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Nie ist es einem Bundespräsidenten so wenig peinlich gewesen, Mittelpunkt einer ehrenrührigen Debatte zu sein wie Christian Wulff. Dabei wäre glaubwürdige Reue sein einziger Ausweg aus dem Dilemma.
Eine umfangreiche Studie belegt: Wer häufig rotes Fleisch ist, hat ein höheres Risiko an Diabetes zu erkranken. Vor allem Salami, Schinken oder Steak sollten besser nicht zu oft auf den Teller kommen.
Industriegebäck, Chips, Fertigpizza: Die in diesen Lebensmitteln enthaltenen Transfettsäuren schaden offenbar nicht nur dem Herzen. Wer zu viel davon zu sich nimmt, erhöht sein Risiko, an einer Depression zu erkranken.
In den USA gelten knapp ein Drittel der Bürger als krankhaft übergewichtig. Besonders traurig: Die häufigste körperliche Betätigung ist die Zubereitung von Essen.
Die Aufrufe von Medizinern zu mehr körperlicher Bewegung im Kampf gegen die Übergewicht-Epidemie in den USA stoßen bei den meisten Bürgern auf taube Ohren.
Hätten Sie gedacht, dass wir noch einmal in der deutschen Öffentlichkeit darüber diskutieren, ob Juden ein bestimmtes Gen teilen? Ich nicht. Bis Thilo Sarrazin kam. Und einen Artikel aus dem Tagespiegel aufgriff, der sich wiederum auf zwei Studien berief, die in den beiden Zeitschriften Nature und American Journal of Human Genetics erschienen waren. Wovon handeln die Studien? Bis zu ihrer Veröffentlichung ging man in der Forschung davon aus, dass die beiden Hauptströmungen der jüdischen Religion, die aschkenasischen und die sephardischen Juden, sich erst in der Zeit nach der Zerstörung Jerusalems (70 n. Chr.) herausgebildet haben. Die Juden in der sogenannten weltweiten Diaspora hätten sich mit den jeweiligen Bevölkerungsgruppen in den neuen Siedlungsgebieten vermischt. Daraus seien diese beiden Großgruppen entstanden. Die Studien, auf die sich der “Tagespiegel†und infolgedessen Herr Sarrazin beruft, kommen nun zu einem gegenläufigen Ergebnis. Nirgends ist von Intelligenz und ihrer Vererbung die Rede Vergleiche mit sieben Gruppen von Juden, die nicht im Nahen Osten leben, mit Juden und Nicht-Juden, die in dieser Gegend leben, haben gezeigt, dass die genetische Ähnlichkeit höher ist, als bislang gedacht. Das widerlegt die These des jüdischen Historikers Schlomo Sand, dass die aschkenasischen und die sephardischen Juden keinen gemeinsamen Ursprung haben. Die heute noch feststellbare Höhe der gemeinsamen genetischen Merkmale lässt den Schluss zu, dass diese Gruppen im Laufe der Zeit stärker unter sich geblieben sind. Allen gemein ist die Ähnlichkeit bestimmter Gen-Cluster. Ähnlichkeit heißt aber nicht: genaue Übereinstimmung. Es gibt also nicht ein oder das Juden-Gen. Die beiden Studien sagen nichts aus zum Thema Vererbung von Intelligenz. Und sie sagen nichts darüber, dass es etwas wie rassenspezifische Eigenschaften gäbe. Weder allgemein noch solche, die allein und exklusiv auf die Juden übertragbar wären. Die Grenze dessen, was mithilfe von Genen gesagt werden kann, würde dann auch deutlich überschritten, sollte jemand diese Aussage treffen: Menschen werden nicht nur von Genen bestimmt. Die natürliche Umwelt, das soziale Umfeld, Kultur und Religion. Juden verbindet nicht die Biologie, sondern die gemeinsame Religion und ein gemeinsames kulturelles Erbe. Es gibt ja auch keine französischen Gene Wo liegt der Fehlschluss in den Annahmen von Herrn Sarrazin? Neben dem Beispiel der Juden, so sagte er es in einer Talkrunde, habe er auch das Beispiel der Engländer, die auch gemeinsame Erbanlagen