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"Niemand hält deine Hand, während du stirbst"

Die amerikanische Missionarin überlebte das tödliche Virus nur um ein Haar. Entmutigt hat sie das nicht - sie will zurück nach Liberia. stern erzählte Nancy Writebol ihre bewegende Geschichte.

Von Alexandra Kraft, New York

"Nancy, ich liebe dich wie mein eigenes Leben, du hast Ebola". Die gesunde Missionarin Nancy Writebol mit Ihrem Mann David, vier Monate nachdem er ihr sagen musste, dass sie sich mit Ebola infiziert hatte.

"Nancy, ich liebe dich wie mein eigenes Leben, du hast Ebola". Die gesunde Missionarin Nancy Writebol mit Ihrem Mann David, vier Monate nachdem er ihr sagen musste, dass sie sich mit Ebola infiziert hatte.

Als ihr Leben zerbricht, sitzt Nancy Writebol auf der Kante ihres Bettes. In Monrovia, Liberia, geht gerade die Sonne auf, da kommt ihr Mann David ins Schlafzimmer. Es ist der 22. Juli, ihr Geburtstag. In seinen Augen erkennt sie sofort, dass er schlechte Nachrichten hat. Die letzten Tage hatte Nancy Writebol mit Fieber im Bett gelegen. Zusammen gerollt, die Knie fest an den Oberkörper gezogen. David lag, wann immer er konnte, neben ihr. Er hielt ihre Hand, während sie von Schmerzen geschüttelt wurde. Malaria, so hatte ein Test gezeigt. Ein Fehler.

"Nancy, ich liebe dich wie mein eigenes Leben, du hast Ebola", sagt David Writebol. Dann sackt er zusammen, schluchzt. Will seine Frau umarmen, sie berühren, sie und sich trösten. sagt: "Nein." Sie stößt ihn weg. Wenigstens das will sie noch für ihn tun nach 40 Jahren Ehe.

Sie will, dass er sich nicht bei ihr infiziert. Dass wenigstens er gesund bleibt. Vielleicht ist es schon zu spät. Ebola ist ansteckend ab dem Moment in dem der Erkrankte Symptome zeigt. Nancy Writebol hatte vier Tage zuvor zum ersten Mal Fieber. Sie trägt den besonders aggressiven Zaire-Stamm des Virus in sich. Bis zu 90 Prozent aller Infizierten sterben daran.

"Lasst sie doch in Afrika sterben"

Nancy Writebol lebt. Seit dem Morgen in Liberia sind vier Monate vergangen. Um die Geschichte ihrer Heilung zu erzählen, kommt sie an diesem Nachmittag mit David in ein Hotel in Wichita, Kansas. Die beiden halten Händchen, für Amerikaner ganz untypisch. Sie sind in der Kleinstadt im Mittleren Westen der USA zu Besuch, bei ihrem Sohn, der gerade umzieht. Obwohl sie helfen sollten, Kisten zu packen, haben sie sich Zeit für ein langes Gespräch mit dem stern genommen. Sogar ihre Ärzte hat die 59-Jährige von der Schweigeplicht entbunden und lässt den Blick in ihre Krankenakte zu. Warum? "Weil ich zeigen will, dass man besiegen kann, wenn man die richtigen Mittel hat", sagt sie.

Als Missionarin lebt sie seit August 2013 in Liberia. Hier wütet Ebola besonders verheerend. Mehr als 5000 Menschen starben bislang, noch immer werden es jeden Tag mehr. Als die Epidemie im Juli Monrovia erreicht, meldet sich die Amerikanerin freiwillig und hilft beim Aufbau einer Isolierstation in einer Kirche. Kaum zwei Wochen später zählt sie mit dem amerikanischen Arzt Brandley zu den ersten Helfern, die sich bei ihrer Arbeit auf einer Ebola-Isolierstation mit dem Virus infiziert haben. Die Meldung über Nancy Writebols Erkrankung läuft in den Nachrichten. Tage später wird sie aus Liberia in ein Spezialkrankenhaus nach Atlanta in den USA ausgeflogen. Die Bilder von ihr wie sie im Isolieranzug aus dem Flugzeug getragen wird, gehen live um die Welt.

