Startseite

Kliniken verzeichnen deutlich mehr Anfragen zu Brustkrebsrisiken

Wegen Fällen von Brustkrebs in der Familie ließ sich Angelina Jolie vorsorglich die Brüste entfernen. Auch Frauen in Deutschland sind jetzt besorgt: In vielen Kliniken gibt es mehr Nachfragen.

  Mit einem Artikel in der New York Times brachte Angelina Jolie das Thema Brustkrebsvorsorge auf die Nachrichtenagenda

Mit einem Artikel in der New York Times brachte Angelina Jolie das Thema Brustkrebsvorsorge auf die Nachrichtenagenda

Auch wenn sich Hollywood-Schauspielerin Angelina Jolie, 38, jüngst bei einer Filmpremiere strahlend wie eh und je zeigte: Dass sie sich aus Angst vor Brustkrebs vorsorglich die Brüste entfernen ließ, hat offenbar in Deutschland bei vielen Frauen Ängste geschürt. In vielen Kliniken sind die Telefone nicht mehr still, Beratungstermine sind für Monate ausgebucht. "Wir sind regelrecht platt gemacht worden", sagte eine Mitarbeiterin der Uniklinik München. Eine Welle der Hysterie, wie sie Experten unmittelbar nach Bekanntwerden des Falls befürchtet hatten, gebe es aber nicht.

An der Berliner Charité seien seit Jolies öffentlichem Bekenntnis Anfang Mai so viele Anfragen eingegangen wie zuvor im gesamten ersten Quartal, sagte die Gynäkologin Dorothee Speiser. Knapp 180 Frauen wollten zum Beispiel wissen, ob bei ihnen ebenfalls ein hohes Brustkrebsrisiko bestehe, ob Gentests möglich sind oder ob eine Brustentfernung bei ihnen notwendig sei. Bei einem Großteil der Frauen handele es sich um Hochrisikopatienten: Sie hätten in direkter Verwandtschaft mehrere Fälle von Brustkrebs.

Jolie hatte ihre Entscheidung zur Amputation mit dem mutierten BRCA1-Gen in ihrer Familie begründet. Dieses erhöht das Krebsrisiko erheblich. Von einer familiären Häufung seien aber nur fünf Prozent der weiblichen Bevölkerung betroffen, sagte Susanne Volpers von der "Frauenselbsthilfe nach Krebs". Vor einem Gentest sollten sich Frauen gut informieren und sich fragen, ob sie das Ergebnis überhaupt wissen wollen. Liegt eine Genmutation vor, sei es statt einer Amputation auch möglich, sich regelmäßig untersuchen zu lassen.

"Es ist wichtig Ruhe zu bewahren", sagte die Leiterin des Dresdner Brustzentrums, Pauline Wimberger. "Nicht jeder, der Krebs in der Familie hat, hat diesen Gen-Defekt." Und nicht jede, die eine Mutation habe, müsse sich die Brüste abnehmen lassen. Die Brustentfernung sei ein radikaler Schritt, sagte auch Dorothee Speiser von der Charité. Dort werde eine solche OP etwa 20 Mal jährlich vorgenommen. Das Düsseldorfer Uniklinikum konnte in jüngster Zeit schon feststellen, dass durch das Vorbild Jolie mehr Patientinnen mit hohem Risiko eine Brustentfernung durchführen lassen.

Mehr Anfragen und Personalknappheiten

An vielen weiteren Unikliniken und Brustzentren haben sich die Anfragen in jüngster Zeit verdoppelt bis vervierfacht. In Dresden hätten sich die Zahlen pro Tag "im Schnitt um das Fünffache erhöht, an Spitzentagen sogar um das Zehnfache", sagte Pauline Wimberger. Das Uniklinikum Leipzig hat seit der Berichterstattung über Jolies Entscheidung mehr als 80 Anfragen erhalten. Normal waren bisher zwei bis drei pro Woche.

Die Nachfrage stellt die Kliniken vor organisatorische Schwierigkeiten: Am Hannoveraner Zentrum für Brust- und Eierstockkrebs seien frühere Kollegen für die Beratung zurückgeholt worden. Am Uniklinikum Ulm suche man gerade nach Möglichekiten, die vorhandenen Kapazitäten aufzustocken, sagte der Direktor der Frauenklinik, Wolfgang Janni. Es sei aber schwierig, Personal mit entsprechender Fachkenntnis zu finden.

Zusätzlich leisten die Kliniken auch am Telefon viel Aufklärungs- und Beruhigungsarbeit. Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg klärt anhand einer Checkliste darüber auf, ob man sich untersuchen lassen solle.

Beim Frauenarzt werde Brustkrebs nun ebenfalls verstärkt thematisiert, sagte Christian Albering vom Berufsverband der Frauenärzte. Frauen würden jetzt erstmals überhaupt über familiäre Erkrankungen sprechen und Beratungs- und Früherkennungsangebote wahrnehmen. Von Panik sei aber nichts zu spüren.

ono/DPA/DPA
täglich & kostenlos
Täglich & kostenlos

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.

Partner-Tools