Sport bringt Zucker in die Zellen

In die Laufschuhe, fertig, los: Wer zuckerkrank ist, sollte sich fit halten. Denn Bewegung senkt den Zuckergehalt im Blut. So lassen sich Medikamente einsparen und Folgeschäden verhindern.

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Wer sich ausreichend bewegt, braucht oft weniger Insulin©

Je mehr sich Menschen mit Diabetes bewegen, desto weniger Medikamente oder Insulin brauchen sie. Jede körperliche Aktivität bringt Zucker in die Körperzellen - und das hilft den Betroffenen. Denn sobald der Mensch aktiv wird, fangen seine Muskeln an zu arbeiten. Dafür brauchen sie Glukose, die sie zunächst aus den Zucker- und Stärkedepots beziehen, die in den Zellen lagern. Sind diese leer, besorgen sie sich Nachschub aus dem Blut. Dadurch sinkt der Blutzuckerspiegel.

Trampolinspringen spart Insulin

Sport wirkt sogar noch im Ruhezustand: Noch bis zu zwei Tage nach dem Training können die Muskeln Zucker aus dem Blut beziehen und ihre leeren Speicher wieder auffüllen. Menschen mit Diabetes Typ 2 können ihre Blutzuckerwerte mithilfe von Bewegung vielleicht sogar so weit verbessern, dass sie ihre Tablettendosis verringern oder ganz auf die Medikamente verzichten können. Wer zum Zeitpunkt der Diagnose übergewichtig war, kann womöglich das Insulin wieder absetzen, sobald er einen großen Teil seiner Pfunde verloren hat. Patienten, die Insulin spritzen oder ein Insulin freisetzendes Medikament nehmen, müssen jedoch vorsichtig sein, denn viel Sport kann zu einer starken Unterzuckerung führen.

Wer noch nicht zuckerkrank ist, aber zu einer Risikogruppe gehört - etwa, weil er zu viel wiegt oder zu hohen Blutdruck sowie zu hohe Blutfettwerte hat - kann seinen Körper mit Bewegung vor dem Erkranken schützen. Schon eine Stunde Spazierengehen pro Tag kann Diabetes verhindern.

Inaktivität hingegen kann dem Körper schaden: Die Kombination aus zu wenig Bewegung und Übergewicht ist nach Ansicht von Fachleuten die wichtigste Ursache für Diabetes Typ 2.

Wer seinen Blutzuckerspiegel langfristig senken möchte, sollte sich daher so viel wie möglich bewegen. Im Idealfall heißt das: drei bis vier Mal pro Woche für je 30 bis 60 Minuten. Das klingt erst einmal nach viel – erst recht für untrainierte oder ältere Menschen. Lassen Sie sich aber nicht entmutigen, und starten Sie langsam: Anfangs reicht es, wenn Sie sich jeden Tag 30 Minuten bewusst bewegen. Wenn Sie nach dieser halben Stunde schon zu sehr aus der Puste sind, bewegen Sie sich dreimal zehn Minuten. Das ist zwar nicht ganz so effektiv, aber dennoch gut.

Radfahren ist gut, Drachenfliegen nicht

Sie fragen sich vielleicht: Welche Sportart ist denn geeignet und gut? Das ist leicht zu beantworten: alles, was die Ausdauer trainiert, wie Walking, Schwimmen oder Radfahren. Extremsportarten wie Fallschirmspringen, Drachenfliegen oder Tauchen hingegen sollten Menschen mit Diabetes lieber lassen. Denn es besteht die Gefahr, dass sie unterzuckern. In so einem Fall müssen sie schnell Ihre Tätigkeit unterbrechen und etwas Süßes essen können. In der Luft oder unter Wasser ist das nicht möglich.

Wenn Sie neben dem Diabetes noch an weiteren Erkrankungen leiden, sollten Sie nicht mit dem Training beginnen, ohne vorher mit Ihrem Arzt gesprochen zu haben. Bei Bluthochdruck zum Beispiel ist Kraftsport weniger gut geeignet, da Halteübungen wie beim Gewichtheben den Blutdruck steigen lassen.

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