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Ratgeber Sexualität

Boten der Lust

Da stimmt die Chemie, heißt es, wenn zwei sich gut verstehen. Und tatsächlich werden Lust und Liebe auch von biochemischen Abläufen im Körper beeinflusst: Ein Cocktail aus Hormonen lässt die Schmetterlinge im Bauch tanzen.

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Wie stark beeinflussen Hormone eigentlich unsere Stimmung?© M. Martins/Photocase.com

Seit sich herumgesprochen hat, dass die in unserem Blut kreisenden Botenstoffe Stimmungen, Befindlichkeiten und Begehren beeinflussen, neigen wir dazu, alle möglichen zwischenmenschlichen Freuden und Leiden auf die Hormone zu schieben. Es scheint verführerisch einleuchtend, dass wir persönlich sozusagen gar nicht für unser sexuelles Verhalten - und eventuelle Ausrutscher - zuständig sind. Jeder Seitensprung eine Laune der Hormone, da braucht dann ja auch kein Mensch ein schlechtes Gewissen zu haben.

Doch natürlich sind es nicht allein die Hormone, die uns zueinander treiben. Mit wem wir unser Bett teilen wollen, das hängt auch von Schönheitsidealen oder gesellschaftlichem Status ab, von anerzogenen Werten und früheren erotischen und zwischenmenschlichen Erfahrungen. Sogar der Sex selbst unterliegt dem Wandel der Zeit: Verglichen mit den 1940er und 1950er Jahren, als der Sexualforscher Alfred Kinsey seine berühmten Studien zum Liebesleben der Amerikaner veröffentlichte, haben heute zum Beispiel viel mehr Paare Oralsex - die westlichen Gesellschaften sind da inzwischen liberaler, die Menschen meist besser über die Spielarten der Lust informiert.

Je nachdem, ob die Experten sich dem Phänomen Liebe eher von der soziologischen, der psychologischen oder der biomedizinischen Seite her nähern, glauben sie mehr oder weniger an die Macht der Hormone. Zweifelsfrei steht aber fest, dass es ein "Hormon-Basis-Programm" gibt, das unsere Sexualität bis zu einem gewissen Grad beeinflusst, vor allem, wenn es um Fortpflanzung geht. Allein die Geschlechtshormone und der Drang, sich zu vermehren, können aber die menschliche Erotik nicht wirklich erschöpfend erklären: Spätestens seit Erfindung der Anti-Baby-Pille sind Sex und Kinderkriegen zwei Paar Schuhe.

Seite 1: Boten der Lust
Seite 2: Die wichtigsten Sexualhormone
Seite 3: Der Zauber der Wespentaille
Seite 4: Im Rausch der Leidenschaft
 
 
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