Asthmas notwendig ist, kommt es kaum zu ernsthaften Nebenwirkungen, wenn sie nicht länger als zwei Wochen dauert.

Wenn Ihr Kind stärker unter allergischem Asthma leidet, sollten Sie unbedingt darauf achten, dass es regelmäßig und richtig dosiert mit dem Kortison inhaliert. In aller Regel treten dann keine Probleme auf. Im Gegenteil: Das Spray kann Ihrem Kind ein weitgehend normales Leben ermöglichen, was für die körperliche und seelische Entwicklung sehr wichtig ist. Die Hälfte aller asthmakranken Kinder wird auch später als Erwachsener an der Krankheit leiden. Aus Studien weiß man: Wer als Kind konsequent inhaliert, hat später eine gute Chance, das Asthma loszuwerden.

Anticholinergika

Ärzte verschreiben Anticholinergika-Sprays vor allem bei einer obstruktiver Bronchitis. Die Wirkstoffe hemmen auch Verkrampfungen der Bronchialmuskulatur und erweitern damit die Atemwege. Sie wirken aber nicht gegen die allergisch bedingte Entzündung. Deswegen wird Ihr Arzt die Substanzen nur ergänzend oder als Ersatz einsetzen - etwa, wenn Sie unter Nebenwirkungen der Beta-2-Sympathomimetika leiden. Als Nebenwirkung der Anticholinergika-Sprays kann gelegentlich Mundtrockenheit auftreten.

Spritzen

Anti-IgE

Von den insgesamt fünf körpereigenen Antikörperklassen spielt das IgE bei fast allen Allergien vom Soforttyp eine Schlüsselrolle. Ein gentechnisch hergestellter Antikörper gegen den Antikörper IgE - also ein Anti-IgE - blockiert das IgE im Blut und kann die allergische Reaktion zu einem sehr frühen Zeitpunkt unterbrechen. Ärzte dürfen das Anti-IgE-Mittel Omalizumab zurzeit nur schwer Asthmakranken verschreiben, die trotz Kortisoninhalationsspray und einem lang wirksamen Beta-2-Sympathomimetikum unter Atemnot leiden. Die Spritzen werden vom Arzt subkutan, das heißt ins Unterhautfettgewebe, verabreicht. Die Therapie scheint bei vielen Patienten tatsächlich gut zu wirken. Sie darf aber nur von erfahrenen Fachärzten beziehungsweise in entsprechenden Zentren durchgeführt werden - ist aber nur bei schweren Fällen erlaubt.

Hyposensibilisierung

Die Hyposensibilisierung, auch spezifische Immuntherapie genannt, ist die einzige ursächliche Therapie, die zur Behandlung von allergischem Schnupfen und beginnendem allergischen Asthma zur Verfügung steht. Hierbei werden in regelmäßigen zeitlichen Abständen bestimmte Allergenextrakte, zum Beispiel Birkenpollenextrakte, ins Unterhautfettgewebe der Oberarme gespritzt, um das Immunsystem des Patienten langsam wieder an das Allergen zu "gewöhnen" und dadurch die Allergie des Patienten zu bekämpfen.

Eine Hyposensibilisierung soll auch den sogenannten "Etagenwechsel" verhindern, das heißt den Übergang eines allergischen Schnupfens in ein allergisches Asthma. Hyposensibilisierungsextrakte stehen heutzutage je nach Allergen auch in Tropfenform oder Tablettenform für die sublinguale Einnahme, das heißt für die Verabreichung unter der Zunge, zur Verfügung.

Salben

Für Neurodermitiker ist es sehr wichtig, regelmäßig Pflegeprodukte wie Salben und Cremes anzuwenden. Dabei braucht die Haut im Winter in der Regel eher fettreiche Salben. Im Sommer kann zeitweise auch eine leichtere Lotion ausreichen.

Salben mit Harnstoff

Die Hautbarriere von Neurodermitikern ist gestört. Aufgrund einer nicht optimalen Fettzusammensetzung der Haut geht Feuchtigkeit verloren. Cremes und Salben mit fünf- bis zehnprozentigem Harnstoff (Urea) erhalten die Haut weich und geschmeidig, der Harnstoff bindet Feuchtigkeit in der Haut. Allerdings gehören harnstoffhaltige Pflegemittel nicht auf stark entzündete oder verletzte Ekzemhaut.

Salben mit Gerbstoffen

Bei einer leichten Neurodermitis können gerbstoffhaltige Mittel ausreichen. Sie wirken leicht entzündungshemmend und stillen den Juckreiz. Die nässenden Ekzemstellen trocknen aus. So lässt sich verhindern, dass Bakterien oder Pilze die Stellen infizieren.

