Startseite

Leistungsdruck macht den Nachwuchs krank

Psychische Krankheiten beginnen oftmals schon in jungen Jahren: Jedes vierte Kind in Deutschland leidet unter Depressionen, Ängsten oder Hyperaktivität. Die Ursachen sind häufig im Elternhaus zu finden.

  Ungesunder Stress: Jedes vierte Kind in Deutschland leidet unter psychischen Störungen

Ungesunder Stress: Jedes vierte Kind in Deutschland leidet unter psychischen Störungen

Eine unbeschwerte Kindheit scheint fast schon Seltenheitswert zu haben: Jedes vierte Kind in Deutschland zeigt psychische Auffälligkeiten. "Psychische Störungen, vor allem psychosomatische Symptome haben bei Kindern und Jugendlichen in den vergangenen Jahren von 20 auf 25 Prozent zugenommen", sagte der Direktor des Universitätsklinikums Eppendorf, Michael Schulte-Markwort, dem "Hamburger Abendblatt". Er verwies dabei auf eine Auswertung der Klinik von aktuellen Studien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des Berliner Robert-Koch-Institutes.

Besonders oft sind den Angaben zufolge Probleme wie Depression, Angst oder Hyperaktivität bei Kindern aus Familien mit geringerem Einkommen und wenig Bildung aufgetreten. In dieser Gruppe habe der Anteil der psychisch auffälligen Kinder bei 31,2 Prozent gelegen und sei damit fast doppelt so hoch gewesen wie bei Kindern aus Familien mit einem hohen sozialen Status (16,6 Prozent). "Die Ursachen für die psychischen Auffälligkeiten sind vielfältig", sagte Schulte-Markwort dem Abendblatt. Eine wichtige Rolle spielten die Eltern, die für ihr Kind die bestmögliche Ausbildung wollten, die Verkürzung der Lernzeit in den Gymnasien auf acht Jahre und ein erhöhter Druck in der Schule durch Leistungsvergleiche wie die Pisa-Studie.

Depressionen und Ängste belasten das Gesundheitssystem

Diesen Trend bestätigte auch eine Erhebung des Statistischen Bundesamtes, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Demnach erhöhten sich die Ausgaben für psychische Erkrankungen in Deutschland zwischen 2002 und 2008 drastisch - um 22 Prozent auf 28,7 Milliarden Euro. Psychische Verhaltensstörungen insgesamt sind inzwischen ein großer Kostenfaktor für das Gesundheitssystem: Nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krankheiten des Verdauungssystems rangieren psychische Störungen auf Platz drei unter den Volkskrankheiten; sie schlugen 2008 mit knapp 28,7 Milliarden Euro zu Buche.

Frauen greifen häufiger zu Antidepressiva

Dazu passen auch neue Erkenntnisse der Techniker-Krankenkasse (TK). Eine aktuelle Auswertung des TK-Gesundheitsreports zeige, dass sich der Verbrauch der Antidepressiva unter Deutschlands Beschäftigten innerhalb von zehn Jahren verdoppelt habe, teilte die Krankenkasse mit. Statistisch gesehen habe jeder Berufstätige im vergangenen Jahr für acht Tage Medikamente zur Behandlung von Depressionen erhalten, das entspreche im Vergleich zu 2000 einem Anstieg von 113 Prozent. Frauen erhielten mit 10,5 Tagesdosen dabei deutlich mehr Antidepressiva als Männer, die Medikamente für sechs Tage verschrieben bekamen. Auch zwischen den einzelnen Bundesländern gibt es der TK zufolge gravierende Unterschiede: Während die Berufstätigen in Bayern mit neun Tageseinheiten bundesweit das höchste Pro-Kopf-Volumen verschrieben bekamen, erhielten jene in Sachsen-Anhalt lediglich für knapp sechs Tage Antidepressiva. Die Bundespsychotherapeutenkammer forderte angesichts der Zahlen eine Verbesserung der psychotherapeutischen Versorgung. Der Präsident der Kammer, Rainer Richter, klagte gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung" über einen Mangel an ambulanten Therapieangeboten vor allem im ländlichen Raum. Während die Bedarfsplanung in Städten für 2577 Einwohner einen Psychotherapeuten vorsehe, müsse im ländlichen Raum ein Therapeut für 23.106 Einwohner ausreichen.

swd/APN/APN

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Zu hohe Inkassogebühren, rechtens?
Hallo, ich habe am 20 März 15 einen Vertrag über 12 Monate mit einem Fitness-Studio abgeschlossen. Die Kosten (9,98 € 14-Tägig, 39,99€ Verwaltung einmalig, 19,99 Trainer und Servicepauschale Jährlich) sollten per Einzugsermächtigung abgebucht werden. Kürzlich bekam ich überraschend einen Brief von einem Inkassobüro mit der Zahlungsaufforderung für die gesamten 12 Monate inkl. der Verwaltung und Servicepauschale + Auslagen des Gläubigers (63,38€), Zinsen (1,42€), Geschäftsgebühr (45€), Auskunftskosten (5€) , Auslagenpauschale (9€) Hauptforderung 320,28€ Offene Forderung 444,08€ Nach dem ich mich bei der Firma erkundet habe, sagten sie mir, dass Zahlung zurückgegangen ist da mein Konto nicht gedeckt sei. Fakt war das sie einen Zahhlendreher in der Kontonummer hatten obwohl im meinem Durchschlag die Richtige Kontonummer angegeben wurde. Aber im Original hat jemand aus einer 3 eine 8 geändert. Nach Überprüfung konnte ich Feststellen das es diese Kontonummer gar nicht gibt und das diese vom System gar nicht angenommen wird. Spätestens da hätte man mich doch hinweisen oder fragen können was mit dem Konto sei. Es kam nie ein zu einem Zahhlungsrückgang, noch zu einer Zahlungserinnerung Mahnung seitens des Fitnessstudios. Die AGB´s habe ich nie zu Gesicht nie bekommen und auch nicht gelesen - diese stehen (nach meiner Recherche) im Internet aber auch nicht definiert wie man in Zahlungsverzug kommt. Leider habe ich unterschrieben das sie mir bekannt sind. Dies steht ganz kleingedruckt im Durchschlag. Ich habe der Firma vorgeschlagen die offenen Beiträge bis jetzt zu bezahlen und für die Zukunft eine neue Einzugsermächtigung zu erteilen, was sie aber abgelehnt haben und mir gesagt haben ich soll dies mit dem Inkassobüro klären. Der Fitnessvertrag ist somit gesperrt seit einem Monat. Da ich aber mit den Gebühren, Mahnspesen von dem Inkassobüro nicht einverstanden bin weiß ich nicht ob ich diese bezahlen muss. Ich habe dem Inkassobüro auch vorgeschlagen die offenen Beiträge zu begleichen und diese dann wie vertraglich vereinbart abgebucht werden. Sie haben mir angeboten diese in einem Jahr zu einem monatlichen Beitrag von 35€ abzuzahlen. Dies währen Mehrkosten von 100€, ist das rechtens? Bitte Antworten sie mir in einer Sprache die ich auch versteh - mit langen Gesetzestexten kann ich leider nicht umgehen Und was Sie denken was ich tun soll was rechtens ist. Vielen Dank im Voraus

Partner-Tools