Das Mitgefühl an ihrem Schicksal ist groß. Aber es gibt ebenso viele, die giften: "Warum bringt ihr Ebola, diese Todesseuche, nach Amerika? Lasst sie doch in Afrika sterben." Als Nancy Writebol diese Zitate heute hört, steigen ihr die Tränen in die Augen. Sprechen geht nicht mehr, die zierliche Frau kann nur noch den Kopf schütteln. David redet jetzt für sie: "Das zeigt nur, wie unmenschlich die heutigen Zeiten sind und wie wenig Mitgefühl es füreinander gibt. Das ist traurig."

"Ich dachte, ich verbrenne innerlich"

In sah Nancy Writebol auf der Isolierstation in 14 Tagen 40 Menschen sterben. Nur ein einziger Patient überlebt. Sie weiß, wie gnadenlos Ebola tötet. Sie hat gesehen, wie Babys und Kindern Blut aus Augen, Nase und Ohren lief. Wie Männer sich von Krämpfen geschüttelt auf dem Boden wandten. Frauen im Todeskampf um Erlösung wimmerten. "Ich werde diese Bilder nie mehr vergessen. Für mich hat Ebola Gesichter und Namen. Ich trage die Geschichten im Herzen", sagt sie heute. "Als David mir meine Diagnose sagte, wusste ich, wie ich sterben werde. Ich wusste es, denn ich hatte den tödlichsten Strang." Wie sie sich angesteckt hat, weiß keiner.

David geht, Nancy bleibt. Ihr kleines Haus in wird zu Krankenstation. Wenn Nancy Writebol heute von diesen Tagen erzählt, sinkt sie mehr und mehr in sich zusammen. Irgendwann flüstert sie nur noch. Ihre Tränen glitzern hinter den Brillengläsern, sie blinzelt sie immer wieder weg. Manchmal schnieft sie. "Ebola ist eine einsame Krankheit", sagt sie. Und erklärt dann, was sie damit meint: "Niemand ohne Schutzanzug kommt zu dir. Niemand fasst dich ohne Handschuhe an. Niemand streichelt dich. Niemand nimmt dich in den Arm. Niemand wischt deine Tränen weg." Writebols Zustand verschlechtert sich dramatisch. Explosionsartiger Durchfall, hohes Fieber, Schmerzen. Die Viren in ihrem Blut vermehren sich täglich. Bevor Ebola tötet, tobt es wie ein Feuersturm durch den Körper. "Ich dachte, ich verbrenne innerlich", sagt Writebol.

David redet in diesen Tagen von draußen durch ein Fenster mit ihr. Erzählt ihr Geschichten von guten Zeiten, versucht sie zum Lachen zu bringen. Und betet mit ihr. "Der Herr ist mein Hirte", sagt er immer wieder. Wenigstens etwas, an dem sich die gläubigen Christen festhalten können.

"Ich lag da, und spürte, wie das Leben mir entglitt", sagt Nancy. "Ebola nimmt dir alle Würde", so die 59 Jährige. "Ich wollte nicht, dass mich jemals irgendjemand so in meinem eigenen Schmutz liegen sieht." Mit aller Macht versuchen die Ärzte, sie vor der Dehydration zu bewahren. Als sie wegen des starken Flüssigkeitsmangels keine Adern mehr finden, versuchen sie einen Knochen im Oberschenkel anzubohren, um ihr darüber eine Infusion zu geben. Auch dieser Versuch scheitert. Die Schmerzen dabei lassen Nancy Writebol fast ohnmächtig werden. Schmerzmittel wirken kaum mehr, der Körper scheidet sie zu schnell wieder aus. "Ich schloss oft die Augen und wusste nicht, ob ich wieder wach werden würde", sagt Nancy. Wegen des Elektrolytmangels verliert sie ihr Erinnerungsvermögen. Laufen kann sie längst nicht mehr, ihre Nervenbahnen in den Beinen spielen verrückt. Kleinste Berührungen fühlen sich wie Nadelstiche an, sogar das Gewicht der Decke erträgt sie nicht.