Örtlich betäubende Salben

Die örtlich betäubende Substanz Polidocanol verringert die Empfindlichkeit der Nervenenden. Dadurch sind auch Schmerzen und Juckreiz bei einer Neurodermitis weniger stark spürbar.

Kortisonsalben

Bei einem starken Neurodermitisschub helfen Kortisonsalben der Haut. Sie lindern gleichzeitig den Juckreiz und dämpfen die starke Entzündung. Kombiniert mit Harnstoff oder Salicylsäure wirken sie noch stärker. Ist die erkrankte Haut zusätzlich mit Bakterien oder Pilzen infiziert, sind auch Antibiotika oder desinfizierende Mittel sinnvoll. Wenden Sie kortisonhaltige Cremes so gering dosiert wie möglich und nur so lange wie nötig an - am besten nicht länger als vier Wochen ohne Unterbrechung.

Es gibt verschiedene Arten, den Verbrauch so optimal wie möglich zu steuern:

  • Stufentherapie: eine Woche lang eine stark wirkende Kortisonsalbe einsetzen, danach für ein bis zwei Wochen eine schwächer wirkende verwenden, danach eine Basiscreme ohne Cortison.
  • Tandemtherapie: morgens Basiscreme und nur abends ein kortisonhaltiges Präparat oder umgekehrt.
  • Intervalltherapie: alle ein bis drei Tage abwechselnd eine Kortisoncreme und eine Basiscreme oder ein Harnstoffpräparat.

Bei übermäßigem Gebrauch von Kortisonsalben kann die Haut dünner werden. Sichtbare dauerhafte Erweiterungen kleiner Blutgefäße und Hautveränderungen, die "Schwangerschaftsstreifen" ähneln, können auftreten. Moderne Kortisonsalben haben diese Nebenwirkung bei sachgemäßer Anwendung nicht, da sie ein sehr gutes Wirkungs-Nebenwirkungs-Verhältnis haben.

Salben mit Immunmodulatoren

Neben Kortisonpräparaten werden seit einigen Jahren auch sogenannte Immunmodulatoren mit den Wirkstoffen Tacrolimus und Pimecrolimus eingesetzt. Cremes mit Tacrolimus lindern die Entzündungssymptome bei Neurodermitis mindestens so gut wie mittelstark bis stark wirkende Kortisonsalben, bei Pimecrolimus ist die Wirkung im Vergleich zu mittelstark bis stark wirkende Kortisonsalben schwächer. In der Transplantationsmedizin wird Tacrolimus in Tablettenform gegeben, um die Abstoßung von Spenderorganen zu verhindern. Cremes mit Tacrolimus und Pimecrolimus können ein leichtes Brennen auf der Haut verursachen. Die Wirkstoffe machen die Haut zudem anfälliger für Entzündungen, die von Viren verursacht werden. Eine große Studie hat ergeben, dass die Anwendung das Risiko für T-Zell-Lymphome erhöht. Ob das auch für andere Krebserkrankungen gilt, lässt sich noch nicht abschließend sagen. Bisher gibt es keine entsprechenden Hinweise.

Tacrolimus und Pimecrolimus werden nur empfohlen, wenn Kortisonsalben nicht ausreichend wirken, nicht verwendet werden können oder wenn eine längere Behandlung mit ihnen die Haut dauerhaft schädigen würde. Aufgrund der geringen Nebenwirkungen werden Immunmodulatoren oft an empfindlichen Stellen wie Gesicht, Hals, Leisten oder Genitalbereich aufgetragen. In Kombination mit lokalen Kortisonpräparaten ermöglichen sie eine niedrigere Dosierung des Kortisons. Da keine Langzeitstudien vorliegen, sollten Pimecrolimus und Tacrolimus 0,03% frühestens ab dem dritten Lebensjahr, Tacrolimus 0,1% erst ab dem 17. Lebensjahr eingesetzt werden. Immungeschwächte Patienten sollten sie gar nicht bekommen.

Wegen des möglicherweise erhöhten Hautkrebsrisikos ist es wichtig, die behandelten Körperstellen durch Kleidung oder Lichtschutzcremes vor Sonnenlicht zu schützen. Eine UV-Therapie oder Solariumbesuche sind während der Therapie mit Immunmodulatoren strikt zu vermeiden.

Antihistaminika-Cremes

Äußerlich angewandte Antihistaminika eignen sich nicht zur Behandlung der allergischen Haut, da sie selbst Überempfindlichkeitsreaktionen auslösen können. Außerdem dringen sie nicht schnell und tief genug ein, um so gut wirken zu können wie Tabletten.

Yamina Merabet, Arnd Schweitzer

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