aufweisen. Daran ist wissenschaftlich nichts Fragwürdiges: Auch die Franzosen haben im Vergleich mit Nichteuropäern genetische Ähnlichkeiten. Sie haben denselben Siedlungsraum und pflanzen sich miteinander fort. Dennoch würde weder der Franzose selbst noch der Nichtfranzose in der Beobachtung des Franzosen alles Französische den Genen zuschreiben. Zusammenhänge weisen immer über den Ist-Zustand hinaus. Das gilt auch für die Türken und die Menschen, die in den Ländern leben, die wir zusammenfassend als arabische Welt bezeichnen. Sie sind es, auf die Herr Sarrazin mit seinem Vergleich eigentlich hinaus will. So wie wir wissen, dass sich der Genpool eines Individuums aufgrund seiner Erfahrungen innerhalb eines Lebens schon verändern und er diese an seine Nachkommen weitergeben kann, so wissen wir auch, dass die geschichtlichen Prägungen, der Umgang mit Naturkatastrophen, technische Revolutionen den Menschen verändern. So wie die Franzosen etwas verbindet, so verbindet letztlich auch alle Menschen etwas. Denn auch alle Homines sapientes, die heute leben, stammen aus einem Siedlungsgebiet. Alle Menschen haben genetische Ähnlichkeiten. Gene sind kein Fatum Wir sind also auch Herr über unsere Gene. Herren über unseren Willen. Es gibt keine Vorherbestimmung zu einem Leben in resignierter Reproduktionsbereitschaft. Es gibt ein erfülltes Leben in einem Gemüsegeschäft mindestens genauso wie in einem Bankenturm. Gene sind nicht produktiv. Menschen sind es. Gene können sich nicht integrieren, Menschen schon. So sind es auch die kulturellen Prägungen und sozialen Rahmenbedingungen, die Integration verhindern können. Wir wissen, dass es Zuwanderer aus muslimischen Familien schwerer haben, häufiger auffallen, straffällig werden. Wir wissen, dass es im Alltag viele Probleme im Zusammenleben gibt: bei Eheschließungen, bei Konversionen vom Islam zu einer anderen Religion, bei Kopftuch und Burka, beim Sportunterricht für die Mädchen und beim Moscheebau. Das mag an vielem liegen, ganz gewiss auch an den weit verbreiteten Vorurteilen, die es im Islam gegenüber Nichtmuslimen gibt. Es liegt aber nicht an den Genen. Toleranz kann nicht vererbt werden, HerrSarrazin. Auch von uns Deutschen nicht. Schön wäre es, wenn es dafür ein Gen gäbe. Alexander Görlach ist Herausgeber und Chefredakteur des Online-Magazins The European . Weitere Kommentare zum Thema aus der Debatte auf The European: David Baum: Sarrazin statt Muezzin Hans-Olaf Henkel: Spieglein, Spieglein in der Buchhandlung Christian Böhme: Düsteres aus Thilostan Alan Posener: Moral statt Krawall
Schnellimbissketten sollten ihren Kunden mit den Menüs Tabletten servieren, die den Cholesterinspiegel senken, fordern Wissenschaftler.
Es passiert während des Schlafs: Das Baby hört auf zu atmen, einfach so. Die Eltern bleiben verstört zurück. Der plötzliche Tod sorgt für Selbstvorwürfe und Verdächtigungen. Die Fragen bleiben für den Rest des Lebens - Fragen, die auch die Medizin nicht hinreichend beantworten kann.
Je perspektivloser, abgewerteter und isolierter sich Menschen fühlen, desto höher ist ihr Risiko zu erkranken. In besonders dramatischen Fällen - wie bei der Selbstmordserie von Angestellten der France Télécom - erlischt am Ende sogar der Lebenswille.
Viele kaufen Bio-Lebensmittel, weil diese gesünder sein sollen. Britische Forscher winken ab: Der Nährstoffgehalt von Öko- und Standard-Lebensmitteln unterscheide sich - wenn überhaupt - nur gering. Die Studie hat aber einen Haken.
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