Ebola braucht Menschen wie die Writebols

Es sind acht Tage seit der Diagnose vergangen, da bemerkt David Writebol Blut im linken Auge von Nancy. Ein Zeichen für innere Blutungen, die Ebola bei vielen Patienten im Endstadium auslöst. Die Blutgerinnung beginnt zu versagen.

David will sich seine Sorge nicht anmerken lassen. Er will stark sein. Dass er selbst infiziert sein könnte, darüber denkt er nicht nach. Für ihn zählt einzig Nancy. Heute sagt er: "Es waren dunkle Stunden." Manchmal, wenn Nancy im Haus eingeschlafen ist, kauert er auf dem Boden unter dem Fenster und weint hemmungslos, hofft, dass sie ihn nicht schluchzen hört. Als er sieht, wie seine Frau ins Delirium abgleitet, trifft er Vorbereitungen. Versucht sich damit abzufinden, dass er sie nie wieder berühren wird. Stellt sich vor, wie ihr Körper in Afrika verbrannt wird. Wie er die beiden erwachsenen Söhne über den Tod der Mutter informiert. Wie er ohne sie weiter lebt.

"Sie hielten uns für verrückte Gottesfreaks"

Nancy Writebol hätte dieses Martyrium nicht erleiden müssen. Sie hätte mit ihrem Mann einfach gehen können, als sie von den ersten Ebola-Fällen hörten. Sich in den USA in Sicherheit bringen können. Vermutlich hätte ihnen niemand einen Vorwurf gemacht. Nancy Writebol und ihr Mann David sind gläubige Christen. "Wir gehen dort hin, wo Gott uns haben will und für uns hatte er Liberia ausgewählt", sagt Nancy Writebol. Im Gebet hätten sie das gespürt. Ihre sonst oft brüchige Stimme, klingt stark. Sie weiß, dass viele sie für verrückt halten. Verwirrte Gottesfreaks, eben. "Sollen sie doch", sagt sie trotzig.

Eine Seuche wie Ebola braucht Menschen wie die Writebols. Die unglaublich mutig sind. Bereit sind, ohne Zögern ihr Leben für andere einzusetzen. Ohne solche Helfer würde Westafrika noch mehr im Chaos versinken. Deswegen ernannte das amerikanische Magazine Time vergangene Woche Nancy Writebol und alle Ebola-Helfer zu den Menschen des Jahres 2014.

Nancy Writebol bei der Desinfizierung eines Ebola-Helfers.

Nancy Writebol bei der Desinfizierung eines Ebola-Helfers.

Statt zu fliehen, hilft das Ehepaar Writebol beim Aufbau der Isolierstation. Er ist für die Wasserversorgung zuständig. Sie assistiert Ärzten beim Anlegen ihrer Schutzanzüge und sprüht sie nach getaner Arbeit zur Desinfektion mit Chlorbleiche ab. 16 bis 18 Stunden am Tag steht sie mit dem Schlauch bereit. In den Pausen kümmert sie sich um Angehörige. Bringt sie zu kleinen Löchern in der Kirchen-Mauer, durch die sie mit Männern, Frauen, Vätern, Müttern oder Kindern in der Isolierstation wenigstens reden können.

Keiner wusste, ob und wie ZMapp wirkt

Beide erleben wie 200 Menschen vor den Toren des Areals stehen und gegen die Isolierstation demonstrieren. Eine aufgebrachte Menge, ein paar Steine fliegen. "Jemand hat das Gerücht in die Welt gesetzt", wir würden die Ärzte nicht desinfizieren, sondern mit Ebola-Keimen einsprühen, um Liberia auszurotten", erzählt David. Das Ehepaar redet noch nicht einmal darüber, ob es besser ist, das Land zu verlassen. Sie bleiben einfach.

"Gegen Ende meiner Zeit in Monrovia spürte ich, wie der Tod nach mir griff", sagt Nancy Writebol. Sie dämmert nun mehr dahin, als dass sie wach ist. Ihre Umwelt versinkt in einem Schleier. Alle haben sich auf das schlimmste eingestellt. Die Ärzte können nicht mehr viel für sie tun. Writebol hat eine seltene Blutgruppe, eine Transfusion von einem Ebola-Überlebenden, die vielleicht lebensrettende Antikörper in ihren Kreislauf spült, gibt es für sie nicht. Mit Blutplasma versuchen die Ärzte die inneren Blutungen zu stoppen. Ödeme lassen ihren Körper anschwellen.

