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Kann man Cellulite wegtrainieren?

Fast jede Frau hat sie, doch zeigen möchte sie niemand: Cellulite, auch Orangenhaut genannt. Was lässt sich gegen sie unternehmen? Verschwinden die unschönen Dellen tatsächlich durch mehr Sport?

Cellulite: Verhilft Training zu einem straffen Po und glatten Schenkeln?

Mit Sport gegen Cellulite: Verhilft Training zu einem straffen Po und glatten Schenkeln?

Mit der Cellulite verhält es sich ähnlich wie mit einer unliebsamen Klette: Sie kommt ungefragt und ist schwer wieder loszuwerden. Zeichnen sich die Dellen erst einmal auf Po, Oberschenkeln und Armen ab, bleiben sie dort auch meist. Da ist es ein schwacher Trost, dass nahezu jede Frau mit den Beulen zu kämpfen hat: 85 bis 98 Prozent der über 20-Jährigen leiden unter der unebenen Haut. Meist versuchen Betroffene, mit Sport gegen die Beulen vorzugehen und die Haut auf diese Weise zu straffen. Doch verschwindet Cellulite tatsächlich durch mehr Training?

Die Idee erscheint zumindest nicht abwegig: Beim Sport verbrennt der Körper Kalorien und baut Fettpolster ab. Eben jene verursachen Cellulite. Verantwortlich dafür ist das schwache Bindegewebe der Frauen: Die einzelnen Stränge verlaufen parallel zueinander, was es dehnbarer macht – gut etwa, damit sich in einer Schwangerschaft der Bauch wölben kann. Aus genetischer Sicht ist das sinnvoll, für die Kosmetik jedoch eine Katastrophe: An diesen Fasern können sich nämlich auch Fettzellen vorbeidrücken und an der Hautoberfläche Furchen und Dellen hinterlassen.

Ingo Froböse, Professor an der Deutschen Sporthochschule Köln, sieht neben dem Fettabbau einen weiteren positiven Aspekt von Sport: "Wer trainiert, baut Muskelmasse auf. Diese kann die Haut von unten leicht aufspannen, ähnlich einem Kissen, das aufgefüllt wird."

"Ganz wegtrainieren lässt sich die Cellulite nicht"

Allzu große Hoffnungen sollte jedoch niemand in das Training stecken: "Ganz wegtrainieren lässt sich die Cellulite nicht, dafür ist sie zu stark genetisch bedingt", so Froböse. Dies sei auch der Grund, weshalb selbst durchtrainierte Sportlerinnen mit Cellulite zu kämpfen hätten.

Diese Meinung teilt auch Maja Hofmann, Oberärztin an der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Charité: "Es gibt derzeit leider keine wirksame Therapie gegen Cellulite, gleichwohl aber Maßnahmen, mit denen sich das Hautbild bessern lässt."

Übergewichtigen Menschen rät die Expertin, sich viel zu bewegen, die Ernährung umzustellen und auf diese Weise abzunehmen. Sinnvoll sei eine ausgewogene, fettreduzierte Ernährung. Spezielle Bindegewebsmassagen und Lymphdrainagen würden dabei helfen, Wasser aus dem Gewebe zu schwemmen, das eine bestehende Cellulite verstärken könnte. Wichtig sei ein langfristig angelegtes Gesamtkonzept, das die Bereiche Bewegung und Ernährung umfasse, so Hofmann. Dieses kann bei Bedarf mit einem Mediziner, etwa einem Hautfacharzt, erarbeitet werden.

Für den Bereich Sport empfiehlt Ingo Froböse eine Mischung aus Ausdauer- und Krafttraining: "Schwimmen, Laufen oder Radfahren, dreimal in der Woche, das ist ideal. Dazu kommen vier Einheiten Muskeltraining für je 15 bis 30 Minuten. Als Übung bietet sich die klassische Kniebeuge an, da sie gleichzeitig Oberschenkel- und Gesäßmuskeln trainiert. Wer will, kann auch im Fitnessstudio an der sogenannten Abduktionsmaschine üben."

In keinem Fall sollte man es jedoch mit dem Training übertreiben: Wer beispielsweise stundenlang auf Straßen joggt, könnte mehr Schaden als Nutzen anrichten. "Starke Erschütterungen sollten vermieden werden, da sie das Bindegewebe zusätzlich schwächen", so Froböse. Sein Tipp: "Lieber auf weichem Waldboden als auf Asphalt laufen gehen."

Fazit

Cellulite ist hartnäckig und meist genetisch bedingt. Selbst schlanke, durchtrainierte Menschen leiden daher unter Orangenhaut. Wer von Natur aus ein schwaches Bindegewebe besitzt, wird sie wohl nie ganz losbekommen – auch nicht durch regelmäßigen Sport. Das bedeutet allerdings nicht, dass sich gegen die Dellen nichts unternehmen lässt. Ein normales Gewicht, eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung helfen dabei, die Dellen abzumildern und das Hautbild zu bessern. Sinnvoll sind auch spezielle Bindegewebsmassagen und Lymphdrainagen. Diese erzielen jedoch nur kurzfristige Effekte und müssen regelmäßig angewandt werden.

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