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Vitamin B als Waffe gegen Altersdemenz

Vitamin B könnte alte Menschen mit einem leichten Gedächtnisschwund laut einer Studie vor Alzheimer schützen. Die Einnahme dämmt demnach den Hirnschwund ein. Doch die Wissenschaftler warnen vor zu hohen Dosen des Vitamins.

  Bananen und Milch liefern zum Beispiel wertvolle B-Vitamine

Bananen und Milch liefern zum Beispiel wertvolle B-Vitamine

Weltweit leiden etwa 37 Millionen Menschen unter Demenz, die meisten von ihnen ausgelöst durch Alzheimer. Vitamin B könnte einer neuen Studie zufolge möglicherweise eine wirksame und preiswerte Waffe gegen Altersdemenz sein. Bei der Untersuchung von Forschern der britischen Universität Oxford und aus Norwegen zeigte sich, dass die tägliche Einnahme des Vitamins bei älteren Menschen den Hirnschwund eindämmen und damit Demenz vorbeugen kann. Vorgestellt wurden die Ergebnisse am Donnerstag in der Online-Zeitschrift "PlosOne". Die Resultate müssten nun in weiteren Studien überprüft werden.

Das Zurückgehen der kognitiven Leistungsfähigkeit ist den Forschern zufolge ein natürlicher Teil des Alterungsprozesses. Bei Menschen mit Anzeichen eines "mild cognitive impairment" (MCI), einer Art Vorstufe von Alzheimer und anderen Demenz-Typen mit kleineren Gedächtnislücken und Sprachproblemen, zeige sich die Entwicklung jedoch stärker als bei anderen. Vor allem diesen Patienten, die sehr oft eine Demenz entwickeln, könne durch Vitamin B womöglich geholfen werden.

Langzeiteffekte noch unbekannt

Für die Studie wurden 168 Freiwilligen über 70 Jahre, die Anzeichen von MCI zeigten, über einen Zeitraum von zwei Jahren hohe Dosen an Folsäure, Vitamin B6 und B12 gegeben, die Vergleichsgruppe bekam ein Placebo. Bei den Patienten, die das Vitamin B einnahmen, verlangsamte sich nach Angaben der Wissenschaftler der Hirnschwund im Schnitt um 30 Prozent, bei manchen sogar um 53 Prozent.

"Das ist ein extrem auffallendes, dramatisches Ergebnis", meinte David Smith von der Universität Oxford, einer der Leiter der Studie. "Wir hoffen, dass diese einfache und sichere Behandlung die Entwicklung der Alzheimer-Krankheit bei vielen Menschen verlangsamen kann, die unter einer leichten kognitiven Beeinträchtigung leiden." Die verordneten Vitamine hätten auf die Hirnstruktur eine schützende Wirkung und beugten dadurch Alzheimer vor. Weitere Studien müssten aber noch zeigen, ob Vitamin B über die Verlangsamung des Hirnschwunds hinaus tatsächlich gegen Alzheimer wirkt.

Er warnte ältere Menschen aber davor, hohe Vitamindosen zu schlucken. Der Langzeiteffekt der Vitamine müsse genau untersucht werden, zum Teil werden hohe Dosen davon mit Krebs in Verbindung gebracht. Vitamin B kommt in natürlicher Weise in vielen Lebensmitteln wie etwa Fleisch, Eiern, Fisch und grünem Gemüse vor.

DPA/AFP/DPA
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