Zehn Tage sind seit der Diagnose vergangen. Als alle nur noch auf ihren Tod warten, gibt es plötzlich Hoffnung. Nancy Writebol erhält eine Dosis von ZMapp, ein aus Tabakpflanzen gewonnenes Medikament gegen Ebola, dass in Tierversuchen vielversprechend gewirkt hat. Am Menschen war es noch nicht erprobt worden, keiner kennt die Nebenwirkungen. Keiner weiß, ob es überhaupt hilft. David Writebol willig ein, es ihr auf eigenes Risiko zu geben.

"Wir bringen dich nach Hause. Halte durch"

Acht Stunden nach der Infusion von ZMapp sitzt Nancy Writebol im Bett und isst eine Banane. Ein Wunder? Kurz danach beginnt sie aus Nase und Haut zu bluten. Sie erhält eine Bluttransfusion und eine zweite Dosis ZMapp. Diesmal spürt sie nur ein Kribbeln in den Händen, bevor sie wieder tief in ihr Delirium versinkt. "Danach erinnere ich nur noch Bruchstücke", sagt Nancy Writebol.

Obwohl sie extrem geschwächt ist, wollen die Ärzte, sie aus Liberia nach Atlanta, ins Emory University Hospital ausfliegen. Es ist pure Verzweiflung. Ob sie die knapp zwei Tage lange Reise überleben wird, weiß keiner. Aneesh Mehta, der leitenden Arzt in Atlanta, sagt zum stern: "Unsere Hoffnung war, sie in den USA enger kontrollieren zu können, und schneller auf Veränderungen ihres Zustandes reagieren zu können."

Auf der Ladefläche eines Pick-Ups wird Nancy die 20 Kilometer zum Flughafen in Monrovia transportiert. Das Land besitzt nur vier Ambulanzwagen. Eine Tortur für die geschwächte Frau. Als sie über ein Gepäckband ins Flugzeug gehoben wird, beugt sich ein Begleiter über sie. Greift ihren Kopf und sagt: "Nancy, wir bringen dich nach Hause. Halte durch." David darf nicht mit. Er muss noch sechs Tage in Quarantäne bleiben.

Keiner der Ärzte hatte bisher Ebola behandelt

"Als Nancy bei uns ankam, war sie in einem katastrophalen Zustand", sagt Mehta. Der intravenöse Zugang funktionierte nicht mehr. Über Stunden hatte sie deshalb keine Flüssigkeit erhalten, im Anzug aber stark geschwitzt. Schwestern schneiden ihr die verschmutzte Kleidung vom Körper. "Ich dachte nur, sie können doch nicht meine einzigen Sachen, die ich zum Anziehen habe, kaputt machen", erzählt Nancy Writebol lachend. Und: "Schon komisch, worum man sich in einem solchen Moment Sorgen macht."

Die Ärzte müssen eiligst einen zentralen Venenkatheder legen. Writebols Herz droht unter den Belastungen der Krankheit zu versagen. Es schlägt viel zu schnell, bis zu 104 Mal in einer Minute. Es ist die Folge eines starken Kaliummangels. Die Atmung ist stockend und stoppt immer wieder. Außerdem ist ihre Blutmenge stark verringert. Immerhin ist sie fieberfrei. "Meine einzige Hoffnung für sie war, dass sie schon so lange überlebt hatte, sie war zäh", so Mehna.

Das Emory Hospital verfügt seit 1989 über eine spezielle Isolierstation für hoch ansteckende Infektionskrankheiten. Die Zimmer sind mit einem eigenen Belüftungs- und Abwassersystem ausgestattet. Das Personal besonders geschult. Bis zu Ankunft von Nancy Writebol und dem zwei Tage zuvor ausgeflogenen Kent Brantley war das aber alles aber nur Theorie. "Denn", so Mehta, "Keiner von uns hatte bisher jemals einen an Ebola Erkrankten gesehen oder behandelt."

