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Elmos Neue ist Autistin

Es gibt Zuwachs in der Sesamstraße: Elmo hat eine neue Spielgefährtin bekommen. Sie heißt Julia und ist ein bisschen anders als die meisten Kinder. 

Elmo aus der Sesamstraße hat eine neue Freundin

Elmos neue Spielgefährtin: Sie heißt Julia und ist Autistin.

Von den Typen aus der Sesamstraße hat man ja schon länger nichts mehr gehört. Doch jetzt hat einer von ihnen eine neue Freundin - und das macht auch außerhalb der Sesamstraßenzielgruppe erstaunlich schnell die Runde. Elmo, der rote strubbelige Kerl, hat am Donnerstag Julia kennengelernt. Und das wäre an sich nicht weiter erwähnenswert, wäre Julia nicht Autistin. 

Julia ist Teil der neuen Initiative der Sesamstraße "Sesamstraße und Autismus: Sieh das Wunderbare in allen Kindern". Sie soll dazu beitragen, Vorurteile gegenüber autistischen Kindern abzubauen. Kinder mit Autismus würden fünfmal so häufig gehänselt wie andere Kinder, sagt Jeanette Betancourt, Vize-Präsidentin der Nonprofit-Organisation "Sesame Workshop" dem "People Magazin". "Und eines von 68 Kindern hat Autismus - das ist eine Menge Mobbing."

Warum sind die so komisch?

Das erklärte Ziel der Initiative: Zeigen, was alle Kinder gemeinsam haben  - und nicht, was sie unterscheidet. Autistische Kinder lieben es genau so zu spielen, Freunde zu haben und Teil einer Gruppe zu sein. Nur können sie es nicht immer so zeigen - und wirken daher auf andere komisch. "Menschen mit Autismus können soziale und emotionale Signale nur schwer einschätzen und haben ebenso Schwierigkeiten, diese auszusenden. Die Reaktionen auf Gefühle anderer Menschen oder Verhaltensanpassungen an soziale Situationen sind selten angemessen", schreibt der Bundesverband zur Förderung von Menschen mit Autismus.

Deswegen soll Julia fortan aus Kindersicht erklären, was Autismus bedeutet. Etwa, warum sie in die Hände klatscht oder Geräusche macht, wenn sie sich freut oder ärgert. Oder warum sie anderen Kindern nicht in die Augen schaut. "Wenn du fünf Jahre alt bist und siehst, dass ein anderes Kind keinen Augenkontakt mit dir aufnimmt, denkst du vielleicht, dass es nicht mit dir spielen will. Aber das stimmt nicht", sagt Sherrie Westin, ebenfalls Vorsitzende des "Sesame Workshops". Julia spielt nur einfach gerne ein bisschen anders. 

Nichtautistischen Kindern solle die Initiative helfen, richtig auf solche mit Autismus zu reagieren. Das, so hoffen die Initiatoren, schafft Sicherheit und Inklusion. Und baut Vorurteile ab. "Manche Menschen wissen noch nicht einmal, ob sie das Wort autistisch überhaupt verwenden dürfen", so Westin. Für das Drehbuch arbeiten die Macher eng mit Familien autistischer Kinder zusammen. Die Autorin der Geschichte, Leslie Kimmelmann, hat selbst einen autistischen Sohn. Zu sehen sind Elmo und Julia im Netz und per App. Bislang leider nur auf Englisch. 

mh
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