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18. Oktober 2010, 18:25 Uhr

Forscher finden Depressions-Gen

Bei der Entstehung von Depressionen spielen viele Faktoren eine Rolle. US-Forscher haben nun ein Gen entdeckt, das möglicherweise ein Schlüsselfaktor für den Ausbruch der psychischen Krankheit ist. Dies könnte ein Angriffspunkt für neue Therapien sein.

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Ein Gen könnte eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Depressionen spielen© Colourbox

US-Forscher haben ein Gen ausfindig gemacht, das vermutlich eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Depressionen spielt. Die in der Fachzeitschrift "Nature Medicine" veröffentlichten Ergebnisse könnten nun zu der Entwicklung von besseren Medikamenten für depressive Patienten beitragen. Die Wissenschaftler von der Universität Yale wurden auf das Gen MKP-1 aufmerksam, als sie die DNA von 21 verstorbenen Menschen mit Depression mit dem genetischen Code von 18 Menschen ohne die psychische Erkrankung verglichen.

Das Gen reguliert den Forschern zufolge MAPK genannte Chemikalienströme im Gehirn, die grundlegend für die Funktion von Neuronen sind. Die Wissenschaftler schalteten bei Versuchsmäusen das Gen MKP-1 aus und stellten fest, dass die Tiere sehr stressresistent waren. Mäuse mit dem Gen hingegen entwickelten unter Stress depressionsähnliche Symptome. Die Funktion von MPK-1 könne somit "ein elementarer Grund oder zumindest ein bedeutsamer Faktor" für die Entstehung von Depressionen sein, erklärte der Hauptautor der Studie, Ronald Duman. Es wird angenommen, dass Depressionen und andere psychische Erkrankungen neben genetischen Gründen durch eine Vielzahl von Faktoren ausgelöst werden können. Durch die Ergebnisse der Forscher sei das Gen MKP-1 nun als mögliches Ziel für die Behandlung mit einer neuen Klasse von Medikamenten ausgemacht worden, teilte die Universität Yale mit.

Schon seit einigen Jahren suchen Wissenschaftler nach den genetischen Ursachen für Depressionen. 2003 stellten Forscher bereits einen Zusammenhang zwischen einem Gen, das den Serotonintransport beeinflusst, dem Risiko für Depressionen und schweren Lebensereignissen her. Allerdings wurde dieser Fund - und damit die Bedeutung des Depressions-Gens - durch eine Metaanalyse infrage gestellt.

AFP/lea
 
 
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