Sie stand einfach auf und ging duschen

Sie pumpen Salz- und Nährlösung in Writebols Körper. Was richtig oder falsch ist bei Ebola, weiß bis heute keiner so genau. "Wir müssen es ausprobieren", gesteht Metha. Oft ist es ein schmaler Grad, denn zu viel Flüssigkeit könnte den Körper überlasten und zu lebensbedrohlichen Ödemen führen. Stündlich kontrollieren sie nun Writebols Blutwerte. In Afrika war das unmöglich. Da dauert es oft Stunden, gar Tage, bis Laboruntersuchungen ausgewertet sind. Unter der intensiven Pflege verbessert sich Nancy Writebols Zustand dramatisch. Sie hat nur noch selten Durchfall, das Fieber bleibt weg. Am 16. Tag erhält sie die eine dritte Infusion mit ZMapp. Die Tage vergehen, und Nancy erwacht langsam aus ihrem Dämmerzustand weiter. "Ein gutes Zeichen", sagt Mehta.

Dann am 20. Tag ruft ihn eine überschwängliche Krankenschwester an: "Nancy ist einfach aufgestanden und steht unter der Dusche." Mehta ist von der Nachricht so überwältigt, er kann nichts sagen. Legt einfach auf, atmet durch und macht an seinem Schreibtisch einen kleinen Freudentanz. Er ist sich sicher, sie haben ein Leben gerettet.

Und vielleicht noch viele mehr. Zum stern sagt er: "Wir haben so viel aus der Behandlung der ersten Ebola-Patienten gelernt. ZMapp scheint zu helfen, so unser Eindruck. Außerdem haben wir gesehen, dass es zentral ist, die Patienten mit Flüssigkeit, Mineralen und Nährstoffen zu versorgen." Denn nicht nur die inneren Blutungen seien gefährlich, sondern auch der Elektrolytmangel der schwere Herzprobleme auslöse, die genauso häufig zum Tod führen.

"Nächstes Jahr will ich nach Liberia zurück"

Alle Erkenntnisse hat Mehta an seinen Kollegen in West-Afrika gegeben. Sie haben ihre Behandlung inzwischen entsprechend angepasst. Nancy Writebol sagt: "Für mich ist das die Antwort auf die Frage, warum ich überlebt habe und so viele andere gestorben sind. Alles im Leben hat einen Sinn."

29 Tage nach der Diagnose verlässt Nancy Writebol das Emory Hospital. In ihrem Blut und Urin sind keine Ebola-Viren mehr nachweisbar. Ärzte und Pfleger stehen für sie Spalier. Natürlich weint sie. Dr. Mehta auch.

Gesund ist Nancy Writebol längst nicht. Es ist gut möglich, dass sie das nie wieder wird. Ebola hinterlässt tiefe Narben im Körper. Sie leidet unter Schmerzen in den Gelenken, hat Nervenschmerzen in den Beinen. Die Haare fallen ihr aus. Sie ist schwach und ermüdet immer noch schnell. Manchmal vergisst sie Dinge einfach.

Sie sagt: "Nächstes Jahr will ich wieder nach Liberia zurück." Diesmal will sie in einem Krankenhaus Ebola-Patienten pflegen. Wer einmal an Ebola litt ist dagegen immun. Bis sie wieder stark genug ist, will sie in Amerika Gutes tun. Für einen anderen Ebola Patienten, hat sie Blut gespendet. Und: "Ich will die Amerikaner über die Krankheit aufklären und zeigen, wie wir alle helfen können." David Writebol, der während des ganzen Gesprächs ihre Hand hält, meint: "Es gibt so viel Angst, die müssen wir den Menschen nehmen. Gemeinsam können wir Ebola besiegen". Wie weit der Weg ist, weiß Nancy Writebol sehr genau. Kürzlich wurde sie vor einem Interview geschminkt, als die Kosmetikerin hörte, dass sie Ebola hatte, ließ sie den Pinsel fallen und wich vier Schritte weg. "Ich will mich nicht anstecken", stammelte sie, bevor sie aus dem Raum lief.

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