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Sport trotz chronischer Schmerzen

Wer Schmerzen hat, soll sich schonen? Das gilt längst nicht mehr! Psychotherapeut Michael Pfingsten schildert, wie Betroffene den Teufelskreis aus Schmerz und Anspannung durchbrechen können - und wie Bewegung wieder Spaß machen kann.

  Regelmäßige Bewegung kann chronische Schmerzen lindern

Regelmäßige Bewegung kann chronische Schmerzen lindern

Herr Pfingsten, darf man mit starken Schmerzen körperlich aktiv sein?

Man darf nicht nur - man soll! Bewegung stellt meist keine Gefahr dar für Patienten mit Schmerzen. Natürlich müssen zunächst die Ursachen der Schmerzen vom Arzt abgeklärt sein: Mit Entzündungen, Bandscheibenvorfällen, die auf die Nerven drücken, oder mit einem Wirbelgleiten kann man nicht einfach losjoggen. Die meisten chronischen Rückenschmerzen rühren aber daher, dass Muskeln, Sehnen und Gelenke nicht richtig zusammenarbeiten. Wer mit solchen Schmerzen auf dem Sofa sitzen bleibt, verschärft seine Probleme eher noch.

Trotzdem hören viele Schmerzpatienten von ihrem Arzt: Passen Sie auf Ihre Wirbelsäule, Ihre Hüfte, Ihr Knie auf...

... und außerdem bekommen sie Spritzen, Pillen oder eine OP verordnet. Dadurch verfestigt sich allmählich der Eindruck, man sei sehr krank und dürfe viele Dinge nicht mehr tun. Schmerzpatienten geben das Joggen auf, fahren kaum noch Rad und gehen nicht mehr ins Theater, weil sie Angst davor haben, drei Stunden in einem unbequemen Stuhl sitzen zu müssen. Auch in vielen Rückenschulen wird immer noch erklärt: Heben Sie bloß nichts mit rundem Rücken, gehen Sie lieber in die Hocke, statt sich zu bücken. Dadurch bekommt man eher noch mehr Angst vor bestimmten Bewegungen.

Wie kommt man aus dieser Schonhaltung wieder heraus?

Es ist nicht so wichtig, mit welchem Sport man anfängt, sondern dass die Bewegung wieder Spaß macht. Selbst Spazierengehen kann ein Einstieg sein. Wichtig ist, dass man sich zu Beginn konkrete, aber überschaubare Ziele setzt, etwa: Ich gehe montags und donnerstags am Abend eine halbe Stunde Walken. Niemand muss gleich für einen Marathon trainieren.

Warum hilft Bewegung gegen Schmerzen?

Sport wirkt auf Körper und Psyche: Verspannungen drücken dauerhaft auf die Schmerz-Sensoren im Muskelgewebe. Bewegung und Dehnen der Muskeln löst diese Verhärtungen und durchbricht so den Teufelskreis aus Schmerz, Anspannung und noch mehr Schmerz.

Außerdem werden Schmerzen häufig durch Stress verstärkt. Nach dem Sport fühlt man sich dagegen müde und entspannt. Große Teile des Nervensystems kommen zur Ruhe, wenn wir nach einem anstrengenden Training unsere Batterien wieder aufladen. Dabei wird Stress abgebaut - und das lässt auch die Schmerzen geringer werden.

Wie wichtig sind Erfolgserlebnisse beim Sport?

Wer anfängt zu trainieren, wird schnell viele kleine Erfolge sehen: Man kann länger am Stück joggen oder sich beim Krafttraining ein Pfund mehr draufpacken. Das aktiviert das körpereigene Belohnungssystem im Gehirn, was über bestimmte Botenstoffe wiederum die Schmerzleitung in den Nervenbahnen ausbremst.

Kann das Training die Schmerzen denn nicht verschlimmern?

Am Anfang kann es weh tun, steife Muskeln und Gelenke wieder zu bewegen. Natürlich bekommt man auch Muskelkater. Das sollte aber nicht abschrecken: Es ist ein Zeichen dafür, dass die Muskeln ihre Arbeit wieder aufgenommen haben. Wir konfrontieren unsere Patienten im Training sogar mit Schmerz, lassen sie in Maßen auch schmerzhafte Bewegungen ausführen. Wichtig ist, dass man langfristig wieder selbst bestimmt, wie lange man sich bewegt - und nicht der Schmerz den Trainingsumfang diktiert.

Interview: Nicole Heißmann

Interaktive Infografik: Fit im Büro

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