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So gefährlich ist die Partydroge

Fatale Einstiegsdroge: Crystal Meth putscht den Körper auf - und ruiniert ihn in kürzester Zeit. Fakten zum kristallinen Pulver, das Thema beim deutsch-tschechischen Innenministertreffen ist.

Die Droge macht schnell abhängig und führt zu schweren Gesundheitsschäden: Kristallines Methamphetamin, besser bekannt unter dem Namen Crystal Meth, stammt zumeist aus Tschechien und wird im angrenzenden Sachsen und Bayern immer mehr zum Problem. Der Kampf gegen den Drogenschmuggel war Thema beim Treffen von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) mit seinem tschechischen Kollegen Jan Kubice und den Innenministern aus Sachsen und Bayern am heutigen Donnerstag in Prag.

Das Ergebnis: Der Kampf gegen die schnell abhängig machende und äußerst schädliche Droge Crystal solle ausgeweitet werden, sagte Friedrich. "Wir sind dabei, einen Polizeikooperationsvertrag neu auszuhandeln, und wir werden demnächst auch die polnischen Behörden, wo ja die meisten Rohstoffe und Ausgangsmittel für Crystal Speed herkommen, mit einbeziehen." Zu den vereinbarten Maßnahmen gehören nach Angaben Friedrichs unter anderen gemeinsame Streifen sowie eine enge Zusammenarbeit bei Ermittlungsverfahren.

Was die Partydroge Crystal Meth mit Menschen anstellt, hat die amerikanische Drogen-Aufklärungsseite Rehabs.com bereits eindrücklich gezeigt: Mit Bildern von Menschen, die zu Zombies mutieren - und das innerhalb kürzester Zeit. Doch warum ist das weiße Pulver so gefährlich? Und wie verbreitet ist es in Deutschland? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was ist Crystal?

Crystal oder auch Meth ist der Szenename für Methamphetamin, eine künstlich hergestellt Droge. Es wird als weißes oder eingefärbtes kristallines Pulver, teilweise auch als Tabletten oder Kapseln verkauft. Hergestellt wird es aus dem Wirkstoff Ephedrin, der in Asthma-, Husten- und Grippemedikamenten enthalten ist.

Was macht Crystal so gefährlich?

Crystal putscht den Körper auf, führt zu einer Leistungssteigerung. Hunger, Schlaf und Schmerzempfinden werden unterdrückt. Typisch ist auch Euphorie, extreme Nervosität, ein gesteigertes Selbstwertgefühl und eine erhöhte Risikobereitschaft. Für die Nervenzellen ist Crystal hochgiftig. Vor allem der Langzeitkonsum kann zu Nervenschäden, Gedächtnis- und Konzentrationsproblemen, Zahnausfall, Herzproblemen, Hautentzündungen und Psychosen führen.

Woher kommt die Droge?

Crystal wird vorwiegend in Tschechien hergestellt und dann nach Deutschland geschmuggelt. Die Droge ist laut Sicherheitsbehörden auch auf sogenannten Asiamärkten im tschechischen Grenzgebiet billig und einfach zu beschaffen. In Sachsen tauchte die Droge nach Angaben des Landeskriminalamts (LKA) erstmals verstärkt Ende 1998 im Erzgebirgsraum auf. Sie hat sich aber mittlerweile zu einem Problem in ganz Sachsen und Bayern entwickelt und breitet sich auch zunehmend in anderen Bundesländern aus. Anfangs wurde Crystal nur in Kleinstmengen geschmuggelt, mittlerweile liegen die Mengen im Kilobereich.

Wie verbreitet ist Crystal in Deutschland?

Zwar finden Polizei und Zoll meist nur vergleichsweise geringe Mengen der Droge, die Gesamtmenge ist aber in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. 2011 wurde laut Bundeskriminalamt in 2112 Fällen Crystal gefunden - eine Steigerung um 164 Prozent. Insgesamt wurden 2011 rund 40 Kilogramm Crystal beschlagnahmt, das waren knapp 49 Prozent mehr als im Vorjahr. Zum Vergleich: 2009 waren erst 7,2 Kilo Crystal gefunden worden.

Wie viele Menschen konsumieren die Droge?

Dazu gibt es nur wenige konkrete Angaben. Der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans (FDP), zufolge ist Crystal aber ein zunehmendes Problem bei Erstkonsumenten. 2011 wurden insgesamt 1693 Konsumenten erstmals wegen Crystal auffällig, das waren 163 Prozent mehr als im Jahr davor. Damit nahmen in Deutschland erstmals mehr Erstkonsumenten Crystal als Ecstasy. Auch bei der Drogenberatung häufen sich die Crystal-Fälle. Allein in Sachsen stieg der Anteil der Klienten zwischen 2010 und 2011 um fast 30 Prozent.

Was unternehmen die Behörden?

Mit verstärkten Kontrollen in der Grenzregion soll der Druck auf Schmuggler und Konsumenten erhöht werden. Im Rahmen der "Operation Speedway" gingen 2011 und 2012 Zoll- und Polizeibehörden in Deutschland und Tschechien gemeinsam gegen Crystal-Dealer und Schmuggler vor. In Tschechien wurden laut Bundesinnenministerium in jüngster Zeit 41 illegale Labore zur Methamphetaminherstellung ausgehoben. Beiderseits der Grenze gab es zudem mehr als 1000 Festnahmen. Bayerns Innenminister Joachim Hermann (CSU) fordert, die "tschechischen Drogenküchen" konsequent auszuheben und auch den Import der Crystal-Grundstoffe aus Polen zu stoppen.

Andrea Hentschel, AFP/AFP

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